Das Tagebuch der blauen Dogge Atlantis
Oktober 2008
- Spät sind wir dran, mit unseren Erzählungen,
aber Frauchen hatte viel im Garten zu tun - und
ich - wuff - lag auf der Terrasse in der Sonne
und sah bei der Arbeit zu.
- Ja, meine Atlantis hat recht, denn sie konnte in
diesem Monat fast jeden Tag auf der Terrasse die
letzten warmen Sonnenstrahlen genießen. Doch
unsere täglichen Spaziergänge und Ausflüge
kamen dabei nicht zu kurz.
- An einem Samstag, wo der Nebel über unserem
Städtchen hing, fuhren mein Mädchen und ich
hinauf nach St. Michael, wo wir vor der Kirche
den Wagen
parkten
und zu frischen Taten aufbrachen. Blauer Himmel
und strahlender Sonnenschein waren unsere
Begleiter. Nahe einer Waldlichtung wurden wir von
ganz lieben und sauberen Kühen begrüßt,
die allerdings Atlantis nicht so recht geheuer
waren. Mein Mädchen zog es vorsichtshalber auf
die Wiese, um diese Vierbeiner von einem gewissen
Abstand zu bestaunen. Irgendwie
muß Atlantis auf eine Kuh eine gewisse
Anziehungskraft ausgeübt haben, denn diese wagte
sich bis nahe an den Zaun heran und so standen
sich beide Aug um Aug gegenüber. Doch nach
einigen Blickkontakten zog es Atlantis vor, aufzustehen
und mich zum Weitergehen aufzufordern. Dem kam
ich gerne nach und so zogen wir weiter auf Feld
und Wiesen. Knapp vor dem Ziel suchten wir uns
ein windstilles Plätzchen, was mein Mädchen
sogleich zum Faulenzen nutzte. Auch ich nahm
neben ihr Platz, um mich ein wenig mit Wärme
aufzutanken. Atlantis schien müde - oder hatte sie
bereits Appetit auf mehr? Durstig ließ sie ihre
lange Zunge heraushängen.
So beschloß ich, mit ihr aufzubrechen und diesen
stillen Hort zu verlassen. Ein letztesmal blickte
mein Mädchen zwischen Kirchturmspitze und Baum
zurück auf einen erfüllten Spaziergang.
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