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Das Tagebuch der blauen Dogge Atlantis
November  2003


  • 03.11..2003:
    Um Atlantis müde zu machen, gingen wir am Vormittag eine große Runde, damit wir in Ruhe am Nachmittag das große Vogelhaus im Garten aufstellen konnten. Von wegen Müdigkeit. Die Neugier hatte bei meinem Mädchen gesiegt. Immer wieder steckte sie ihren Kopf heraus, um alles zu beobachten. Als am Abend vor der Bettruhe nochmals Gartentime angesagt war, wurde das Vogelhaus von Atlantis in der Hoffnung auf eventuelle Nachspeise eingehend beschnüffelt. Da es leider  nichts zu holen gab, zog sie sich auf ihr Nachtlager zurück und schlief friedlich ein.

  • 04.11.2003:
    Am heutigen Tag zog es uns bereits am Vormittag in den Wald. Den Gang über die verfärbte Lifttrasse genoss mein Mädchen, konnte sie doch mal so richtig Berg steigen. Dann ging es den Reiterweg entlang, wo die frische Waldluft ihren Beitrag zu unserer Gesundheit leistete. Atlantis liebt es förmlich, im Wald spazieren zu gehen. Man hat das Gefühl, Tier, Mensch und Natur werden von ihr beobachtet. Tempo vorgebend läuft sie dahin, um immer wieder stehen zu bleiben und sich beschützend nach mir umzusehen.
    Die Sonne lässt sich im Wald nur scheinbar blicken, was aber unserer Freude keinen Abbruch tut. Auf der Wiese angelangt, setzt Atlantis zum Spurt an und keiner der am Boden liegenden Herbstäpfel ist vor ihr sicher. Allerdings ist der von Frauchen aufgehobene Apfel am Interessantesten, denn es könnte ja etwas Besonderes sein. Immer wieder versucht mein Mädchen, an diesen zu gelangen, wobei letztendlich das Apfelinnere für sie übrig bleibt und auch herzhaft genossen wird.

  • 05.11.2003:
    Da sich die Fensterlieferung um einen Tag verzögert, blieb Atlantis und mir genügend Zeit, das heutige Bilderbuchwetter zu einem ausgedehnten Spaziergang zu nützen, der uns wieder einmal nach Labach führte. Unvergessen jeder Schritt, bei dem uns niemand begegnete und wir mit der Natur eins waren. Es blieb genug Zeit, die Seele in der herrlich verfärbten Herbstlandschaft baumeln zu lassen, wobei meine Gedanken in  dieser Stunde Herrchen Heinz gewidmet waren. Ohne zu toben und zu laufen schritt Atlantis gemächlich neben mir her, als ob auch sie die Stille der Natur auf ihre Art genießen wollte.
    Müde von der Wanderung begab sich mein Mädchen bald zur Ruhe, als ich zu früher Stunde durch ein eigenartiges Gedränge, das sich neben mir abspielte, wach wurde. Meine Kuschel-Lisa lag ganz friedlich neben Atlantis und keiner der beiden ließ sich durch meine Anwesenheit stören.

  • 06.11.2003:
    Heute ist es so weit, dass im Hause den ganzen Tag gebohrt und gehämmert wird. Um Atlantis einiges davon zu ersparen, durfte sie am Vormittag Freundin Vega besuchen und mit ihr im Garten herumtollen. Am Nachmittag erklärte sich Freund Einstein bereit, mein Mädchen eine Zeit lang in seiner Mitte aufzunehmen. Atlantis und Frauchen sind den Zweibeinern für ihre Hilfe sehr dankbar.

  • 07.11.2003:
    Atlantis ist in Gedanken bei Brian:
    Durch einen Anruf von Gabi erfuhr Frauchen, dass Brian über die Brücke in das Land des Regenbogens gerufen wurde. Frauchen war ganz traurig und auch ich konnte es gar nicht fassen, dass mich mein geliebter Freund nicht mehr besuchen kommt. Es waren so schöne Zeiten, die wir alle zusammen verbracht haben. Ich erinnere mich noch an unser letztes Treffen, wo wir in St. Peter beim Picknick gesessen sind und es so lustig war. Nun sind meine Freunde Nero, Brian, Paule, Molley uva. sowie mein Bruder Aga Khan gemeinsam mit Herrchen Heinz vereint. Sie haben alle keine Schmerzen mehr und finden im Regenbogenland ein neues Glück. Irgendwann - ich weiß es noch nicht - werde auch ich diesen Weg antreten müssen. Aber bis dahin bleibe ich Frauchen noch ein treuer Diener und Freund.
     



