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Das Tagebuch der blauen Dogge Atlantis
Jänner 2004

 


  • 01.01.2004:
    Herzlich willkommen, Du Neues Jahr. Aber auch herzlich und mit Freuden willkommen, Ihr Könige. Nein, nicht die heiligen drei Könige, sondern unsere Freunde aus Leipzig, Bärbel und Jörg König mit ihren Sohnemännern Christian und Ralf sowie Gabi aus Linz samt ihrer süßen Zoe.
    Nachdem das Königsrudel den Silvesterabend bei Gabi in Linz verbrachte, war es mir ein echtes Anliegen, sie am Neujahrstag nach Freistadt einzuladen. Der Besuch meiner Freunde war aber noch mit einem tieferen Sinn verbunden.
    Brian, ihre gelbe deutsche Dogge und der Liebling der Familie, musste aus gesundheitlichen Gründen vor kurzem über die Regenbogenbrücke gehen. Atlantis und auch ich verloren dadurch einen lieb gewonnenen Freund und waren sehr traurig über diesen Verlust. Brian und unserem unvergesslichen Nero sowie Karl-Heinz haben wir es zu verdanken, dass zwischen der Königsfamilie und uns eine tiefe Freundschaft entstand, welche ich nicht mehr missen möchte.
    Nun hatte das Schicksal seine Hand im Spiel. Durch Zufall erfuhren wir von einem dreijährigen gestromten Doggenrüden, der in einer erfahrenen und liebevollen Familie ein neues Zuhause finden und heute das erste mal Bekanntschaft mit meinen Freunden schließen sollte. Gesagt, getan.
    Beim Mittagessen wurde natürlich ausgiebig über BRUTUS diskutiert und alle freuten wir uns schon auf sein Erscheinen. Aber zuerst wurde natürlich Atlantis liebevoll begrüßt und geherzt. Sie konnte es schon gar nicht mehr erwarten, ihre lieben Freunde knuddeln zu können. Mein Mädchen wurde mit einem Spielball überrascht, mit dem sie sofort Freundschaft schloss und ihn sogleich als ihr Eigentum verteidigte. Nachdem wir unsere wichtigsten Neuigkeiten ausgetauscht hatten, fuhren Bärbel, Christian und Ralf los, um Brutus von seiner Familie zum ersten Kennen lernen abzuholen. 
    Wir verabredeten uns im verschneiten St. Peter beim Gasthaus Brunngraber, wo sich auch Maria aus Sandl mit ihrem Bruno dazugesellte. Oh, war das spannend, als Brutus aus dem Auto stieg und vorgezeigt wurde. Trotz der imposanten Erscheinung blickten mich zwei treuherzige Augen an, deren Zauber ich mich nicht mehr entziehen konnte. Brutus erinnerte mich wahrscheinlich in gewissen Zügen an unseren unvergesslichen Nero. Nach der ersten Begrüßungsphase spazierten wir durch den Schnee in Richtung Labach. Gespannt waren wir, wie sich die Hunde untereinander verstehen würden. Atlantis und Brutus schnupperten sich immer wieder neugierig ab und gingen dann friedlich ihrer Wege. Anders gesehen bei Zoe, wo die Liebe eingeschlagen haben dürfte. Immer wieder suchte Brutus die Nähe von Zoe, um dann kurz bei ihr zu verweilen ("Verweile doch, Du bist so schön"). Dies war sicher der Grund, warum er Bruno mit gemischten Gefühlen gegenübertrat. Ja, ja, die Eifersucht, die Leiden sucht. Doch dann wurde im Schnee Versöhnung gefeiert und alle vier Ranken genossen wie aus einem Guss das Spiel im Schnee.
    Bevor die Dämmerung hereinbrach und wir nach Hause fuhren, verabschiedeten wir uns von Bruno und seinem Frauchen mit dem Vorsatz, uns in zwei Tagen in Sandl wieder zu sehen.
    Zu Hause angekommen, wurde Brutus eine Matratze von Atlantis zur Verfügung gestellt, auf der er sich wohl fühlte und auch ein wenig die Augenlider fallen ließ. Zoe machte es sich wie üblich auf dem Bettchen von Atlantis gemütlich, wobei die ihrerseits sich unter der Bank verkroch, um beim Kaffeetisch ja nichts zu versäumen. Bevor Brutus zu seinen Besitzern zurückgefahren wurde, gab es noch eine herzliche Umarmung für Chris und alle Anwesenden waren von einem vollen Erfolg des ersten Treffens angetan und  freuten sich bereits auf den nächsten Tag mit dem neuen Gefährten.

