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Das Tagebuch der blauen Dogge Atlantis


August 2008

  • Hallöchen, endlich ist bei meinem Mädchen wieder alles ok.
    Kurzbericht für alle Interessierten:
    Vor ungefähr drei Wochen bekam Atlantis überraschend und ohne Ankündigung massiven Durchfall.
    Am ersten Tag ließ ich mein Mädchen aushungern, um sie dann langsam wieder an das Fressen heranzutasten. Am dritten Tag gab ich mir dann selber Entwarnung, da alles in normalen Bahnen verlief.
    Das "Normale" hielt jedoch nur fünf Tage an, dann wieder das gleiche Lied vom Durchfall. Also rief ich Karin an und bat um Rat. Drei Tage Reis mit etwas Wasser waren angesagt, um dann schön langsam Atlantis wieder an das normale Fressen zu gewöhnen.
    Die Reistage - so glaubten wir - seien von Erfolg gekrönt, als wiederum fünf Tage später dasselbe Spektakel begann.
    Vergangenen Montag fuhren wir zu unserer Tierärztin, der ich auch zwei Schalen flüssigen Duftes von meinem Mädchen mitbringen mußte. Bin extra nach St. Peter hochgefahren, um etwas davon vom guten Acker zu entfernen. Nina schickte beide Proben ein und nun hieß es warten.
    An Ort und Stelle bekam Atlantis eine Spritze (Antibiotika) und für die folgenden Tage als Profilaxe Entwurmungstabletten. Spaziergänge wurden auf das Notwendigste
    reduziert, denn Atlantis zeigte bereits Ermüdungserscheinungen und ich wollte sie bei dieser Hitze nicht überanstrengen. Weiters wurde ihr für die ganze Woche Diät in Form von Reis mit gekochtem Hühnerfleisch und Pulver sowie Elektrolyte verordnet. Jedesmal, wenn mein Mädchen in die Wiese mußte, lief ich hinterher, um nachzusehen, was es denn Neues gäbe. Doch meine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt.
    Vor drei Tagen wurde mein Warten mit dem ersten Würstchen belohnt und - so schien es - auch Atlantis lief erleichtert durch die Wiese. Der erste Parasitenbefund war negativ und so hieß es wiederum auf den Schlußbericht warten.
    Meine Atlantis wurde von Tag zu Tag fiter und fraß ganz brav ihre vorgeschriebene Speise. Gestern dann Gott sei Dank Entwarnung - es war "nur" ein Darminfekt. In einer Woche wird nochmals das Herz getestet, denn vor der Erkrankung war Nina auch damit nicht zufrieden. Sie meinte zwar, das könnte mit dem Infekt zusammenhängen, doch wir gehen auf Nummer "Sicher". Doch da müssen wir noch bis kommenden Montag warten. Ja, mein Mädchen hat zwar etwas abgenommen, was am Halsband ersichtlich wurde. Doch sie freut sich jedesmal auf ihr Futter und flache Spaziergänge stehen bereits auf der Tagesordnung. Und so hoffen wir auf das Beste, damit wir gemeinsam wieder Wiesen und Felder durchqueren können.


    Überraschung bei einem frühen Abendspaziergang. Ein Heißluftballon wurde direkt vor unseren Augen aufgeblasen, was einigen Lärm verursachte. Wahrscheinlich glaubte mein Mädchen, es sei Silvester, denn sofort verkroch sie sich in der Wiese.
    Von dort aus erhielt Atlantis überraschenden Besuch eines Labradorwelpen namens "Blacky". Ein süßer Kerl, der Atlantis gleich in Beschlag nahm, aber überzeugt Euch davon selbst:


    Wuff, mein Name ist Blacky und möchte Dich kennen lernen.
    Hab nichts dagegen.



    Huch, bist Du groß, da kann ich ja unter Dir durchkriechen.
    Paß nur auf, dass Dir nichts passiert.



    Kannst Du auch Bussi geben?
    Na klar, Du Süßer, kannst Dich ja davon überzeugen.



    Schau mal, wo ich bin, komm zu mir ins Gras.
    Du hast Glück, bin eh schon müde.



    Deine Ohren schmecken ja so süß.
    Lass Dich nicht davon abhalten, daran zu knabbern.




    Möchte mal, dass Du mich hucke pack nimmst.
    Mein Lieber, ich bin schon eine ältere Dame, bitte nimm darauf Rücksicht.


