Das Tagebuch der blauen Dogge Atlantis
Juni 2009
Ein trauriger Monatsbeginn:
Mutti Herta hatte am 5.06.2009 für immer die
Augen geschlossen. Atlantis war Muttis Liebling
und sie wurde von ihr mit Streicheleinheiten,
wann immer Mutti zu uns kam, verwöhnt. Atlantis
wird Altfrauchen, wie wir sie nannten, nie
vergessen.

Atlantis war mir in diesen
schweren Tagen eine große Stütze und so
spazierten wir täglich durch Wald und Wiesen und
gedachten immer wieder unserer Herta-Mutti.
Die Tage vergingen und auch das
Leben mußte weitergehen.
- Ein heißer Junitag und Atlantis gähnte,
war sie müde oder faul? Doch auf Befehl ging
es auf die noch kühle Wiese. Unsere
Bauern hatten es heuer nicht eilig,
ihr Feld zu bestellen und so mußten wir uns den
Weg neben dem Gras bahnen, was meinem Mädchen
gar nicht gefiel. Des öfteren kam sie vom Wege
ab und tollte im hohen Gras herum. Hinein ins Gebüsch,
um ihre Rolle zu absolvieren. Dann aber auf
Frauchens eindringlichen Geheiß schön brav am
vorgegebenen Weg zu bleiben. Auf
einmal erspähte Atlantis bereits
das kühle Nass und sie war nicht mehr zu halten,
hatte sie doch großen Durst.
Hat sie sich auch verdient, mein Mädchen.
Wie eine junge Gazelle lief sie hin und
her, um sich am Wasser zu erfreuen, das hin- und
her spritzte. Atlantis konnte
gar nicht genug davon bekommen.
Und ich war stolz auf die Laufleistung meines
"alten" Mädchens.
Bevor
wir nach Hause gingen, wurde noch gerastet und
ausgiebig geschlunzt.
- Endlich gesellte sich Bella
wieder
einmal zu uns und die Freude war auf beiden Seiten
groß. Sogleich ergab sie sich
und das zärtliche Liebesspiel konnte beginnen.
Bella genoß jungfräulich Atlantis's
Liebesbezeugungen, die aber nur wenige
Augenblicke anhielten, dann war Sendepause.
Mein Mädchen lief kurz entschlossen in
die Wiese, wo sie ihre Ohren  durch
den Wind flattern ließ. Nach
einem kleinen Waldspaziergang hielt Atlantis auf
der Schiwiese Hof und nahm ein ausgedehntes
Sonnenbad. Auch ich gesellte
mich zu ihr und unsere Gedanken schweiften zum
Himmel zu Mutti Herta. Sicherlich sah sie uns und
ist glücklich darüber,
daß wir das Leben zusammen meistern. Atlantis
gibt mir in dieser Zeit der Trauer viel Kraft.
Zu Hause angekommen, konnte ich mir ein
Lächeln nicht verkneifen. Auf
der Terrasse lag eingelullt in der schmutzigen
Handwerksschachtel meine Laura und freute sich
des Tages, machte
allerdings keine Anstalten, diesen Hort zu
verlassen. Doch plötzlich machte es schwupps und
weg war sie - aber nur auf einem anderen Platz an
der Sonne.
Kann man einem Tier überhaupt böse sein?
- Hatten es meinem Mädchen die herrlich blühenden
Mohnblumen angetan oder
 kam
uns da etwa ein Freund entgegen? Natürlich es
war Blacky, mit dem Atlantis ein Stück des Weges
ging.
Unser Ziel war diesesmal der Waldteich, wo wir
einem Liebespärchen in Gestalt
von zwei Wildenten auf die Spur kamen. Diese
ließen sich nicht stören und turtelten
unaufhörlich weiter. Offensichtlich wurden
meinem Mädchen diese Spielereien zu langweilig.
Denn auf einmal war Atlantis nicht mehr zu sehen.
Sie stand bereits habt acht vor dem Waldesrand
und wartete ungeduldig auf mich, um unseren Spaziergang
fortzusetzen. "Ihr Wunsch ist mir Befehl,
meine Gnädige".
Endlich roch es nach frischem Heu und einige
Wiesen waren bereits gemäht. So konnten wir
durchmaschieren, ohne dabei Reh und Hasen zu
erschrecken. Zu Hause wartete bereits unsere Lisa
auf
uns. Doch nicht wie üblicherweise hinter der
Haustüre. Nein, heute machte sie es sich auf dem
Kasten in Frauchens Arbeitszimmer gemütlich. Bis
ich sie fand, verging einige Zeit. 
Vor unserer Terrasse ist ein Nistkasten montiert,
der derzeit rege in Anspruch genommen wird. Die
Mutter bringt gerade Futter und versucht, den
Appetit der Kleinen damit zu stillen.
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