  • Ein Hund, das ist ein treuer Freund
    der mit Dir lacht und mit Dir weint.
    Wenn manches aussichtslos erscheint
    dann ist er da, mit Dir vereint.
    Er fühlt, was andre noch nicht wissen
    und taucht dann unter in sein Kissen.
    Was kann es denn nur Schönres geben -
    einen Hund zu haben, fürs ganze Leben.
    Der alles mit Dir teilen will
    Zuneigung und Liebe mit viel Gefühl.
    Der jeden Tag es ehrlich meint:
    "Ich hab Euch lieb, bin Euer Freund".
     

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  • 08.11.2003 bis laufend:
    Es wurde die ganzen lieben schönen Tage gehämmert, gebohrt, gestemmt uvm., bis endlich das Thema "Putzen" angesagt war. Robert und Edith waren mir in dieser Zeit mehr als eine große Hilfe, wofür ich ihnen sehr dankbar bin. Mein Mädchen hat diese turbulenten Tage tapfer überstanden, wobei mir die Genehmigung erteilt wurde, mit ihr einmal am Tag das Weite zu suchen, was auch ich sehr genossen habe. Zu Hause angekommen, hieß es aber dann wieder "Ran an die Arbeit" und am Abend, als sich der ganze Trupp verabschiedete, konnte ich mich endlich meinem Mädchen und den Samtpfötchen widmen. Zärtlichkeiten wurden ausgetauscht und ab ging es dann in die Heia, um ja am nächsten Tag wieder fit zu sein.

  • 12.11.2003:
    Hurra - alles blitzt und ist sauber - wir haben es geschafft. Trotz Müdigkeit wurde am Abend eine 10 Jahre alte Weinflasche geköpft und in einem Zuge genossen - und das von mir alleine.

  • 13.11.2003:
    Nachdem sich alles so halbwegs normalisiert hat, kehrte für Atlantis und mich wieder der Alltag ein. Spaziergänge standen an der Tagesordnung, die mein Mädchen durch ausgiebiges Laufen unterstrich. Leider an diesem Tage auch im Wald, als meine Atlantis zwei Rehe, welche den Weg querten, sichtete und kurz darauf losstartete, aber auf mein Geheiß sofort den Rückwärtsgang einschaltete, um sich eine größere Schelte zu ersparen.

  • 14.11.2003:
    Hurra, die Digitalkamera ist da! Womit ich schon gar nicht mehr gerechnet hatte, ist eingetreten. Gut Ding, braucht eben Weile (seit 12.07.2003). Nachdem das Aufladen einige Tage in Anspruch nehmen wird, müssen meine treuen Tagebuchleser auf die neuesten Fotos noch ein wenig warten.

  • 15.-16.11.2003:
    Das Wochenende verlief relativ ruhig, wobei Atlantis mit kleineren Ausflügen belohnt wurde.
    Da wir am Sonntag bei Heinz's Bruder in Rufling bei Linz zum Wildessen eingeladen waren, ging ich mit meinem Mädchen bereits um 9 Uhr eine Runde. Obwohl uns der Wind um die Ohren blies, hatte Atlantis doch Spaß an dem zu dieser Jahreszeit ungewohnten morgendlichen Spaziergang. Verwöhnt wurde sie an diesem Nachmittag von meinem lieben Nachbarn, der zweimal mit Atlantis den Garten unsicher machte. Groß war dann die Freude, als die Garagentür aufging, die Kellertür geöffnet wurde und Atlantis dahinter stand, um mich ausgiebig zu begrüßen.

  • 17.11.2003:
    Etwas verspätet zogen Atlantis und ich los, was sich an der herannahenden Dunkelheit auswirkte. Allerdings nahmen  wir beide uns immer noch Zeit, einen dunkelroten am Boden liegenden Apfel gemeinsam zu vertilgen. An dieser Stelle, wo vier Apfelbäume stehen, wartet Atlantis schon automatisch, brav aber ungeduldig, auf ihren Apfelanteil. 

