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Das Tagebuch der blauen Dogge Atlantis
September 2005

 


  • 05. bis 8. September 2005:
    Frauchen war als Single - also ohne mich, sprich Atlantis - unterwegs:

    Ja, man glaubt es kaum, aber Frauchen fuhr mit ihrer Freundin Michaela nach Krems in die Wachau in ein Therapiezentrum, um für mich wieder gesund nach Hause zu kommen.
    Uneigennützig wie ich eben bin, ließ ich mein Liebstes ziehen, denn die Gesundheit von Frauchen kommt ja auch mir zugute.
    Koffer packen, diesen über die Stiege schleppen, das alles kam mir nicht geheuer vor. Als ich dann noch zu ungewohnter früher Stunde in das Auto verfrachtet wurde, kannte meine Neugier keine Grenzen mehr.
    Offensichtlich noch verschlafen und der Situation nicht ganz Herr, verfuhr sich meine Zweibeinerin und so dauerte es noch einige Zeit, bis wir beim Hundehotel "Kronbachtal" ankamen, wo ich schon freudig von der Besitzerin und deren Hotelgästen erwartet wurde. Nachdem ich ja bereits einmal hier nächtigen durfte, kannte ich die Umgebung und fühlte mich fast zu Hause.
    Na ja, ein wenig fehlte mir Frauchen schon, aber ich hatte auch mit meinen Spielgefährten viel Spaß. Vor dem Einschlafen gab es viele gute Streicheleinheiten und so konnte ich ruhig von Frauchen träumen.
    Ich hatte mich bereits gut eingewöhnt, als plötzlich ein Auto vorfuhr, aus dem eine mir bekannte Person ausstieg. Wuff - es war Frauchen, die ich aber doch ein wenig zappeln ließ. Nach der ersten kurzen Begrüßung, machte ich kehrt und wollte unbedingt wieder zurück zu meinen Freunden. Aber das war natürlich nur vorgetäuscht. Natürlich freute ich mich auf Frauchen, stieg nach einigen Streicheleinheiten brav in das Auto und fieberte meiner gewohnten Umgebung entgegen.
    Zu Hause angekommen hatte ich erst mal großen Hunger, den ich auch zu stillen verstand. In den Armen meines unvergleichlichen Frauchens schlief ich dann ruhig und versöhnt mit der Welt ein.
     

  • 19. September 2005:
    "Na endlich, Frauchen schaffte wieder mal eine Tagebucheintragung":
    Man glaubt es kaum, aber der Sommer verabschiedet sich auf leisen Sohlen. Die Luft ist bereits rau, Äste und Blätter beginnen sich langsam zu verfärben. Diese Jahreszeit, wo Seele und Geist im Einklang stehen, übt wie jedes Jahr auf mich einen
    spürbaren Reiz aus. Es kehrt innerer Friede ein, den ich versuche, auf meine Atlantis zu übertragen.
    Ein besonders schöner, obwohl windiger Morgen ließ uns nach längerer Pause wieder einmal unsere Runde nach Dreissgen gehen. Dort wurden wir von einer weidenden und unüberhörbar blökenden Schafherde begrüßt. Atlantis stimmte in das Geblöke nicht mit ein, sondern zog die Anwesenheit eines süßen Mischlingsrüden vor, der unentwegt versuchte, mein Mädchen zum Tanz aufzufordern. Atlantis hatte es so eilig, dass ich nicht einmal Zeit fand, sie von der Leine zu befreien. Beide hatten viel Spaß miteinander. Als Atlantis  nach den ersten Turbulenzen genug hatte, wandte sie sich ab, um mit mir des Weges zu ziehen. Doch ihr kleiner Freund wollte noch einen schmatzenden Abdruck hinterlassen und verabschiedete sich auf seine Weise.
    Weiter ging es in den Wald hinein, wo uns einfühlsame Stille umgab. Ab und zu vernahmen wir das ein oder andere Geräusch, blieben darauf hin stehen, um einfach nur zu lauschen. Plötzlich hielt Atlantis inne und hob ihr Haupt in die Höhe. Ich folgte ihrem Blick und erspähte ein Eichkätzchen, welches im Begriffe war, eilends die Baumspitze zu erklimmen.
    Als der Höhenweg erreicht war, legten wir eine kurze, aber wohl verdiente Rast ein. Atlantis ließ ihren Blick in die Ferne schweifen, um vielleicht noch eines Spielgefährten fündig zu werden. Doch  kreuzten weder Zwei- noch Vierbeiner unseren Weg. So spazierten wir in Eintracht unserem motorisierten Gespann entgegen, um dem Mittagsschmaus entgegen zu spurten. 

