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Das Tagebuch der blauen
Dogge Atlantis
Oktober 2004
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01.10.2004:
Ursprünglich wollte ich mit meinem Mädchen einen Spaziergang
durch den Wald unternehmen. Doch die Schwüle dieses Tages, welche
meinen Kreislauf beanspruchte, ließ mich rasch wieder umkehren und
auf einer Bank rasten. Obwohl mich Atlantis verständnislos
anblickte, gesellte sie sich doch zu mir, um sich stolz ablichten zu
lassen. Hier
verweilten
wir einige Zeit und ließen unsere Seelen baumeln. Nach der kurz
eingelegten ungewollten Rast führte uns der Weg nach Hause, wo uns
am Stiegenaufgang die letzten Veilchen entgegenlachten.
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03.10.2004:
Ein wunderschöner Tag mit viel Sonnenschein erwartete uns. Gegen
Mittag,
die
Zeit, wo die meisten Zweibeiner aus dem Teller schlürfen, fuhren
Atlantis und ich nach St. Peter, ließen das Auto stehen, wo uns der
Wegweiser Richtung Dreissgen führte. Die Mittagssonne tat uns beiden
so gut, dass wir gar nicht genug davon abbekommen konnten. Immer
wieder wälzte sich mein Mädchen genussvoll im Gras, das schon
herbstliche
Konturen annimmt. Mit einem Apfel in der Hand und von Zeit zu Zeit
sich der Brombeeren bedienend, schlenderten wir ziellos durch den
Wald. Hier verweilen, so lange es die Zeit erlaubt, hieß die Devise.
Wie
aus einer Auslage blitzten am Waldrand giftige Pilze, die sich aber
ob ihrer Schönheit nicht schämen müssen. Zurückversetzt in meine
Kindheitstage, kletterte ich übermütig einen Hochstand hinauf, um zu
sehen,
wie Atlantis wohl reagieren würde. Na ja, all zu glücklich war sie
nicht darüber. Doch sie blieb brav und abwartend sitzen, blickte
manchmal zu mir hoch, und wartete auf meine Rückkehr, die nicht
allzu lange auf sich warten ließ. Glücklich und zufrieden
durchquerten wir noch einige Wiesen, um dann zu Hause unseren Hunger
zu stillen.
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06.10.2004:
Kurz vor Beginn unserer täglichen Runde hielten wir Stippvisite
bei
Einstein und Vega, die sich - wie könnte es anders sein - um ein
gewisses Spielzeug ritterten. Auch Atlantis wollte sich bei diesem
Spiel "Wer ist der Stärkere" beteiligen, zog aber - wie üblich - den
Kürzeren. Unser
Wirbelwind
Vega war nach einem ausgiebigen Lauf durch die Wiese auch die
Schnellste im Team. Nach diesem Zwischenstopp ging es dann richtig
los. Mein Mädchen hatte mit der frisch beregneten Wiese solche
Freude, dass sie sich unentwegt darauf wälzte. Anschließend stapften
wir den kleinen Hügel hoch
zur
ehemaligen Herrchen-Bank, wo wir kurz rasteten, um ein Zwiegespräch
zu halten. Dies hatte zur Folge, dass mein
Blick auf ein bedecktes Etwas fiel, welches sich bei näherer
Betrachtung als ein Riesenparasol herausstellte. Bei dieser
Gelegenheit wurden wir noch weiterer Sonnenschirme fündig, die
vorsichtig verstaut und zu Hause genussreich vertilgt wurden.
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09.10.2004:
Der Feind in Frauchens Bett:
"Frauchen, es ist doch erst drei Uhr in der Früh
Bitte lass mich noch ein wenig schlafen,"
Ich kuschle mein Gesicht ganz fest in die Bettdecke
und versuche, weiter zu genießen.
Doch Frauchen gibt mir einen Schubs und ich werde wieder wach.
"Unverschämt, warum nur lässt man mich nicht ruhen?"
Nachdem auch Frauchen ihre Stellung neu eingenommen hat,
heißt die Devise " Kopf heraus, es wird gebrummt".

"Frauchen, ich kann nicht einschlafen, mir ist so heiß,
darf ich meine Pratze zu Dir auf die Decke legen?"
Gesagt, getan, nun wurde alles gut und ich schnarchte
Frauchen genüsslich ein kleines Ständchen vor.
Beim Aufwachen:
Oh Schreck, eine nackte Gestalt blickt auf mich herab.
Ich verhalte mich ganz ruhig
und drehe mein Gesicht verschämt zur Seite.
"Frauchen, wo bleibst Du denn?"
Ich wage es nicht, alleine aufzustehen.
In Gedanken bin ich aber bei dem Bild
Ob dieses wohl schon länger an der Wand hängt ..............?"
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10.10.2004:
Die trübe Mittagszeit wurde durch Gabis und Zoes überraschendes
Kommen
erhellt. Gemeinsam trafen wir uns in St. Peter, von wo aus wir in
das geliebte Labach spazierten. Zoe ist eine wunderschöne schlanke
Doggendame,
die
aber von Atlantis zum Spiel erst einmal aufgefordert werden musste.
