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Das Tagebuch der blauen
Dogge Atlantis
Februar 2005
04.02.2005:
Heute war ich mit meinen neu erstandenen Schneeschuhen unterwegs,
welche Atlantis nur ein verhaltenes "wuff" entlocken konnten. Aber auch
für mich Neuland, muss man doch gut bei Fuß sein und diese von einem
Schritt zum anderen ziemlich hoch heben.
Ein traumhafter Wintertag blickte uns in St. Peter entgegen,
wo
die neuen Schuhe gleich ausgiebig ausprobiert wurden. Doch auch im tief
verschneiten Wald versank ich trotz des fest montierten Hilfsmittels
fast bis zu den Knien in den Schnee. Alle Anstrengungen nahmen wir auf
uns,
um
in eine wunderschöne Märchenwelt einzutauchen und einige Zeit darin
verweilen zu dürfen. Aber auch mein Mädchen kämpfte mit der Schneemenge,
in der sie wie eine "kleine" Doggendame versank. Auf der Wiese, wo sonst
nur
Bauern
ihre Ernte einbringen, versuchte Atlantis, mir mit ihrer Spur im
Neuschnee das Gehen zu erleichtern, was jedoch nur
teilweise
gelang. Brav und geduldig wartete sie jedes mal auf mein Erscheinen, um
dann gemeinsam mit mir weiter zu stapfen. Zurück wanderten wir auf den
Spuren von Eiskristallen dem Auto entgegen, wo wir beide erschöpft, aber
glücklich, die Heimfahrt antraten.
07.02.2005:
Hallo - Schwester Antje mit ihren Zweibeinern Gerti und Hannes sind
angekommen. Was für eine Freude. Mein Mädchen war ganz außer sich und
konnte ihr Temperament gar nicht mehr zügeln.
Ein
erstes Treffen beim Gasthof Strasseder verlief stürmisch und artgerecht.
Bei jeder Gelegenheit forderte Antje mein Mädchen zum Spiel auf und
zeigte ihr, wo es denn lang geht. Es war rührend, mit an zu sehen, wie
sich beide nach einem Jahr Abstinenz wieder erkannten und der
geschwisterlichen
Vereinigung nichts mehr im Wege stand. Atlantis küsste und herzte Antje
auf ihre Art, womit allerdings Antje nicht
immer einverstanden war und es meinem Mädchen auch kund tat. Der Schnee
war angenehm weich, sodass sich unsere Ranken richtig darin balgen und
austoben konnten, um sich zum Abschluss des ersten Treffens doch wieder
uni sono zu vereinigen.
09.02.2005:
Heute
erfolgte der Antrittsbesuch von Antje bei ihrer Schwester Atlantis, bei
dem mein Mädchen mit einem Plüschtiger überrascht wurde. Wie jedes
solcher Unikate betrachtete mein Mädchen auch
dieses
als ihr Baby, welches es zu beschützen galt. "Danke, liebe Schwester, Du
hast mir damit eine große Freude bereitet." Beim anschließenden Spiel im
Garten flogen Antje aufgrund ihres Temperamentes fast die Ohren davon.
Doch immer wieder fanden sich beide friedlich neben einander, wie es
eben bei Geschwistern so üblich ist. Für uns Zweibeiner war es sehr
amüsant, Betrachter dieses Szenarios zu sein. Auch Mama Herta konnte
sich am Spiel der beiden Ranken nicht genug satt sehen.
13.02.2005:
Eine Kaffeejause bei Atlantis war angesagt. Doch am aufgeräumten
Tisch
erhaschten
beide gleichzeitig eine Dose Süßstoff, welche es galt, zu stibitzen.
Obwohl die Hälse länger und die Blicke immer fordernder
wurden, blieb es ausschließlich beim Betrachten dieses so genannten
Kleinodes. Trotzig zogen sie von Dannen. Um doch noch auf ihre Rechnung
zu kommen, wurde
als
bald der Akku aufgeladen und entsprechend gerangelt. Irgendwann, nach
getaner Arbeit, umarmte Atlantis ihre Schwester, um ihr ins Ohr zu
flüstern: "Antje, ich hab' Dich lieb". Ja, auch wir Zweibeiner
waren ob dieser geschwisterlichen Liebe
verzaubert und wurden Betrachter dieses sich immer wiederholenden
Spieles. Aber irgendwann wurde Atlantis müde, streckte ihre Beine von
sich, ließ ihre Schlabberohren hängen und verabschiedete sich mit einem
schnarchenden "Auf wieder sehen".
19.02.2005:
Heute gab ein leckeres Mittagessen,
dessen Duft sich durch alle
Räume ausbreitete.
Um
auch von diesem Duft etwas ab zu bekommen, wurde von Antje und Atlantis
zu aller erst der Garten unsicher gemacht,
wobei
sich unser Gast ihrem Lauf genussvoll hingab. Dabei dürfte Antje eine
für ihre Schwester inspirierende Spur hinterlassen haben. Immer wieder
versuchte Atlantis, an ihrer Schwester herum zu schlawänzeln und auf
Tuchfühlung
zu gehen. Antje, sonst ein Wirbelwind, der ihres gleichen sucht, ließ
die Annäherungsversuche ruhig geschehen. Nach eingehendem Studium
standen sich beide Aug in Aug gegenüber und warteten - da das Wetter
alles andere als einladend war - darauf, von uns Zweibeinern zum Schmaus
gebeten zu werden.
20.02.2005:
Hurra - Gabi mit Gefährtin Zoe gaben uns heute die Ehre.