  • 02.01.2004:
    Nach einem ausgiebigen am späten Vormittag eingenommenen Frühstück gesellte sich die Jugend aus Linz kommend zu uns. Abermals wurde Brutus zu einem Spaziergang abgeholt und ab ging es dieses mal auf die nahe gelegene Wiese, wo sich Brutus gemeinsam mit Atlantis und Zoe austoben konnte. Voller Eintracht spazierten sie zu Dritt durch den tiefen Schnee. Allen voran als Hausherrin Atlantis, gefolgt von Brutus und Zoe. Von Christian wurden sie dann aufgefordert, mit einem von Kindern gebauten Schneemann Bekanntschaft zu machen, wobei sie sich nicht einig waren, wer zuerst das Ungetüm in Angriff nehmen sollte. Einigkeit verspürte man hingegen beim gegenseitigen Beschnuppern, zu dem sich heute auch Atlantis dazugesellte. Na ja, mit zwei Mädels lässt es sich eben besser leben. Nach getaner Arbeit stolzierte Brutus allerdings alleine durch den Schnee. Am Teich vorbei, ging es anschließend wieder nach Hause, wo man es sich bei Kaffee und Kuchen gemütlich machte. Brutus mit einbezogen wurde man das Gefühl nicht los, dass er schon zu unserer Doggenfamilie gehörte. Nachdem sich natürlich in diesen Tagen "fast" alles um Brutus drehte, wurde ein weiteres Treffen am nächsten Tag im Mühlviertel vereinbart.

  • 03.01.2004:
    Heute hieß es endgültig Abschied nehmen. Zum einen von meinen lieben Freunden aus Leipzig, und zum anderen von Brutus, der heute nochmals kurz auf Stippvisite in Freistadt mit seiner hoffentlich neuen Familie vorbeikam. Als Atlantis den Motor des Autos vernahm, sprang sie sofort auf die Fensterbank, um ihre Freunde zu begrüßen. Leider war nur Zeit für ein kurzes Abschied nehmen, da Brutus wieder nach Hause gebracht werden musste und meine Freunde weiter nach Sandl zu Maria und ihrer Familie fuhren. Mein Mädchen und ich haben Brutus bereits ganz fest in unser Herz geschlossen und hoffen natürlich auf eine glückliche Vereinigung zwischen Mensch und Tier.

