Das Tagebuch der blauen Dogge Atlantis
Oktober 2006
- Ein Jahrhundert-Oktober ließ unsere Herzen
höher schlagen, besonders das meines Mädchens
Atlantis - und das in zweifacher Hinsicht.
Zum
einen herrschten fast sommerliche Temperaturen,
denen sich meine Kleine in St. Peter auf der
nicht enden wollenden Weite des Hügels
genüsslich hingab.
Auch die auf
der Koppel einherschreitenden Pferde ließen die
wärmenden Sonnenstrahlen auf sich einwirken.
- Ja, der Sommer scheint zurück gekehrt. Unsere
Herzen tun sich auf und die Wärme auf der Haut
ist Balsam für unsere Seelen. Gott schenkte uns
die Natur und wir sollten sie so annehmen, wie
sie ist - eben jeder Jahreszeit entsprechend.
Unsere Vierbeiner zeigen es uns vor.
Ein Ehrentag für mein Mädchen Atlantis:
Beim Öffnen des Postkastens fiel mir
ein großes Kuvert in die Hände. 'Schon wieder eine
Absage, dachte ich'. Vor geraumer Zeit beteiligte ich
mich nämlich mit einem Foto von Atlantis an einem
Wettbewerb mit dem Titel "Mein liebstes
Haustier". Ich öffnete emotionslos das Kuvert und
begann zu lesen. 'Nein, rief ich laut, das gibt es doch
gar nicht.' Atlantis wurde in der Kategorie
"Hund" für eine Briefmarke ausgewählt. Die
gesamte Tierserie umfaßt neun Marken mit verschiedenen
Tiergattungen. Und ausgerechnet mein Mädchen soll ab nun
Österreich weit von einer Briefmarke lächeln -
unglaublich. Erst Tage später konnte ich dieses Glück
und die Freude realisieren. Natürlich bin ich auch auf
meine gelungene Aufnahme stolz, aber wie meine Atlantis
so in der Wiese ihr edles Haupt in die Ferne schweifen
läßt, da überkommt mich Demütigung und Freude
zugleich. Heinz wäre unsagbar stolz auf diese Ehrung
gewesen, die ihm natürlich posthum gebührt. Denn nur er
hat mein Mädchen zu dem Hund gemacht, der er heute ist.
Ein treuer Begleiter in allen Lebenslagen, einfühlsam
den Menschen, aber auch ihren Artgenossen gegenüber.

Nach den vielen Gratulationen der vergangenen Tage kehrte
nun allmählich wieder der Alltag ein. Da sich seit
einigen Tagen der Husten bei mir einschlich, beschränkte
ich mich auf kleinere
Runden hinter dem Haus, was Atlantis offensichtlich
gefiel. Immer wieder lief sie ihren Weg hin und her und
genoss ihrerseits die herbstliche Idylle. Besonders der
bereits zerflederte Spielball von Nachbarshund Einstein
hatte es Atlantis angetan. Sie war auch nicht bereit, sich von dem Spielgefährten
zu trennen - vielleicht waren Einstein oder Vega in der
Nähe, gerochen hatte es danach. Wie auch immer, mit
Blick auf Freistadt wurde noch ausgiebig herumgetollt und
gewedelt, dass es eine Freude war, Betrachter dieser
Szenen zu sein. Ein rundum glücklicher Hund und
natürlich eine noch glücklichere Hundebesitzerin.
Atlantis, ich hab Dich lieb.
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