    Darf ich dann wenigstens an Deinem Allerwertesten schlecken?
    OK - genehmigt - tut auch mir gut.



    Deine Lefzen schmecken aber auch gut.
    Kann mich nicht beklagen und das Kompliment nur zurückgeben.



    Darf ich mich verabschieden, in der Hoffnung, dass wir uns bald wieder sehen?
    Ist genehmigt, aber zum Abschied noch einen Kuß - und Schluß!

    Ja, was soll man von so einer neuen Liebe halten. Noch nie hat sich ein Welpe so innig an mein Mädchen herangepirscht. Ich war hin und weg von so einer Zuneigung und habe mir fest vorgenommen, Blacky bald in seinem Refugium ausfindig zu machen.


    Mit diesem eindrucksvollen Erlebnis flog auch der Heißluftballon in die Lüfte auf und davon.



  • Wie Freud und Leid beieinander liegen, erfuhr ich durch ein Telefonat von Gabi am 10.08.2008. Brutus, unser lieber Freund aus Leipzig, ging schlafend über die Regenbogenbrücke. Ich war sehr traurig und mußte sogleich Atlantis in die Arme nehmen, denn mein Mädchen ist ja auch nicht mehr die Jüngste.

    "Lieber Brutus, ich werde die schönen und lustigen Stunden mit Dir und Atlantis nie vergessen. Wie schön war es zu sehen, als Du bei den Königen in Leipzig ein neues und vor allem liebevolles zu Hause gefunden hast und Deine letzten Jahre dort verbringen durftest. Ich kann mich noch gut erinnern, als es hieß, eine passende Dogge warte gespannt auf die Familie König. Und das warst Du - ein wunderschöner Hund. Atlantis und Frauchen haben Dich gleich ins Herz geschlossen. Nun bist Du bei Nero, Brian und all den anderen Freunden, die vor Dir bereits über die Regenbogenbrücke gehen mußten. Brutus, wir werden Dich nie vergessen."


    Brutus 03.09.2000 - 09.08.2008

  • Das Leben geht Gott Lob für Atlantis weiter. Eine Woche nach dem Erstbefund fuhren wir nach Linz zu einem Spezialisten, der Atlantis ausgiebig röngte. Mit vereinten Kräften hoben wir mein schweres Mädchen auf das Röntgenbett, auf dem sie hin und her gewendet wurde, was sie alles geduldig über sich ergehen ließ. Der Arzt meinte, für das erreichte Alter von 7 Jahren sei Atlantis ein TOP-Hund. Als Prophylaxe bekam sie ein homäopathisches Herzpulver verordnet, was ich ihr täglich unter das Fressen mische. Ich bin glücklich und dankbar, mein Mädchen wieder gesund in meine Arme schließen zu dürfen.

  • Ja, auch dieser Monat, in dem man jeden einzelnen Sonnenstrahl ausnutzen musste, neigt sich dem Ende. Atlantis wirbelt wie früher über die Wiesen und ich bin nur glücklich dabei. Ab und zu werden wir auf Freundin Bellas Refugium willkommen geheißen. Sie erkennt uns bereits aus der Ferne und immer, wenn wir uns ihr nähern, legt sich Bella ergebend auf den Rücken und dann heißt es für mich ............... Streicheleinheiten von oben bis unten, was sie auch dementsprechend genießt. Dann wiederum spielt Atlantis ausgelassen mit bekannten Weggefährten auf unserer Wiese. Besonders haben es Atlantis die wohl riechenden Sonnenblumen angetan, bei denen jedoch die Tage bereits gezählt sind, denn in der Früh und am Abend machen sich die ersten Herbsttemperaturen bemerkbar - Kinder, wie die Zeit vergeht. Am frischen Acker sichten wir einen der vier Störche, die ja bald unsere Stadt verlassen werden. Aber noch haben sie Freude an den warmen Strahlen. Atlantis tut es ihm auf unserem Hügel gleich, um ihren speziellen Bereich aufzuwärmen - eine nette Aussicht. Vor dem Schlafengehen ein Blick aus unserem Fenster - eine Amsel machte es sich vor unserem Fenster gemütlich und blieb eine Zeit lang pfeifend dort sitzen, wobei sie auch mein Anblick nicht vertreiben konnte.

  • So vergehen die letzten Tage im August und meinem Mädchen geht es immer besser. Ich hoffe, es bleibt noch lange so.
    Auf wiedersehen im nächsten Monat.

 

 

 

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