  • 04.01.2004:
    Mein Mädchen und ich waren heute sehr traurig. Keine Freunde, die uns durch den herrlich verschneiten Winterwald begleiteten. Atlantis stapfte durch den tiefen Schnee und kam sich dabei ganz verlassen vor. In diesem Moment hielt ein Jeep mit zwei Jagdaufsehern an, die mich auf das in Kraft getretene neue Hundegesetzt aufmerksam machten, indem sie mich darauf hinwiesen, dass Hunde an der Leine zu führen sind. Entsetzt wehrte ich mich dagegen, Atlantis in der freien Natur auf Wiese und Feld anleinen zu müssen. Beide Aufseher zeigten sogar dafür Verständnis, erhoben jedoch gegen jene Hundebesitzer Vorwürfe, die ihre Vierbeiner nicht zur Raison bringen können. Nach einer längeren Diskussion ging ich mit Atlantis des Weges weiter in den Wald, wo uns niemand mehr stören konnte, aber ohne Leine.
    In diesem Moment überkam mich eine unendliche Traurigkeit. Kann ich denn meinem Liebling eine artgerechte Freiheit nicht mehr ermöglichen? Atlantis ist so brav und weicht keinen Moment vom Weg ab. Die Gesetze können schon sehr grausam sein. Wenn ich mein Mädchen so glücklich und fragend im Wald sitzen sehe, dann weiß ich, was ich in Zukunft zu tun habe. Ich werde ihr nach wie vor die Freiheit ermöglichen, die sie sich verdient, nämlich ein Leben ohne Leine und Maulkorb. Leine nur dann, wenn es der Gesetzgeber unbedingt verlangt und niemand anderer gefährdet ist.
    Es heißt, die Hunde sind unberechenbar - und die Menschen?


     

  • 05.01.2004:
    Am späten Vormittag lag über Freistadt eine eigenartige und trostlose Stimmung, welche sich dann zur Mittagszeit in einen starken Schneesturm verwandelte. Ich ließ mich jedoch davon nicht anstecken und kaufte mir spontan eine lange Schneejacke, die ich - als sich der Sturm etwas legte - mit Atlantis gleich einweihte. Allerdings zogen wir uns nach einer guten viertel Stunde wieder in unsere warme Stube zurück und ließen es dabei bewenden.

  • 06.01.2004:
    Ein herrlicher Dreikönigstag, welcher sich bereits am Vorabend durch Vollmond und sternenklaren Himmel bei minus 26 Grad abzeichnete, erwartete uns. Was blieb  mir anderes übrig, als mich warm anzuziehen und mit meinem Mädchen nach St. Peter zu fahren, wo wir von einer tief verschneiten Winterlandschaft, gepaart mit viel Pulverschnee, verzaubert wurden. Atlantis erfreute sich immer wieder an den herabhängenden Ästen und genoss wie eine Königin den leichten Neuschnee.
    Wir stapften langsam durch das tiefe Weiß, um beim anschließenden Ort Dreißgen rechts abzuzweigen. Da ich diese Route mit Atlantis noch nie gegangen bin, waren wir daher voller Erwartung. Immer mehr versanken wir in den Schnee und mussten uns anhand der Fußabdrücke von Reh und Hase orientieren. Wie Rübezahl im Märchenwald kam ich mir vor und blieb immer wieder stehen, um die unvergleichliche Schönheit der Natur zu bestaunen. Der Weg führte uns an schwer mit Schnee behangenen Bäumen vorbei, wobei wir dann doch einen mir vertrauten Pfad fanden, der uns zur Waldandacht führte, wo ich mit Atlantis einige Zeit in Gedanken verweilte. Gut gelaunt und frohen Sinnes traten wir den Rückweg an. Obwohl es  für Atlantis doch sehr anstrengend war, hatte sie viel Spaß an dieser Wanderung. Jedes Fleckchen Schnee betrachtete sie voller Entzücken, lief immer wieder vergnügt neben mir her, ohne das ihr erlaubte Terrain zu verlassen. Die Jagdaufseher hätten ihre wahre Freude mit meinem Mädchen.
    Nun hatten wir noch das letzte steile Waldstück vor uns, das auch von Frauchen mit Bravour gemeistert wurde, und uns nach zwei und einer halben Stunde am Marterl vorbei wieder zum Auto zurückbrachte.
    Entspannt, aber doch etwas müde, ließen wir zu Hause unsere Seelen baumeln und waren glücklich, diese Dreikönigswanderung gegangen zu sein. Zwei meiner Samtpfötchen, Laura und Lisa, hatten es sich in der Zwischenzeit gemütlich gemacht und betrachteten uns aus ihren müden Augen, wobei Benjamin unauffindbar war. Atlantis bekam zur Belohnung einige Knabberlis, legte sich anschließend auf ihr Bettchen, um dann einzuschlafen und schnarchend vielleicht von der Schönheit des heutigen Tages zu träumen.