Doch zu allererst gaben sich beide einem ausgedehnten Beschnuppern
hin. Nach
eingehender
Annäherungsphase ging dann die Post ab und auch Zoe war nicht mehr
zu halten, wobei Wind und Kälte unseren Ranken nichts anhaben
konnte. Leider mussten Atlantis und ich nach einer Stunde umkehren,
was aber Gabi mit Zoe von einer anschließenden längeren Tour nicht
abhalten konnte. Freundin Atlantis blickte sich immer wieder traurig
um und verstand mich und die Welt nicht mehr. Um so größer ist die
Freude auf ein Wiedersehen.
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19.10.2004:
Unsere geliebten Hochlandrinder gaben sich wie wir dem
herbstlichen Sonnenbad hin. Besonders die friedlich in Mutters Schoß
schlummernden Neuankömmlinge hatten es mir angetan. Doch die treuen
Leser dieses Tagebuches wissen natürlich, dass Atlantis zu diesen
Tieren ihren für sie sicheren Abstand hält. Anders
hingegen
verhält sie sich bei unserem Storch, der auch in dieser Jahreszeit
Freistadt die Treue hält und wir ihn jeden Tag auf der Wiese sichten
dürfen. Mein Mädchen, bereits an ihn gewöhnt, wollte gerade heute
mit ihm spielen. Leider ging diese Rechnung nicht auf und Freund
Storch vertschüsste sich in eine andere Richtung, sodass Atlantis
das Nachsehen hatte.
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22.10.2004:
Heute wurde Einstein zu einem Spaziergang nach Dreissgen
abgeholt, wobei uns
Schwanz
wedelnd bereits ein ungeduldiger Empfang bereitet wurde. Beide
spazierten in friedvollem Einklang nebeneinander her, um
immer
wieder Frauchens Vorhaben zu
erkunden. "Wo wird uns Frauchen wohl hin führen?" Gespannt blickten
beide in die selbe Richtung. "Ach ja, vor uns liegt Dreissgen, da
geht es d ann
ab in den Wald zum Bock Au Wirt!" Als wir beim Wegweiser angelangt
sind, wollte Einstein unbedingt diese Richtung einschlagen. Aber mit
Atlantis hatte er die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Mein Mädchen
zeigte ihm auf ihre Art, dass sie mit diesem Wirt nichts am Hut
hatte. Also gab Einstein nach und so zogen wir alle zusammen
friedvoll von Dannen.
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23.10.2004:
Eine wunderbar gezeichnete Herbstlandschaft, wie sie nur von
Mutter Natur dargestellt werden kann, überraschte uns an diesem Tag.
Der Herbst - sein schönster Maler. Beim Betrachten dieser herrlich
verfärbten
Landschaft keimten nicht nur melancholische, ja, auch fröhliche
Erinnerungen auf. Plötzlich, inmitten dieser Gedanken, taucht mit
seinem Herrchen aus dem Nichts ein Labradorweibchen auf, das
Atlantis temperamentvoll zum Spiel aufforderte. Meinem Mädchen
war
diese Begrüßung gar nicht geheuer, ist es doch ansonsten sie es, die
des
"Aufforderns"
gewohnt ist. Aber letzt endlich beugte sie sich dem Temperament der
Dame und genoss mit Weibchen "Unbekannt" das Spiel. Ja, einmal muss
geschieden sein. Nach turbulentem Hick Hack führte uns der Weg
zurück zum Auto, wobei mein Mädchen ihre wohl verdiente Pause
forderte und die Sonnenstrahlen auf ihrer Haut genoss. Noch
sichtlich gezeichnet von der Begegnung stieg Atlantis erschöpft in
das Auto, um zu Hause ihr Nickerchen fort zu setzen und vielleicht
von der Spielgefährtin zu träumen.
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24.10.2004:
Wieder
ein Herbsttag wie aus dem Bilderbuch, der uns nach längerer
Abstinenz nach Rauchenödt nahe Sandl führte. Bei der
Wallfahrtskirche St. Michael ließen wir unser Vehikel stehen und
schlenderten ziellos durch Wald und Wiese. Atlantis war an diesem
Tage besonders ausgelassen und folgsam. Aber nur so lange,
bis
sie den Weidezaun erblickte.
Flugs, war mein Mädchen plötzlich abhanden gekommen.
Ich erspähte sie in einem Versteck am Waldesrand, aus dem sie einmal
nach links und
einmal
nach rechts spähte. Oh, ich treuloses Frauchen, bekam Schluss
endlich einen keifenden Blick zu spüren.
"Ach, Frauchen, Du weißt ja, dass ich Weidezäune nicht mag!"
So spazierten wir weiter zu einer Bank, wo eine ausgiebige
Rast
eingelegt wurde. Ob ich Atlantis vor der Sonne schützen sollte? Also
versuchte ich es mit meinem Steirerhut, den mein Mädchen vehement
ablehnte.
"Was soll ich mit dem Hut, setz ihn doch selber auf." Was denn
auch geschah.
Bevor
wir den Rückweg antraten, wurde noch ausgiebig Versöhnung gefeiert
und so stapften wir denn der Wiese entlang zurück zur Kirche,
wo Frauchen noch eine Kerze anzündete. In diesem Sinne
verabschiedeten wir uns von dem Kleinod und fuhren zurück in die
"Großstadt", um uns der Fütterung hinzugeben.
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