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Das Tagebuch der blauen
Dogge Atlantis
November 2004
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01.11.2004:
Allerheiligen, ein Tag der Einkehr, aber auch ein Tag, der unsere
Familien wieder näher zusammenrücken lässt. So geschehen auch bei
uns zu Hause. Wie jedes Jahr wurde eine Sachertorte gebacken, die
sich Schwager Rudi und Monika mit ihren Sohnemännern schmecken
ließen. Aber trotzdem war es heuer ein besonderer Tag.
Denn
Anna-Lisa, der drei Monate alte entzückende Sonnenschein mit Mama
Inge
glänzten
durch ihre Anwesenheit. Und besonders zu erwähnen, meine fast schon
genesene Mama Herta, die durch wieder gewonnenen Elan den
Kaffeetisch in alter Manier unterhielt. Besonders Atlantis genoss
dies sehr, "war doch endlich wieder wer bereit, in neuem Ambiente
meinen Allerwertesten zu liebkosen und zu streicheln".
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03.11.2004:
Es sollte heute einer der letzten warmen und schwülen
Herbsttage werden. Also beschloss ich eine Fahrt ins Blaue, welche
in
Sandl
endete. Dort parkten wir das Auto und schlenderten ziellos den vor
uns liegenden Waldweg entlang. Ein Wald, wo herrlich grünes Moos den
Winter zur Zeit noch nicht Einkehr gebieten lässt. Atlantis genoss
den Gang
durch
den dichten Märchenwald und kam sich darin wie Frauchens Beschützer
vor. Hier oben, wo keiner den anderen stört, nimmt man sich Zeit,
seine Gedanken in Ruhe zu ordnen. Ein am Waldesrand in "Sandler"
Manier künstlerisch gefertigtes Marterl ließ auch dies mit uns
geschehen. Ursprünglich wollte ich eine ausgedehnte Wanderung mit
meinem Mädchen unternehmen, doch der Föhn und die unangenehme
Schwüle im Wald
ließ uns nach einer Stunde wieder umkehren. Beim
Erreichen der Wiese tankten wir auf und labten uns an am Boden
liegenden Äpfeln, die auch Atlantis' Neugier weckten. Natürlich ließ
ich sie an der vorgezogenen Mahlzeit teilhaben, um dann allerdings
rasch nach Hause zu fahren, wo der eigentliche Fressnapf auf sie
wartete.
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09.11.2004:
Ein Blick aus dem Fenster und Atlantis konnte erste Schneeluft
einatmen.
Nach
einem
ausgiebigen Beschnuppern des frisch Angeschneiten und Hinterlassen
ihrer Spuren auf der nahe gelegenen Wiese stapften wir anschließend
los, um eine kleine Runde zu drehen. Atlantis wurde ihrer Freude
nicht mehr Herr und lief wie wild über die Wiese, um die erste
Schneepracht
so
richtig zu
genießen.
Dies führte zu einem Zwischenstop, der dazu ausgenutzt wurde, um
sich einer kleinen Last zu entledigen. So schlenderten wir hinein in
den Wald, wo wir gemütlich unserer Wege zogen, bis uns plötzlich und
unerwartet ein süßer und überhaupt nicht ängstlicher Rehbock
gegenüber stand, der uns mit seinen großen Augen aus nächster Nähe
anblickte. Ich blieb wie angewurzelt stehen,
um
sein weiteres Verhalten zu beobachten. Nach einigen Sekunden stillen
Verweilens zog er gemütlich von Dannen. Beeindruckt von dieser
Begegnung blieb mein Mädchen ruhig neben mir stehen, was natürlich
meinerseits mit viel Lob quittiert wurde. Obwohl bereits vom Schnee
durchnässt, legte Atlantis - ehe wir den Heimweg antraten - noch
eine kleine Rast ein. Vielleicht dachte sie an den neuen Freund im
Wald?
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12.11.2004:
Schnell erholten wir uns wieder vom ersten Schneetreiben,
um bei anhaltendem Hochnebel nach St. Peter in die Sonne zu fahren.
An diesem frühen
Nachmittag
umgab uns eine eigenartige, aber zugleich beruhigende Stimmung. Auf
der Wiese ließ Atlantis ihren Blick in die Ferne schweifen, um ihren
Körper mit den letzten wärmenden Sonnenstrahlen zu verwöhnen. Wir
spazierten am sonnigen Waldrand entlang und bogen anschließend in
den Wald ein, um auf der
anderen
Seite den Heimweg anzutreten. Was uns aber dort erwartete, ließ uns
fassungslos stehen bleiben. Vor einigen Minuten noch strahlender
Sonnenschein, konnte man von Dreissgen nur mehr einen Schimmer
wahrnehmen.
Der Nebel zog in Sekundenschnelle hoch, was mich etwas mulmelig
stimmte und mich zum plötzlichen Aufbruch Richtung Auto veranlasste.
Im Gegensatz zu mir blieb mein Mädchen vom Nebeltreiben
unbeeindruckt und setzte sich zum Abschluss nochmals in das nasse
Gras, als ob sie sagen würde: "Na, mein Frauchen, nicht so schnell,
wovor hast Du denn Angst, ich bin ja bei Dir!" Trotz aller Euphorie
war Atlantis doch froh, im trockenen Auto die Heimfahrt
antreten zu dürfen.
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