  • 08.01.2004:
    Mein Blick aus dem Fenster verriet wiederum einen Bilderbuchtag. In der Stadt wurden noch einige Erledigungen getätigt, um dann schon mein ungeduldig auf mich wartendes Mädchen auf diesen Spaziergang einzustimmen.  Atlantis und ich setzten unsere Spuren in den stark verschneiten Waldweg, der an der Kirche von St. Peter vorbeiführte. Nachdem zu diesem Zeitpunkt der Schilift Mittagspause hielt, konnten wir das Gelände in Ruhe betreten, ohne dabei Kinder zu belästigen. Etwas erschöpft kamen wir in St. Peter an, wobei es sich mein Mädchen im Schnee gemütlich machte. Eine Neuschneedecke von 30 cm lag über der Wiese, die uns das Weitergehen zusehends erschwerte. Nach längerer Pause wollte ich meinem Freund Hansi und seiner Kuh einen Besuch abstatten, der Dank Atlantis' Respekt allerdings nur aus einer bestimmten Entfernung vorbei an der vom Jäger liebevoll ausgelegten Futterkrippe erfolgen konnte. Schön mit anzusehen, wie sich die Tiere in diesem Gehege wohl fühlen. Der Weg führte uns weiter über eine lang gestreckte Wiese oberhalb des Schihanges hinein in den nächsten Wald. Von dort stapften wir gemütlich an den uns so vertrauten Hochlandrindern vorbei nach Hause.

  • 09.01.2004:
    Leider kam Atlantis heute nicht so ganz auf ihre Kosten. Der Staub, welcher sich über die Feiertage im Haus ansammelte, musste auch wieder einmal entfernt werden - und das war eben heute der Fall. Schon beim Anblick des Staubsaugers trat mein Mädchen den Rückzug an, der sie auch ab und zu in den Garten führte und wo sie sich mit ihrem neuen Ball abreagieren konnte. Da dieser sich immer wieder  im Neuschnee vergrub, wurde mein Mädchen angehalten, ihn auch dort zu suchen. So verging für Atlantis der Putztag ohne besondere Erlebnisse, außer, dass sie ihrem frischen Bettchen frönen durfte.

  • 11.01.2004:
    Nach zwei Tagen Abstinenz wurde der Motor von Atlantis heute wieder gestartet. Der Motor wurde angelassen und ab ging es auf die Wiese, wo mein Mädchen ihren Bedarf an Laufübungen nachholte. Weiter ging es den Hang hinauf, wobei wir von den Jagdaufsehern mit dem Auto durch ein freundliches Winken begrüßt wurden. Nach einer kleinen Runde fuhren sie wiederum mit einem Lächeln an uns vorbei. Diese Reaktion der beiden Beamten war am heutigen Tage eine positive Erfahrung für mich. Da das Wetter nicht sehr einladend war, spazierten wir noch weiter in den Wald hinein,  hielten uns dort ein wenig auf, um dann gut gelaunt nach Hause zu stapfen, wo das von Mama Herta zubereitete Essen schon auf uns wartete. Es gab gekochtes Rindfleisch, von dem Atlantis ihren Anteil bekam und ihn mit Freuden hinunterschmatzte.

