Das Tagebuch der blauen Dogge Atlantis
Jänner 2010

im neuen Jahr
wünschen allen Tagebuchlesern
und solchen,
die es noch werden wollen

Elfi und Atlantis
Hoffentlich haben alle die
Feiertage gut überstanden. Atlantis und ich
zogen die Stille vor und bemühten uns, nicht
allzu gefrässig zu sein, was jedoch nur
teilweise gelang. Angefangen von den guten Keks
bis hin zur Knackwurst fehlte es an nichts. Doch
mit einigem Fleiß werden wir wieder etwas
abspecken, was eher auf Frauchen zutreffen
sollte.
Silvester - was tun, damit mein
Mädchen nicht so ängstlich ist? Ich hatte noch
vom Vorjahr eine Hundetablette, von der ich
Atlantis nur eine halbe verabreichte. Heuer
wollte ich mit ihr zu Hause einen geruhsamen
Abend verbringen.
So rutschten meine Vierbeiner ins Neue Jahr:
Mit
Frauchens halber Tablette, die nach nichts
schmeckte, hatte ich beim Fernsehen einen
geruhsamen Schlaf - schnarch, schnarch!
Doch,
es half alles nichts, das Knallen war nicht zu
überhören. Da musste ich mir mein großes
Ohrwaschel zuhalten, um weiterschlabbern zu
können. Gut, dass sich Frauchen neben mir die
Zeit mit Essen und Trinken vertrieb.
Endlich
schlug die Uhr Mitternacht und Frauchen schickte
sich an, den letzten Schluck Sekt zu schlürfen.
Aber da machte ich ihr einen Strich durch die
Rechnung, denn auch ich hatte Durst
................wuff und prosit Neujahr!
Miau,
Frauchen saß am Sofa und ich musste mich vor der
Knallerei verstecken. Ein bisschen Angst hatte
ich schon.
Also sprach Lisa, die Tapfere!
Muss
das denn sein, diese blöde Kracherei?
Vielleicht hilft mir mein Pfötchen, die
Knallerei gut zu überstehen!
Benjamin, sonst der King, bekam es auch mit der
Angst zu tun.
Mein drittes Samtpfötchen Laura bekam ich
überhaupt nicht zu Gesicht, sie verkroch sich
irgendwo im Haus.
Als
der Lärm vorbei war, huschten Benjamin und Lisa
auf die Sofalehne und verbrachten dort eine gute
Nacht.
Aber wo blieb Laura?
So verbrachten meine Vierbeiner - jeder auf seine
Art - den Silvesterabend. Wie heißt es doch so
schön: "Alle Jahre wieder"
Endlich ist er da, der
langersehnte Schnee.
Mutter
Natur hat es doch noch gut mit uns Zwei- und
Vierbeinern gemeint. Zwar fiel der Schnee noch
etwas dürftig aus, doch wir haben Geduld.
Und diese wurde auch belohnt.
Der
erste herrliche Wintertag, an dem mein Mädchen
und ich auf Spurensuche
ausgingen. Ist sie nicht schön, meine Atlantis?
Die neun Jahre, die sie bald am Buckel hat, sieht
man ihr überhaupt nicht an. Wir tummelten uns
auf der nahe gelegenen Wiese und warteten, was auf
uns zukommt. Immer wieder steckte Atlantis ihre
Schnauze in 
den Pulverschnee - was wohl darunter verborgen
ist? Mein Mädchen hatte endlich die Spur
gefunden, die uns zur Ruine hochbrachte. Frauchen
war auch froh, nicht einsinken zu müssen. Oben
angelangt hatten wir einen herrlichen Blick auf
unser Städtchen Freistadt. Außer einigen Hasen-
und Rehspuren gab es keinen Hinweis auf
Waldläufer. Im Wald hatte mein Mädchen so ihren
Spaß und es gab kein Vorbei an einem Stock, den
Atlantis genüßlich in Beschlag nahm.
Die letzten Wintertage leuchteten
wie im Bilderbuch. Immer wieder huschte es über
meine
Lippen: "Diese Schönheit, einfach
wunderbar". Auch mein Mädchen empfand es
so, ja es musste so sein. Die Stimmung in St.
Peter war fast nicht zu überbieten. Wenn
Frauchens Puste zu rattern begann, huschte
Atlantis wie eine junge Dogge über den ca. 20 cm
angeschneiten
Pulverschnee. Ja, da kann ich mir noch einiges
abschauen. Bei jeder Gelegenheit suchte Atlantis
direkten Kontekt zum Schnee, den sie zur Zeit als
ihren Spielgefährten betrachtet. Bevor
wir ins Auto stiegen, wollte ein süßer und
spielfreudiger Rüde mit meinem Mädchen
herumtollen. Von Angesicht zu Angesicht forderte
er sie dazu auf. Doch Atlantis war
schon müde und nach einer kurzen Schnupperphase
wollte sie ins Auto steigen. Auch das zärtliche
Geturtel half da nichts. Also hinein ins Auto und
ab nach Hause. Vielleicht passt es ein andermal.
Wie schön kann doch der Winter
sein - und das fast vor unserer Haustüre. Doch man
nimmt die Natur, die uns Gott schenkte, jeden Tag
mit anderen
Augen wahr. Obwohl wir diesen Weg zum Wald hinauf
schon auswendig kennen und fast täglich gehen,
geht einem jedesmal das Herz auf. Auch mein
Mädchen blieb bei jeder Gelegenheit stehen und genoss
das Glück des Augenblicks. Wenn ich sie dabei
beobachte, hoffe ich insgeheim, dass sich ihr
noch viele so schöne
Eindrücke bieten mögen. Auch die Kolkraben
hatten ihren Spaß daran und man konnte sie
beobachten, wie sie sich alle auf den Baumwipfeln
zu einem Stelldichein trafen. Einer kam
angeflogen und die anderen schwirrten nach und
waren dabei nicht zu überhören. Auch Atlantis
blickte dabei gespannt hoch, um das Prozedere zu
beobachten. Frauchen hingegen machte sich bereit
zum Heimgang und ließ diesen schönen
Spaziergang nochmals Revue passieren. Danke,
Mutter Natur, für dieses Geschenk.
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