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Das Tagebuch der blauen
Dogge Atlantis
Mai 2005
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01. Mai 2005:
Nun ist der Mai mit seinen Frühlingsboten ins Land gezogen. Abseits
von Haus und Garten versuchte ich, gemeinsam mit Atlantis etwas
Stressabbau vorzunehmen, was mir auch in Dreissgen gelang. Gemächlich
schlenderten wir über Wege und zahlreiche Löwenzahnfelder, die uns auf
eine wundersam anmutende Zeit vorbereiten sollten. Auch war es angenehm,
mich vom Staub in meiner Lunge, der sich aufgrund der Umbauarbeiten
angesammelt
hat,
zu befreien. Mein Mädchen ließ versonnen und glücklich zugleich ihren
Blick über die gelbe Wiese gleiten.
Weiter ging es auf Entdeckungsreise zu einem abgelegenen abbruchreifen
etwa 450 Jahre alten Hof mit Stadel, der nicht nur auf mich, sondern
auch auf Atlantis einen neugierigen Eindruck ausübte. Langsam
näherte
ich mich einem glaslosen Fenster und spähte in einen Raum, der vor sehr
langer Zeit sicherlich als Stube diente, wobei ein alter Blechherd den
Zeitzeugen dafür abgab. Um meine Neugier zu stillen, wollte ich
unbedingt dieses verfallene Gebäude betreten und näher begutachten,
wovon mich allerdings doch etwas abhielt. Aber wahrscheinlich nur bis
zum nächsten mal, man wird sehen.
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08. Mai 2005:
Nach trostlosen Regentagen wurde heute eine Sonnenlücke zu einer
Bauernrunde genützt. Kaum zu glauben, dass sich endlich wieder einmal
Frau Sonne als Begleiterin einstellte, was auch in der hell
erleuchteten
Blütenpracht der Bäume zum Tragen kam. Auch die neu geborenen
Hochlandrinder erfreuten sich an der satten Wiesenpracht. Weiter
spazierten wir zur Ruine, bei der sich mein Mädchen in Position setzte,
um einen Ast zu erhaschen. Obwohl Atlantis immer wieder versuchte, sich
zu recken und zu strecken, blieb ihr das so begehrte Stück leider
verwehrt.
Unverrichteter Dinge zog sie sich in die Wiese zurück, wo sie einige
Zeit schmollend verharrte. Nachdem aber mein Mädchen eine Frohnatur ist,
hielt diese Laune nur kurz an und wir schlenderten zurück nach Hause.
Als wir an unseren Hochlandrindern vorbei gingen, löschte ein Freund in
einer riesigen Wiesenlake,
welche
sich aufgrund der starken Regenfälle bildete, seinen Durst, um sich die
Frage zu stellen: "Bin ich's, oder bin ich's nicht?". Bevor wir durch
die feuchte Wiese unseren Heimweg antraten, konnte ich das Rind
beruhigen: "Ja, Du bist es wirklich!"
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14. Mai 2005:
An
diesem heißen Frühsommertag ließen mein Mädchen und ich unsere Beine
durch den Wald schlendern. Nach Erreichen der Waldlichtung hielten wir
am Schihanggelände inne und legten eine kleine Rast ein, um unsere
Blicke in die klare Natur schweifen zu lassen. Nachdem sich bei Atlantis
bereits Hunger und Durst einstellten, zog es uns rasch nach Hause.
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19. bis 31. Mai 2005:
Ein herzliches Willkommen unseren Freunden aus Belgien Thea und
Horst!
Die Begrüßung fiel herzlich und rührend zugleich aus. Vor einem
Jahr, ehe Mutti in das Krankenhaus eingeliefert werden musste, feierten
wir deren 80. Geburtstag. Keiner glaubte mehr so richtig daran, Mutti so
gesund und frisch wieder in die Arme schließen zu dürfen. Umso inniger
fiel daher das Wiedersehen aus, bei dem wir uns einiger Tränen nicht
schämen mussten. Es wurde sogleich ein Sekt geköpft und erzählt, erzählt
und erzählt ..................!