  • 14.01.2004:
    Endlich fanden wir Zeit, gemeinsam mit unserem Freund Einstein und seinem Frauchen den ersten Spaziergang im neuen Jahr zu absolvieren. Obwohl das Wetter zu wünschen übrig ließ, starteten wir durch und gingen zum Schilift, der zur Zeit ob des Tauwetters nicht in Betrieb ist. Doch für unsere zwei Ranken gab es Schnee genug, um sich darin auszutoben. Besonders Atlantis war nicht zu halten. Immer wieder pirschte sie sich langsam an Einstein heran, um ihn dann zärtlich und liebevoll zum Spiel aufzufordern. "Genug des Guten": sagte sich Einstein und zog sich zu seinem Frauchen zurück und Atlantis hatte das Nachsehen. Als wir von einem starken Schneesturm überrascht wurden, gingen wir schnellen Schrittes zurück nach Hause. Und siehe da, als wir das Haus betraten und uns die Nässe abschüttelten, zeigte sich die liebe Frau Sonne in ihrem prächtigsten Kleid, was mein Mädchen veranlasste, sich ein Sonnenbad am Teppich zu genehmigen.

  • 16.01.2004:
    Nach einem Faulenzertag taten Atlantis und ich uns schwer, die Beine zu heben. Ein Blick aus dem Fenster kam gerade zur rechten Zeit, als uns Vega mit Frauchen Birgit zu einem Kaffeeplausch einlud, dem sich natürlich auch Einstein mit Frauchen Margret anschloss. Bei diesem Dreiergespann und unserer Anwesenheit schwand meine Müdigkeit schnell dahin. Live-Show unserer Vierbeiner war angesagt, die auch wir Zweibeiner nicht versäumen durften. Bis wir zu Kaffee und herrlich frischen Semmeln gelangten, verging einige Zeit, die unseren Hunden gewidmet war. Als Birgit mit einigen Leckerlis erschien, standen alle Drei habt Acht und warteten auf das Geheiß der Hausherrin. Nach dem Verzehr dieser kleinen Aufmerksamkeiten hofften wir auf etwas Ruhe beim Kaffeetratsch. Von wegen - Atlantis war die erste, die sich an den Tisch heranpirschte und in Margret ein geeignetes Opfer fand, die ihrem flehenden Blick nicht widerstehen konnte. Dann ging am Teppich die Post ab, wobei es sich um einen im Eigentum von Vega befindlichen Ball handelte, den sie auch nicht bereit war, zu teilen. Einstein war das Treiben zu bunt und er machte es sich auf seine Art gemütlich. Vega hingegen forderte Atlantis immer wieder auf, mit ihr das bunte Treiben fortzusetzen, dem sich mein Mädchen auch nicht entzog. Es ging natürlich wieder um den Ball und  das Leistungsverhältnis bei diesem Spiel wurde auf eine harte Probe gestellt. Nach diesem Lustspiel wurden wir von Birgit mit Nachschub herrlich duftenden Kaffees verwöhnt. Der Gang in die Küche hat Atlantis zum Spionieren angeregt, könnte es doch irgendwo ein Gutes geben. Doch auf mein Geheiß verließ sie das Reich der Hausherrin, um etwas beleidigt von Dannen zu ziehen. Nach dem Kaffeegenuss verabschiedete man sich, denn immerhin schlug die Uhr fast 12 Uhr und die Hausfrauen gingen zum Kochen über. Ich hingegen - mittlerweile putzmunter - vertrat mir mit Atlantis noch die Beine. Am Rückweg kam uns Matthias, Sohnemann von Margret, entgegen, der sich immer wieder an meinem Mädchen erfreuen kann und sie herzlich umarmte. Gemeinsam gingen wir ein Stück des Weges zusammen, wobei wir von einem Teil der Schulklasse neugierig  nach Hause begleitet wurden.