Als Atlantis Zoe gemeinsam mit Antje erblickte,
war
die Freude so groß, dass ich mein Mädchen kaum mehr halten konnte. Gabi
konnte sich der Liebesbezeugungen von Antje, die sie gerne über
sich ergehen ließ, kaum erwehren. Wie schön, dass sich alle "Drei" so
hervorragend
verstanden.
Im Vergleich zu unseren zwei Ranken war aber Zoe die etwas Schüchternere
und suchte immer wieder die Nähe ihres Frauchens, um so ihre Liebe kund
zu tun,
was
uns allen ein Lächeln entlockte. Auch als Antje und Atlantis versuchten,
Gabi ihre Sympathie auszudrücken, lief Zoe hechtend dazwischen, um
beide in die Schranken zu weisen und so Frauchen zu beschützen.
Nach
Akt
1 folgte die Fortsetzung in Form einer Schneeballerei mal Drei. Endlich
hatten sie fröhlich zu einander gefunden
und
konnten ihrem Spaß frönen und sich austoben. Doch als Zoe genug von der
Rangelei hatte, stellte sie sich Schutz suchend vor Frauchen Gabi, um
sich von ihr beruhigend streicheln zu lassen.
Nach einer Stunde verließen wir gemeinsam Wald und Wiese, um uns bei
Kaffee und Kuchen gemütlich zu unterhalten. In der Gaststube erwies sich
wieder einmal Zoe als die Folgsamste aller Doggen. Brav blieb sie
auf
ihrer Decke liegen und wartete ab, was rund um sie geschah. Hannes
versuchte, liebevoll auf Antje und Atlantis einzuwirken. Beide blickten
ihn doggentreu an und legten sich müde auf ihre Plätzchen. Der Erfolg
hielt
jedoch nur kurze Zeit an. Denn dann erfolgte der Auftritt von Wirtin
Inge in Form einer heißen Trinkschokolade, welche sie Gabi kredenzte.
Husch, sprangen unsere Geschwister auf und versuchten, davon etwas ab zu
schlürfen. Streng, aber liebevoll, tönte beiden ein "Nein" entgegen, was
Antje und Atlantis denn auch zur Kenntnis nehmen mussten.
Das war der Besuch von Gabi mit Zoe, an den wir uns noch gerne erinnern
werden.
Leider hatte auch mich ein grippaler Infekt
erwischt. Und so musste ich den täglichen Treffen mit Gerti, Hannes und
Antje fernbleiben, was allerdings nicht für mein Mädchen galt. Hannes
und Gerti nahmen sich meiner Atlantis an,
in
dem sie Hannes täglich am Vormittag abholte und nach einem ausgiebigen
Spaziergang wieder heim brachte. Wenn mein Mädchen das Auto von Hannes
nur wahrnahm, blickte sie bereits sehnsüchtig und erwartungsvoll zur
Türe. Vertrauensvoll wurde sie dann von Hannes zum Auto geleitet und
ließ sich ohne Murren zu ihrer Schwester Antje entführen. Mein Mädchen
kam offensichtlich auf ihre Rechnung, lag sie doch nach den Mahlzeiten
am Nachmittag auf ihrem Bettchen regungslos flach.
26.02.2005:
Heute hieß es Abschied nehmen und zum letzten Mal wurde Atlantis von
Hannes abgeholt.
27.02.2005:
Atlantis verstand die Welt nicht mehr. "Wo bleibt denn nur Hannes,
ich will zu meiner Schwester Antje." Traurig und zugleich schmachtend
glitt ihr gesenkter Blick durch den Raum, aber es kam niemand. Ich
musste sie immer zu trösten und versuchte zugleich, den Namen "Antje"
nicht zu erwähnen. Doch dann nahm ich sie in die Arme und versprach ihr,
wenn
wir alle gesund bleiben, Schwesterchen Antje im nächsten Jahr sicher
wieder zu sehen. Allerdings verstand dies mein Mädchen offensichtlich
falsch. Spontan lief sie zum Fenster und blickte vergeblich dem
Erscheinen unserer Freunde entgegen. Beim Vorbeifahren der Autos war sie
nicht mehr zu halten, könnte es doch Hannes gewesen sein. Am Abend in
unserem Bettchen nahm ich mein Mädchen ganz lieb in den Arm und erzählte
ihr eine Geschichte. Vielleicht schlummerte sie in Gedanken an Antje
ein, um mit ihr durchs Träumerland zu ziehen.
28.02.2005:
Eine Woche war vergangen, wo ich das Haus hüten musste. Doch am
heutigen Tage
wurden
Atlantis und ich mit einem kleinen Spaziergang auf die nahe gelegene
Wiese belohnt. Mein Mädchen zog unentwegt an der Leine, hätte ihr doch
etwas entgehen können. Bevor sie zu sprinten begann, blickte sie zur
Wiese hinauf, um vielleicht Antje zu erblicken. Sie musste wohl oder
übel mit mir Vorlieb nehmen. Auf der Wiese
angelangt, wälzte sie sich in gewohnter Manier im etwas hart gefrorenen
Schnee. Obwohl es bitter kalt war, frönte sie ausgiebig ihrer
Leidenschaft. Doch dann wieder der traurige Blick ins Leere,
dieses
mal auf die andere Seite, wo uns ein Spaziergeher entgegenkam, der
vielleicht Hannes hätte sein können. Schluss endlich gingen wir in
Eintracht gemeinsam nach Hause, wobei nach einigen Schritten immer
wieder "Stehen bleiben und sehnsüchtig in die Ferne blicken" angesagt
war.
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