  • 23. September 2005:
    Ein HERBSTBEGINN, wie aus dem Bilderbuch, der natürlich mit einer St. Peter-Runde eingegangen wurde. Wie es schien, hatte sich bei Atlantis eine gewisse Herbstmüdigkeit eingestellt. Ist aber auch kein Wunder bei den voran gegangenen Wetterkapriolen. Mein Faulsack machte sich auf der Wiese breit und es fiel mir schwer, es ihr nicht gleich zu tun. Auf, auf, mein Mädchen, hieß die Devise. Doch Atlantis, meine Wunderschöne, posierte lieber und ließ sich geduldig von mir ablichten, wobei eine gewisse Trägheit in ihrem Mienenspiel nicht zu übersehen war. Aber was sollte es. Auch langsam kamen wir ans Ziel. Vorher musste natürlich noch bei Herrchens Lieblingsbank eine gähnende Rast eingelegt werden.

  • 24. September 2005:
    Der heutige Spaziergang führte auf die nahe gelegene Wiese zum Waldteich - eine kleine, aber feine Runde, bei der unsere ganze Aufmerksamkeit einer  wunderschönen Herbstlandschaft galt. Nicht umsonst wird der Herbst als "der Maler" schlecht hin genannt. Stets aufs Neue  erleben wir in dieser Zeit Verfärbungen der Natur, was für das Auge einmalig ist und deren wir uns auch nicht entziehen können. Beim Waldteich wurden wir von leuchtenden Waldtönen empfangen, die nicht nur ich, sondern auch mein Mädchen stark beeindruckten. Immer wieder blickte Atlantis in die Ferne, als ob sie ein Reh oder einen vorbei rauschenden Hasen erwarten würde.
    Da jedoch Felder und Wiesen fast zur Gänze abgemäht sind, verkriechen sich diese Tiere bereits Schutz suchend im Wald. Doch verhält man sich wie wir ganz ruhig, hat man das Glück, gleich eine ganze Familie vorbei ziehender Rehe zu beobachten.
    Am Nachmittag feierten wir in familiärer Runde den ersten Geburtstag von Anna Lisa, der kleinen Tochter von Markus (Neffe von Heinz) und Inge Pramhofer. Wenn Anna Lisa bei uns ist, geht in der Stube und in den Herzen die Sonne auf. Sie ist ein richtiger Wonneproppen mit viel Witz und Charme.

  • 25. September 2005:
    Wir konnten es nicht glauben, aber auch an diesem Tag herrschte klares Herbstwetter. Gemeinsam mit Atlantis verfrachtete ich Mama Herta in das Auto und wir fuhren zum bekannten Forellenwirt nach Mitterbach. Treue Tagebuchleser und Teilnehmer am letzten Doggentreffen wissen, wovon ich schreibe. Vor uns eröffnete sich eine idyllisch gelegene Landschaft, wo nicht nur wir unsere Ruhe fanden, sondern sich auch das so genannte "Rindvieh" richtig wohl fühlte. Mein Mädchen und ich spazierten zuerst den Waldweg entlang, um dann jedoch auf der Lichtung die Sonne zu genießen. Fast bei jedem Bauernhof leuchteten uns farbenprächtige Herbstblumen entgegen, an denen sich Atlantis mit Auge und Sinn ausgiebig labte.

 

 

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