  • 21.01.2004:
    Die letzten Tage wurden von wechselhaftem Wetter begleitet, welches auch heute zu wünschen übrig ließ. Doch eine eigenartige Stimmung machte sich an diesem Mittwoch breit und zog uns hinaus in den Neuschnee, wo sich Atlantis wieder einmal austoben konnte. Sie sprintete aus voller Lust, wobei sie ihre Hinterbeine in die Höhe schnellen ließ, als ob sie noch etwas besonderes im Schilde führen würde. Dieses Besondere wurde dann auch im Tiefschnee auf der weiten Wiese erledigt, um an Ort und Stelle ihre Spuren zu hinterlassen. Nach getaner Arbeit erspähte mein Mädchen im Lauf einen Spaziergeher, der von ihr ganz genau ins Visier genommen wurde. Gemächlichen Schrittes ging Atlantis auf ihn zu und vor ihr stand ein Schülerjunge, der ohne Angst und Panik mein Mädchen streichelte, was sie natürlich ohne zu Murren über sich ergehen ließ. Es ist immer wieder schön, mit anzusehen, wie  Kinder liebevoll mit Atlantis umgehen, was ihnen mein Mädchen auch mit Zuneigung dankt.

  • 23.01.2004:
    Nachdem das Wetter in den letzten Tagen zu wünschen übrig ließ, sandte uns heute bereits am frühen Vormittag die liebe Frau Sonne ihre Strahlen. Aus einem gewohnt ausgedehnten Frühstück wurde ein dezimiertes, da Atlantis bereits ungeduldig hin- und herwedelte. Sie bestieg ohne zu Murren das Auto, mit dem wir dann hoch nach St. Peter fuhren. Eine prächtige Winterlandschaft machte sich vor uns breit, deren Zauber wir uns nicht entziehen konnten.
    "Oh, wie schön ist Deine Welt,
    Vater, wenn sie golden strahlet"
    Immer wieder drückte ich auf den Auslöser, um die einzigartige weiße Pracht der Natur  festzuhalten, in der natürlich mein Mädchen nicht fehlen durfte. Die Schönheit der Landschaft ließ uns die bittere Kälte, der wir über eine Stunde lang ausgesetzt waren, fast vergessen.
    Als wir schon glaubten, alleine die Einsamkeit genießen zu dürfen, kam uns eine liebe Bekannte mit ihren zwei etwas "kleineren" Vierbeinern entgegen, die von Atlantis ausgiebig begrüßt und geherzt wurden, wobei uns wir Zweibeiner einer kleineren Plauderei unterzogen. Die Gelegenheit wurde am Schopf gepackt, um mein Mädchen und mich gemeinsam im Schnee zu verewigen. Anschließend ging jeder seiner Wege und wir waren wieder alleine. Die Sicht an diesem Tag war so klar, dass wir beim Wegweiser Labach/ St. Peter direkt auf die Schitrassen nach Bad Leonfelden hinüberblicken konnten. Atlantis und ich meisterten mit Bravour den Tiefschnee, der uns weiter in den Wald führte, wo es die Kälte etwas milder mit uns meinte. Dem schnellen Tempo meines Mädchens konnte ich nur langsam folgen. Aber brav und umsichtig, wie sie eben ist, blieb sie immer wieder stehen, um mir entgegenzulaufen und mich aufzufordern, doch das Tempo etwas zu beschleunigen. Als wir wieder die Lichtung erreichten, gingen wir an der ehemaligen Rastbank von Herrchen Heinz vorbei - und siehe da - Atlantis ging ohne Aufforderung direkt auf sie zu, schnupperte einige Male davor und blieb kurz verweilend im Schnee sitzen. Mir wurde dabei ganz warm ums Herz und ich konnte mich dabei einer melancholischen Stimmung nicht entziehen. Der Weg führte weiter an der uns so vertrauten Picknickbank vorbei, die wir mit lieben Freunden bereits im Sommer als solche ausgiebig eingeweiht hatten. Durch die Bäume beobachteten wir einen einsamen Langläufer, der noch auf Spurensuche war. Leider ging dieser tiefgehende Eindrücke hinterlassende Spaziergang dem Ende zu. Aber Atlantis und auch ich waren schon etwas müde vom anstrengenden Schneetreten. Von der  Mittagssonne wurden wir  noch bis zum Auto begleitet, welches uns auch sicher auf einer Schneefahrbahn nach Hause brachte.