Es waren wunderschöne, aber vor allem heiße Tage, die wir zu überstehen
hatten. Die Temperaturen kletterten bis zu 38 Grad und man kam sich
teilweise wie im Treibhaus vor. Also wurden auch - unter Rücksichtnahme
auf Atlantis - die Spaziergänge auf das Notwendigste reduziert.
Atlantis genoss bei unseren Ausflügen die Anwesenheit von Thea und
Horst,
war
doch endlich mal was los. Bevor wir mit dem Auto hoch fuhren, wurde mein
Mädchen nochmals gestreichelt und geherzt.
Der erste Ausflug führte uns
nach St. Peter über Dreissgen zur Waldandacht und retour nach
St.
Peter. Natürlich durfte ein Ausflug in das Thurytal nicht fehlen, wo
sich Atlantis nach Lust und Laune im Wasser laben konnte. Horst hatte so
viel Spaß am Wandern, dass es Thea und mir unmöglich war, ihn einzuholen. Doch die Tage wurden
immer heißer.

Bevor wir uns ganz und gar der Hitze
ausliefern mussten, gingen wir von zu Hause den Kreuzweg hoch zur
Kirche. Da Atlantis nicht mit hinein durfte, warteten wir im Schatten
auf die Rückkehr unserer Freunde. Weiter ging es in den Wald, wo wir
kurz, aber intensiv, die sich darin ausbreitende Kühle genossen.
Spaß
hatten wir auch bei einem gemütlichen Beisammensein mit unseren Freunden
und Nachbarn aus Freistadt. Gemeinsam ließen wir uns Kaffee und Kuchen
munden, wobei aber auch mein Mädchen voll und ganz auf ihre Rechnung
kam. Thea und Horst waren das Ziel
ihrer
Begierde. Lustvoll fiel ihr Blick immer wieder auf die vollen Teller.
Endlich hatte sie bei Thea ihr Ziel erreicht.
Aber
auch Edith wurde Opfer von Atlantis und dabei nicht verschont. Bei ihr
versuchte es Atlantis mit einem zarten Nasenreibchen, was auch von
Erfolg gekrönt war. Lady like wurde dieses Szenarium von unserem
Liebling, der Langhaarkatze Laura, beobachtet. Es wurde noch ein
gemütlicher Nachmittag, der sich nach einigen Flaschen Bier und Wein
dementsprechend
ausdehnte. Mutti Hertas vergnügliches Akkordeonspiel war so anregend,
dass Horst von Thea zum
Tanz
aufgefordert wurde. Dieser Aufforderung kam er allerdings erst nach
anhaltendem Beifall der Anwesenden nach. Doch dann ging für die Beiden
die Post ab - und das auf der Terrasse unseres Gartens.
An einem der letzten heißen Tage lud ich Thea und Horst zu einem
abendlichen Rundgang ein, um ihnen meine "grüne" Heimat zu
zeigen.
Die nahe gelegenen Wiesen und Felder erstrahlten in ihrem schönsten
Glanz und ich war stolz, diese Umgebung als meine Heimat präsentieren zu
können. Horst, wie immer an der Spitze zu finden, machte es sich auf
einer Bank gemütlich, um auf uns zu warten, wobei ihm dabei Atlantis
Gesellschaft leistete.
Erbarmungslos bis zum letzten Urlaubstag stieg das Thermometer. Doch, da
alles Schöne einmal ein Ende hat, nahte der Tag des Abschiednehmens. Wir
alle waren traurig und konnten dies auch nicht verbergen.

Dem Wunsche unserer Freunde aus Belgien, Mutti und mich im nächsten Jahr
in ihrer Heimat willkommen zu heißen, kommen wir gerne nach. Ein letztes
Lebewohl, eine feste Umarmung, und fort waren sie. Danke, liebe Freunde,
dass wir mit Euch wunderschöne und unvergessliche Tage erleben durften.
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