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Das Tagebuch der blauen Dogge Atlantis
Mai  2004

 


  • 02.05.2004:
    Entgegen dem Wetterbericht, der Gott sei Dank nicht immer Recht hat, erwartete uns herrliches Wanderwetter. Wunderbare Blumengebilde leuchteten uns entgegen und markierten den Weg. Mit meinem Mädchen Atlantis zog es mich - vorbei an den Hochlandrindern, die bereits ihr Sonnenbad unter den Bäumen genossen - weiter in den Waldes. Außer einer Rehfamilie und zwei Joggern kreuzte keine Menschen Seele unseren Weg. Unzählige Vögel hielten miteinander Zwiesprache, was auch Atlantis äußerst interessant fand. Am Berg angelangt und schon ein wenig müde, hockte sich mein Mädchen in das satte Gras, um ihren neugierigen Blick rundum schweifen zu lassen. Ist es doch ihre Heimat, der sie sich gegenüber sitzend wieder fand.

  • 03.05.2004:
    Wunderbare Frühlingstage sind jetzt unsere täglichen Begleiter durch die mit Löwenzahn bewachsenen Wiesen. Ja, ja, die Löwen, sie zeigen uns in dieser Zeit ihre gelben Zähne und Atlantis genießt das Bad in der Menge. Blühende Bäume, so weit das Auge reicht, umrahmen den Wonnemonat Mai. Glücklich und munter läuft mein Mädchen durch das heranwachsende Gras. Auch Atlantis hält oft inne und wird Betrachterin dieser einzigartigen Jahreszeit.

  • 05.05.2004:
    Auch am heutigen Tag führte der Weg vorbei an unseren Freunden, den Hochlandrindern,  die sich in ihrer abgezäunten Wiese einem genussvollen Sonnenbad hingaben. Atlantis hingegen, noch immer voller Ehrfurcht und Respekt vor diesen Tieren, spitzte  wachsam und neugierig ihre Ohren, um dann im Gras liegend verklärt den Frühlingsgeräuschen zu lauschen.

  • 09.05.2004:
    Auf ging es mit dem Auto hoch nach St. Peter, von dort aus wir eine ausgedehnte und dem Wetter angepasste Waldrunde starteten. Im kleinen Örtchen Dreissgen wurden wir bereits von einer Herde frisch geschorener Schafe begrüßt, die vergnügt blökend auf uns zu liefen. Bevor wir in den Wald eintauchten, führte uns die Wanderung vorbei an blühenden Bäumen und Sträuchern. Auch mein Mädchen genoss auf ihre Art das Bad im bereits hohen Gras. Ihre gute Laune nahm sie immer wieder zum Anlass, um mir unermüdlich ihre Turnübung "Atlantisrolle" vorzuführen.    Schön, mit an zu sehen, wie sich Atlantis an der ihr angebotenen Natur erfreuen kann. Weiter ging es in den abgeschiedenen Wald, wo ab und zu Rehe und Hasen friedlich unseren Weg kreuzten. In solchen Situationen zeigt mir Atlantis deutlich, dass ich mich voll und ganz auf sie verlassen kann, und ich denke an meinen geliebten Karl Heinz, der für diese meisterliche Erziehung verantwortlich zeigt. Mein Mädchen weicht keinen Meter von mir, denn sie weiß genau, dass in diesem Hort der Ruhe und des Friedens Gehorsam geboten ist. Geht sie dann doch einige Schritte vor mir dahin, bleibt sie immer wieder stehen, um nach mir zu sehen. Besonders an diesem herrlichen Frühlingstag genoss sie den Gang durch den Wald, der uns über einen kleinen Höhenweg vorbei an noch blühenden Bäumen wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt führte.

  • 15.05.2004:
    Bevor das Wetter wieder umschlägt, mussten wir das Schönwetter des Vormittags  zu unserer obligaten Wald- und Wiesenrunde nutzen. Die satten Wiesen, welche sich bereits auf den Sommer vorbereiten,  wechselten ihr Kleid,  was natürlich von Atlantis eingehend begutachtet wurde. Bei dieser ersten Rast hatte sie ein Hochlandjunges im Visier, das gerade ihren noch kleinen Körper zur Reinigung freigab. Doch auch dieses Ritual wurde von meinem Mädchen zwar mit Argusaugen, jedoch mit respektablem Abstand beobachtet. Zu Hause angelangt wartete bereits der viel geliebte und mit Ungeduld erwartete Fressnapf. Um sich jedoch darauf einzustimmen, wurde dem hauseigenen Garten ein Kurzbesuch abgestattet und zum Leidwesen von meinem Mädchen der anwachsende Rasen gegossen. Denn kaum erblickte Atlantis den Schlauch, zog sie auch schon ihren Schwanz ein und war verschwunden.
    Am Nachmittag dann das Wetter, was uns alle zum Schlafen einlud. Lisa, eines meiner drei Samtpfötchen, verkroch sich in einem eigenen Katzeniglu und blickte verschlafen durch den Raum. Laura dagegen, zog den für sie eigens gepolsterten Sessel des Obergeschosses vor. Und wo war mein großer Kater Benjamin? Natürlich auf seinem Lieblingsplatz beim Fenster, wo er mich bereits gähnend begrüßte, um aber bei meinem Anblick gleich wieder weiter zu schlafen. Ich für meinen Teil machte es mir bei Atlantis im Wohnzimmer gemütlich und beide genossen wir den wohlverdienten Nachmittagsschlaf.