  • 24.01.2004:
    Obwohl das Wetter traumhaft war, musste Atlantis aufgrund der Abfahrtslaufübertragung aus Kitzbühl, den ich mir noch in keinem Jahr entgehen ließ, bis zum Nachmittag auf ihren Auslauf warten. Aber dafür kam sie dann auf ihre Rechnung. Quer feldein an unseren Freunden vorbei stapften wir hoch durch den Wald, wobei Atlantis von Vega kurz begrüßt wurde. Leider ließ sich die Sonne im Wald kaum mehr blicken und so war es auch empfindlich kalt. Aber gut eingepackt und frohen Mutes ging es nach einer kleinen Rast am Teich wieder nach Hause in die warme Stube.

  • 25.01.2004:
    Starker Schneefall ermöglichte uns heute einen Ruhetag, der zum worken im Haus genutzt wurde.

  • 26.01.2004:
    Was für ein herrlicher Wintertag! Aber zuerst besuchten wir Vega mit Frauchen Birgit. Da Vega zur Zeit leicht hinkt, ging es auf Geheiß von Frauchen ab auf das Sofa - und Ruhe wäre  angesagt gewesen, die ihr aber offensichtlich sehr schwer fiel. Immer wieder bekundete sie, lieber mit Atlantis spielen zu wollen.
    Nach einer kleinen Plauderei hieß es "St. Peter, wir kommen". So gingen wir durch eine frisch verschneite Sonnenlandschaft, welche von einigen Nebelschwaden durchzogen war, aber sich jedoch rasch wieder auflösten. Atlantis und ich stapften gemütlich ohne besonderes Ziel dahin. Mein Mädchen setzte sich hin und wieder in den Schnee, um alles um sie herum genau zu beobachten. Die Weite der Landschaft kam heute besonders zum tragen. Abschließend suchten wir uns einen neuen Waldweg, der auch von Atlantis genau ins Visier genommen wurde und uns zum geparkten Auto führte.

  • 28.01.2004:
    Atlantis entpuppte sich heute als Wirbelwind. Immer wieder suchte sie Kontakt zum Neuschnee, der sie ungemein zu faszinieren schien. Wir gingen unsere übliche Waldrunde und wurden von einer frisch verschneiten Waldlandschaft überrascht. Heute hatte es mein Mädchen besonders auf "Holz" abgesehen. Zuerst wurde ein kleines Stückchen davon vom Boden ausgegraben und unsicher gemacht, wobei sie sich davon gar nicht mehr trennen wollte. Dabei übersah Atlantis die rund um sie liegenden Holzstücke. Als ich mein Mädchen dann doch zum Weitergehen überreden konnte, versuchte sie in weiterer Folge, einen herunterhängenden Ast zu erreichen. Doch dieser blieb standhaft und Atlantis musste sich erfolglos mit Kleinholz begnügen. Auf dem Weg nach Hause begegneten uns Schulkinder, die mich fragten, ob sie Atlantis streicheln dürften. Schön mit anzusehen, wie furchtlos Kinder meinem Mädchen gegenübertreten, sind doch die Erstklassler nicht wesentlich größer als Atlantis. Was die Schulkinder zu der Äußerung hinreißen ließ, Atlantis sähe aus wie ein "Pferdehund", um sich dann korrigierend auf "Hundepferd" zu einigen. Nachdem ich mich von den Schülern verabschiedet hatte, ging ich lächelnd mit meinem "Pferd" nach Hause.

  • 31.01.2004:
    Ein kleiner Spaziergang in St. Peter,  war es doch der letzte angekündigte schöne Jännertag, den wir auszunützen bereit waren. Der Schnee unter den Füßen gab immer mehr nach, sodass in den nächsten Tagen mit Schneeschmelze zu rechnen sein wird. Atlantis nahm sich entgegen den schlechten Wetterprognosen ein Stück Holz und spielte ausgelassen damit. Schade, sollte der Winter jetzt schon von uns Abschied nehmen.

 

 

 

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