  • 20.11.2003:
    Stark einfallender Nebel umhüllte Freistadt, sodass es keiner besonderen Überredungskunst bedurfte, Einstein mit Frauchen und Sohnemann zu einem Spaziergang in das nahe gelegene Rauchenödt mit seiner lieblichen Wallfahrtskirche einzuladen. Knapp vor dem Ziel wurden wir vom Nebel befreit und uns eröffnete sich eine herrliche Landschaft mit tiefblauem Himmel.
    Wir standen gemeinsam einfach nur da und ließen unsere Blicke in die Ferne schweifen und die dabei empfundenen Glücksgefühle bedurften keiner besonderen Worte. Die warme Sonne lud uns alle ein, mit ihr ein Stück des Weges zu gehen. Atlantis und Einstein genossen diese Augenblicke, um immer wieder vor Glück stehen zu bleiben und die Gegend abzuschnuppern. Nach einer Stunde kam allerdings auch hier der Nebel hoch, es wurde kühler und so entschloss man sich, die Heimfahrt anzutreten, um morgen etwas früher wieder zu kommen.

  • 22.11.2003:
    Leider  konnte dieses Vorhaben nicht realisiert werden, da sich bei mir ein starker Schnupfen ankündigte, sodass sich Atlantis mit der ihr vertrauten Runde begnügen musste.

  • 23.11.2003:
    Nun hat auch mich der grippale Infekt erwischt. Gut, dass Gabi und Christian angerufen haben, um Atlantis zu einem ausgedehnten Spaziergang nach Labach abzuholen. Die Freude war natürlich groß, als Atlantis vom Fenster aus Zoe samt Anhang erblickte. Beim anschließenden Teetrinken legte sich Zoe brav auf das Bettchen von Atlantis und genoss ihr Lager. Mein Mädchen war nicht ganz so brav, versuchte sie doch immer wieder, etwas von der Teebäckerei abzubekommen. Am späten Nachmittag verabschiedeten sich meine Linzer/Leipziger Freunde, um hoffentlich bald wieder zu kommen.

  • 24.11.2003:
    Heute hieß es für Atlantis, mit mir das Haus zu hüten. Es ging mir leider immer noch nicht so gut, dass ich mit meinem Mädchen ins Freie gehen konnte. Aber so oft sie Lust hatte, durfte sie in den Garten, um dort etwas Sauerstoff abzubekommen. Im Gegensatz zu Atlantis lag ich fast den ganzen Tag im Bett und wartete vergebens auf Besserung. Mein Mädchen ist in dieser Zeit sehr fürsorglich, sieht mich mit fragenden Augen an, um dann brav neben mir auszuharren. In den letzten Tagen wurde die neue Eingangstüre von Atlantis besonders bewacht, könnte doch ein ungebetener Gast das Haus unsicher machen. Es ist wirklich rührend, zu beobachten, wie mein Mädchen auf mich aufpasst.

  • 25.11.2003:
    Atlantis wurde von  Einstein und Vega zu einem Spaziergang abgeholt, worüber ich sehr dankbar war. Vom Fenster aus konnte ich beobachten, wie sich Atlantis immer wieder nach mir umdrehte. Ich tröstete mich jedoch damit, dass sich mein Mädchen nach einem Tag Abstinenz endlich wieder austoben und mit ihren Freunden um die Wette laufen konnte. Immer, wenn unsere drei Ranken herumtollen, geht die Post ab, angeführt von Vega, die das Tempo bestimmt. Leider konnte ich am heutigen Tage noch nicht Zeuge dieser Temperamentsausbrüche sein. Offensichtlich ging es hoch her, denn als Atlantis nach Hause gebracht wurde, legte sie sich sofort flach in ihr Bettchen, um erst zu später Stunde langsam aufzustehen, ihre Mahlzeit  einzunehmen und gleich wieder weiterzudösen. Danke an die Zweibeiner Birgit und Margarete.