  • 16.05.2004:
    Ein Sonntag im Mai, der  "fast" alle Wünsche offen ließ. Wind, Kälte, Regen und versteckte Sonnenstrahlen wechselten sich von Minute zu Minute ab. Einziger Lichtblick war der nette Besuch in Form von Schwager Rudi mit Monika und Vierbeiner Aiko, Sohnemann Markus mit Inge, und natürlich Mama Herta. Wir feierten in gemütlicher Runde den Geburtstag von Monika und saßen so lange bei Kaffee und Sachertorte beisammen, bis es Rudi auf seinem Sitzfleisch nicht mehr aushielt. Gemeinsam mit Aiko brachen sie zu einem Spaziergang auf, dem sich Markus mit meinem Mädchen anschloss. Atlantis, von Aiko noch ein wenig gewöhnungsbedürftig ins Visier genommen, ließ sich brav und folgsam von Markus führen. Doch auf der Wiese gab es dann die ersten Annäherungsversuche. Einige Hundetreffen mehr, und beide hätten ihren Spaß miteinander. Nach einer halben Stunde kamen Zwei- und Vierbeiner von einem Regenguss überrascht verfrüht nach Hause und freuten sich auf eine Jause.

  • 17.05.2004:
    Endlich hat sich das Wetter ein wenig beruhigt. Am Vormittag stapften Atlantis und ich gemütlich den Kreuzweg nach St. Peter hoch. Der Regen der letzten Tage hat jedoch Mutter Natur nichts anhaben können, im Gegenteil. Wiesen und Bäume erstrahlten im satten Grün, woran auch mein Mädchen offensichtlich Gefallen fand. Glücklich ließ sie sich nieder, um ihren Blick in die Ferne schweifen zu lassen. Im Wald angekommen, schnupperte Atlantis so lange nach etwas Bestimmten, bis sie endlich fündig wurde. Verbissen hielt sie ein Stück des ersehnten Holzes zwischen ihren Lefzen, das sie nicht mehr gewillt war, loszulassen. Immer wieder rannte sie vergnügt hin und her, ohne sich dabei zu verletzen. Doch auf der Wiese bei unseren Freunden  war es mit Atlantis' Courage vorbei. Obwohl wir von einem entzückenden Jungrind herzlich willkommen geheißen wurden, lief mein Mädchen über einen Umweg in Richtung heimatliche Gefilde.

  • 24.05.2004:
    Wiederum ein Tag, der uns zu einem Spaziergang einlud. Atlantis genoss den Lauf der Wiese entlang, der uns hinauf in den Wald führen sollte. Doch vorher schlichen wir noch an unseren schlafenden Freunden vorbei. Diese Begrüßung wurde natürlich von meinem Mädchen kaltschnäuzig ignoriert. Etwas anderem, viel Interessanterem sahen wir uns plötzlich gegenüberstehen. Ein entzückender Rehbock blickte uns von weitem so lange angstlos in die Augen, bis er sich abwendete und zu seinem Rudel gesellte. Und wie reagierte Atlantis? Sie setze sich brav in die Wiese, um das liebliche Wesen zu begutachten, und dann auf mein Geheiß wartend, unseren Spaziergang fortzusetzen.

  • 25.05.2004:
    Auch dieser Tag musste zu einer ausgedehnten Wiesenrunde ausgenutzt werden. Mein Mädchen tobte sich auf der Wiese nach Herzens Lust aus. Immer wieder sprintete sie nicht müde werdend hin und her, um sich anschließend von mir belohnen zu lassen. Kopflos, aber mit der Natur im Einklang, genoss sie ihre gekonnten Turnübungen. Für mich ist es immer wieder ein Erlebnis zu beobachten, mit welcher Hingabe Atlantis dieses Ritual vollzieht und wie wohl sie sich dann fühlt. "Danke, Mutter Erde, dass es mir bei Dir so gut geht"!

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