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Das Tagebuch der blauen
Dogge Atlantis
April 2004
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02.04.2004:

Heute war auch das Halstuch kein Hinderungsgrund, um endlich
wieder einmal mit einem kleinen Vierbeiner auf der Wiese
herumzutoben, was allerdings einiger Überredungskunst dessen
Herrchens bedurfte. Aber als die erste Hürde überwunden war, gab es
für Max, einem entzückenden Rüden, kein Tabu mehr, und beide sausten
ausgelassen umher. Um zu sehen, ob unsere Hochlandrinder wieder von
Nachwuchs
beglückt wurden, statteten wir ihnen einen kurzen Besuch ab; und
tatsächlich - inmitten der Rinderschar blickte uns ein Winzling,
bereits mit einer Nummer bedacht, mit seinen Kulleraugen liebevoll
an. Ja, mein Lieber, an uns wirst Du Dich wohl oder übel gewöhnen
müssen.
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04.04.2004:
Ein Wuff, Wuff, an alle Tagebuchleser. Kaum zu glauben, aber
heute, auf den Tag genau, bin ich drei Jahre alt, was mich sehr
stolz macht. Stolz deshalb, da ich ein so liebes Frauchen mein Eigen
nennen darf. Sie bemüht sich so sehr, mir ein guter Partner zu sein,
wofür ich ihr an dieser Stelle danken möchte. Zu Mittag roch es in
der Küche bereits verführerisch und ich konnte mich von diesem Ort
gar nicht mehr trennen, wusste ich doch, dass ich etwas von dem
Guten abbekommen würde.
Also
setzte ich mich erwartungsvoll zu Frauchen und wartete, wartete
..................... und endlich kam die Überraschung in Form eines
Tellers, gefüllt mit
herrlich
duftender Hühnersuppe. Natürlich ließ ich mich nicht lange bitten,
streckte meinen noch etwas behinderten Kopf in die Schüssel und
schlürfte diese genussvoll leer, um anschließend meinem Magen die
verdiente Ruhe zu gönnen.
Meinen lieben Geschwistern wünsche ich an dieser Stelle auch alles
Liebe und bedanke mich für die Glückwünsche im Gästebuch.
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05.04.2004:
In der Hoffnung auf ein Neugeborenes, führte unser Weg wiederum
an den Hochlandrindern vorbei - und wir wurden nicht enttäuscht.
Noch aalglatt und schwach auf den Beinen dürfte in der letzten
halben Stunde auf diesem ach so fruchtbaren Boden ein Hochlandrind
das Licht
der
Welt erblickt haben. Ich konnte mich von dem niedlichen Anblick
nicht genug satt sehen. Immer wieder drückte ich auf den Auslöser,
um
dieses
einmalige Erlebnis festzuhalten. Der neue Erdenbürger wurde von der
Mutter willkommen geheißen und dabei liebevoll geherzt. Für das
Kleine war natürlich alles an Mutter interessant, besonders der
....................! Schade, dass wir genau diese eine halbe Stunde
zu spät gekommen sind. Dann wäre es für Atlantis die erste Geburt
gewesen, die sie mit ansehen hätte dürfen. Aber mein Mädchen hielt
sich wohlweislich im Hintergrund, hat sie doch vor diesen Tieren
immerzu Respekt - bis zum heutigen Tage. Ein Stück vom trennenden
elektrisch geladenen Weidezaun war durchbrochen und so der Weg zu
den
Tieren
frei, was ich natürlich genutzt habe, nicht ahnend, dass Atlantis
ebenfalls die Neugier gepackt hatte. Beide, Mutter und Neugeborenes
blickten meinem Mädchen bereits fest in die Augen, um dann von der
Mutter, die ihre Kleine natürlich beschützen
wollte,
handfest in die Flucht geschlagen zu werden. Dieser Ausrutscher
hätte beinahe fatale Folgen gehabt. Gut, dass es nur mit einem
kleinen, aber bestimmten Stupser geendet hat. Dieser ließ aber
Atlantis im Nu auf den Berg hinauflaufen, von wo ich sie mit viel
Überredungskunst und angeleint herunterholen musste. Wieder um eine
Erfahrung reicher, stapften wir schaumgebremst nach Hause.
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06.04.2004:
Heute war es endlich so weit. Atlantis wurde der Sonnenschirm
abmontiert. Als ob sie es gespürt hat, wohin die heutige Fahrt uns
führt, fing sie bereits zu Hause beim Leine anlegen zu zittern an.
Auch der sonst notwendige und täglich durchgeführte Morgenbesuch im
Garten fiel ihrer Angst zum Opfer. Doch dann beruhigte sie sich im
Beisein von Edith, die uns nach Linz begleitete. Den Onkel Doktor
bereits in ihr Herz geschlossen, ließ sie die ganze Prozedur des
Nähte Ziehens anstandslos über sich ergehen. Im Wartezimmer blickte
sie mich immer wieder fragend an:
"Na, mein Frauchen, wie gefalle ich Dir jetzt mit meinen neu
geformten Augenlidern?" "Ist doch eh klar, dass Du jetzt die
Schönste im Lande bist, mein Mädchen."