  • 26.11.2003:
    Der Nebel in den Niederungen scheint sich gefestigt zu haben. Also entschloss ich mich kurzerhand, Atlantis in das Auto zu verfrachten, um in Rauchenödt den vor ein paar Tagen geplanten Spaziergang in der Hoffnung auf Sonne nachzuholen. Vor der Wallfahrtskirche St. Michael parkten wir das Auto und gingen bei relativ milden Temperaturen los, was sich allerdings schnell ändern sollte.
    Meine Kleine hatte es schon eilig, aus dem Auto zu steigen, um ihrem Drang freien Lauf zu lassen. Auch in dieser Stellung machte sie eine relativ gute Figur - oder?
    Am heutigen Tage hatten wir mit der Sonne leider kein Glück, sodass ich mir bei aufkeimendem Wind einfach die Kapuze überzog, um einer neuerlichen Erkrankung vorzubeugen, zumal ich noch immer nicht ganz fit bin. Aber es ist herrlich, nach ein paar Tagen Hausarrest die Frischluft einatmen zu können.
    Nachdem sich für Atlantis - und auch für mich - in dieser wunderschönen Gegend neue Wege und Perspektiven öffneten, wurden diese von ihr auch sehr genau unter die Lupe genommen. Nach einem rasanten Sprint schmiegte sich bei ihr so manches Ohr an.

    Als der Wind immer stärker wurde, tat sich der Himmel auf und mit einem male sahen wir uns der Sonne gegenüber stehen, die allerdings nur ein kurzes Geschenk sein sollte.
    Immer wieder wurde die Sonne von einfallendem Nebel abgelöst, als ob sich der Himmel vor uns verbeugen würde. Wir waren ihm ganz nah. Es war ein einzigartiges Naturschauspiel mit einem Wechselbad der Gefühle.
    Bevor wir jedoch die Heimfahrt antraten, suchten mein Mädchen und ich noch Einkehr in der Kirche St. Michael, wo sich Atlantis mit einem weiteren Vierbeiner-Mädchen konfrontiert sah. Außer einigen Annäherungsversuchen seitens von Atlantis blieb alles friedlich. Angetan von diesem Erlebnis sprang Atlantis in das Auto, machte es sich fahrtgerecht gemütlich, und ab ging es nach Freistadt.

  • 27.11.2003:
    Nachdem sich Atlantis zu früher Stunde nochmals bei mir ausgeschlafen hatte, ging es - wie immer, wenn wir mit dem Auto unterwegs sind - hinunter in die Garage und ab in das Auto. Doch diesmal war alles mit einem kleinen Zwischenfall verbunden.  Als ich die Türe zum Einsteigen öffnete, hatte es mein Mädchen so eilig, dass sie unbedingt und jetzt hineinspringen musste, um sich dabei ihr zartes Haupt anzuschlagen. Verängstigt und eingerollt saß sie dann im Auto und wartete mit fragendem Blick auf die Abfahrt, die nach St. Peter führte.
    Dort gingen wir ein Stück des Weges, wobei Atlantis naturgemäß flotter unterwegs war als ich, zumal noch immer an mir der Infekt nagt. Immer wieder spurtete sie hin und her, bis sie genug davon hatte. Vielleicht war ihr heute ein wenig langweilig, denn immer wieder blieb mein Mädchen stehen, um am Gras zu schnuppern. Als sie auch davon genug hatte, blieb sie mit gespreizten Beinen sitzen und wartete auf mein Geheiß, die Heimfahrt anzutreten.
     

  • 29.11.2003:
    Ein kleine Runde zum nahe gelegenen Teich stand heute auf dem Programm. Der Weg führte uns zuerst in den Wald , wo sich Atlantis ein Hölzchen aneignete und damit in ihrem Element war. Auf der angrenzenden Wiese stolzierte sie wie eine Ballerina auf und ab. Am stimmungsvollen Teich vorbei, ging es nach kurzem Gastspiel wieder nach Hause.

  • 30.11.2003:
    Bei strahlendem Wetter fuhren wir gemeinsam mit Mama Herta nach Rauchenödt, um uns in der stimmungsvollen Landschaft die Füße zu vertreten. Wie immer ließen wir bei der lieblichen  Wallfahrtskirche St. Michael das Auto stehen und genossen die Stille der uns angebotenen Natur. Am Waldrand machte sich noch starker Morgenreif bemerkbar, der von Atlantis auf den angezuckerten Maulwurfshügeln neugierig ins Visier genommen wurde.
    Die Fernsicht war heute besonders reizvoll, ragte doch oberhalb der Nebelschicht das Gebirge empor. Auch mein Mädchen dürfte von diesem Anblick so fasziniert gewesen sein, dass sie sich in das. kühle Gras setzte, um ihren Blick in die Ferne schweifen zu lassen.
    Mit diesen stimmungsvollen Gedanken ließen wir den November ausklingen und sind schon jetzt gespannt, was uns der feierliche Monat Dezember an Überraschungen bereit hält.



     

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