Gut
gelaunt fuhren wir heimwärts, wo dann alles Notwendige,
wie
der Gartenbesuch und das eifrige Leeren des Fressnapfes, nachgeholt
wurde. Mit noch leicht gerötetem Blick sah sie mich an, um dann ins
Land der Träume hinüberzuschnarchen.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön unserem lieben Herrn
Doktor mit seinem einfühlsamen Team.
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08.04.2004:
Wind und anhaltender Regen, also richtiges Aprilwetter,
brauchten nicht viel Überredungskunst, des Hauses Gemütlichkeit zu
genießen. Außerdem wollte ich die
Äuglein
meines Mädchens noch etwas schonen. Also
begnügte
sich Atlantis mit ihrem ach so geliebten Stoffknochen, den sie nicht
mehr zu teilen bereit war, wovon sie auch der anschließende
Mittagsschlaf nicht abbringen konnte. Dieses Kleinod fest und
liebevoll mit ihrer Pfote umarmend, schlief sie friedlich ein.
Auch
unser Samtpfötchen Laura, die Anschmiegsame, genoss die
Ruhe
im Haus auf ihre Art, wobei sie zuerst auf der Suche nach Essbarem
den Tisch unsicher machte. Etwas ratlos blieb sich noch darauf
sitzen, um anschließend ihrer Spielkordel in meiner Hand fündig zu
werden und so ihren Hunger zu befriedigen.
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09.04.2004:
Warm angezogen und dem Wetter angepasst gingen wir zusammen
mit
Freundin
Vega und Frauchen Birgit auf die Wiese. Bei dieser Gelegenheit
besuchten wir die in den vergangenen Wochen neu geborenen
Hochlandrinder, die in Mutters Nähe Schutz suchend friedlich
schliefen.
Am Weg nach Hause lief uns Freund Max mit seinem Herrchen über den
Weg und so wurde zum Abschluss nochmals ausgiebig herumgetobt, wobei
die Jagd nach Max Atlantis im Sog von Vega aufnahm.
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10.04.2004:
Am Nachmittag erhielten wir Besuch von Schwager Rudi und Monika
mit ihrer entzückenden Aiko, sowie Cousine Edith mit Ehemann Robert.
Um sich aneinander etwas zu nähern, mussten sich unsere Ranken im
Garten erst ausgiebig beschnuppern, was zur Folge hatte, das
Atlantis von Aiko eher skeptisch
begutachtet
wurde. Zum einen, weil mein Mädchen Aiko an Statur doch etwas
überragt, was allerdings für Atlantis kein Hinderungsgrund wäre, mit
ihrer Freundin zu turteln und zu spielen. Doch für ein besseres
Kennen lernen,
sollte
Schwager Rudi doch öfters mit seiner Kleinen zu Besuch kommen. So
zog es Aiko vor, den im Garten geschmückten Osterstrauch alleine zu
betrachten. Beim anschließenden Kaffeeplausch suchte Aiko in der
Nähe von ihrem Herrchen Schutz und Geborgenheit. Na, liebe Aiko,
bald wirst auch Du diese Hürde in Gestalt einer blauen Dogge
überwunden haben.
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11.04.2004:
Regen und Kälte ließen uns im warmen und gemütlichen Heim,
verbunden mit harmonischen Besuchen bei Freunden und Verwandten, den
Ostersonntag verbringen. Neugierig gesellte sich dem obligaten Eier
Becken auch Atlantis dazu. Nein, Eier
bekam
sie keine, aber mit einigen Blättern saftigen Bärlauchschinken, den
sie genüsslich auf ihrer schmatzenden Zunge zergehen ließ, wurde
auch sie bedacht. Die Überraschung war groß, als sie zu späterer
Stunde noch ein geräuchertes Schweinsohr verabreicht bekam, welches
sie liebevoll haltend langsam vertilgte. In diesem Sinne durfte auch
mein Mädchen dieses heutige Fest der Freude mitfeiern.
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15.04.2004:
Frühlingserwachen überall, wo man hinblickt - besonders
auf
meines Mädchens Hinterteil. Auch Atlantis entwickelte derartige
Gefühle und harrte dem Teich entlang vergebens eines Spielgefährten.
"Vielleicht haben sich meine Wasserratten Einstein und Vega im
kühlen Nass versteckt?" Nachdem die Spurensuche meines Mädchens
ergebnislos verlief, stellte sie
sich
trotzig und gegen den Himmel blickend beim Waldrand auf, um
vielleicht doch noch eines Gefährten fündig zu werden. Als auch
diese Aktion ergebnislos verlief, begnügte sie sich mit meiner
Anwesenheit, die sich, von Frühjahrsmüdigkeit geplagt, den Berg
langsam hoch schleppte. Aber auch Atlantis musste sich
erst
an unser Frühjahrswandern gewöhnen. Demonstrativ ließ sie ihren
Körper auf die Wiese gleiten, um mir anzuzeigen, dass jetzt eine
längere Rast gefragt ist. Na ja, dieser Art von
Frühlingserwachen machtlos gegenüber stehend, ließ ich sie gewähren
und schloss mich ihrem Wunsche gerne an.
Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Freund Christof, der mir
meinen PC wieder auf Fordermann bringen konnte, sodass ich wieder
online arbeiten kann.
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16.04.2004:
Nach längerer Zeit führte uns der Weg wieder einmal in den
bereits Frühlingsdüfte ausspeienden Wald, vorbei an Freund Bello,
einem kleinen Mischlingsrüden. Sich vor Atlantis noch immer
fürchtend, wurden wir von seinem herzzerreißenden Bellen bis zum
Waldrand begleitet. Besonders Atlantis genoss am heutigen
Tage
diesen ausgiebigen Spaziergang, kreuzten doch einige bekannte
Waldfreunde, die Rehe, unseren Weg. An der höchsten Waldstelle wurde
eine kurze Rast eingelegt, ehe wir über den neu angelegten
Weideplatz der Hochlandrinder unterhalb der Ruine den Heimweg
antraten.
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17.04.2004:
Endlich ist es uns gelungen, Freund Einstein als Spielgefährten
mit
Frauchen
Margareta zu einem gemeinsamen Spaziergang zu gewinnen. Die
Vorfreude genießend, lief Atlantis immer wieder ausgelassen hin- und
her. Beide verstehen sich so gut, dass sie sich am
Ende
der Schihangwiese uni sono einem ausgiebigen Sonnenbad hingaben. Was
nach getaner Arbeit natürlich nicht ausbleiben durfte, war ein
mitgebrachtes "Gutes" von Verwöhntante Margareta. Beide, sowohl
Atlantis, als auch Einstein, wurden Nutznießer dieser gelungenen
Überraschung.
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22.04.2004:
Heute wurde ich im Beisein von Atlantis und Samtpfötchen
Benjamin
sanft,
aber bestimmt, aus dem Bett gejagt. Beide ließen es sich jedoch
nicht nehmen, in Eintracht ihren Schlaf noch ein Weilchen
fortzusetzen.
Gartenarbeit ist nun angesagt und Frauchen ist müde. Damit aber
Atlantis dabei nicht zu kurz kommt, unternehmen wir einen feinen
Spaziergang auf die nahe gelegene Wiese. Nachdem uns immer wieder
Artgenossen über den Weg laufen, kommt auch mein Mädchen auf ihre
Rechnung und hat Spaß mit ihren spielenden Freunden.
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25.04.2004:
Wieder eine Spritztour in Begleitung mit Einstein war angesagt,
bei der unsere Ranken
von
ihrer lieben, kleinen Freundin Sissi herzlich
begrüßt
wurden. Zu aller erst wurde Sissi von Einstein ausgiebig
beschnuppert und natürlich - wie könnte es anders sein - auch von
Atlantis neugierig geherzt.
Sissi war von beiden so angetan, dass sie alle ihr angedeihenden
Liebkosungen genussvoll über
sich
ergehen ließ. Anschließend begegneten wir einem reinrassigen Berner
Sennenhund, der mit Atlantis und Einstein seine liebe Freude hatte
und kurzfristig das Tempo angab.
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28.04.2004:
Eine
längere Wanderung stand heute auf dem Programm. Zu Beginn
beschnupperte Atlantis zwei stolz gewachsene Blumen,
deren
duftende Ausstrahlung es ihr offensichtlich angetan hatten. Beim
Waldteich angelangt, wurden wir Zeugen, wie drei Wildenten nach
einem ausgiebigen Bad bei unserem Anblick das Gewässer im
Eilflug
überquerten. Weiter führte uns der steile Weg den Wald hinauf
Richtung St. Peter, wo wir bei der Marienkapelle eine kleine Rast
einlegten und gemeinsam einen Apfel verzehrten. Etwas mehr Kondition
würde mir nicht schaden, aber der Frühling hat ja erst begonnen.
Mein Mädchen zeigte
es
mir vor, wie man ohne Anstrengung den Berg erklimmen kann. In St.
Peter angelangt, war Atlantis von der märchenhaften Kulisse so
begeistert,
dass
sie mir den Rücken zuwandte, um ein leises Gebet gegen die Kirche zu
wuffen. Endlich machten sich auch in diesem kleinen Ort hoch
oben am Berg die ersten Frühlingsboten in Form von blühenden
Sträuchern und Bäumen bemerkbar. Der Pfad führte uns weiter nach
Dreissgen, wo wir über Wiesen und weiter durch den Wald unseren
Heimweg antraten. Vorher legten wir jedoch bei Herrchens Bank
nochmals eine besinnliche kurze Rast ein, um meine Gedanken in
Erinnerung an vergangene Zeiten in die Ferne schweifen zu
lassen.
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