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Das Tagebuch der blauen
Dogge Atlantis
Oktober 2003
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Die ersten
Oktobertage ließen den Herbst ausschließlich an der Verfärbung der Natur erkennen. Atlantis und ich wurden von Sonne und noch
heißen Tagen verwöhnt, was wir auch in Form von ausgiebigen
Spaziergängen nutzten.
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04.10.2003:
Kalt ist es bereits in den Nächten und der Herbst zeigt uns
momentan seine Schattenseiten. Heute wird der Ofen eingeheizt und
Atlantis genießt das darin lodernde Feuer. Es sieht nicht so aus,
als ob wir heute das Haus verlassen werden. Zu viel Wind und
herunterprasselnder Regen würden uns erwarten. Also machen wir es
uns zu Hause mit Mama und Samtpfötchen gemütlich.
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06.10.2003:
Mein Mädchen jagte mir heute einen gewaltigen Schrecken ein.
Nachdem sie ihr tägliches Morgenmenü vertilgte, bat sie wie immer um
Auslass in den Garten. Durch das Fenster konnte ich beobachten, wie
sich Atlantis beim Entledigen ihrer Duftstoffe plagte, sich immer
wieder ein anderes Plätzen suchte, um fest zu pressen, wobei diese
Schinderei leider nicht von Erfolg gekrönt war. Als ich nach einiger
Zeit wieder das Wohnzimmer betrat, empfingen mich zwei Haufen
Erbrochenes. Atlantis sah mich fragend an, aber ich streichelte und
beruhigte sie, was ihr sichtlich wohl tat. Dann rief ich Karin in
der Ordination an und fragte um Rat. Den Gedanken an eine eventuelle
Magendrehung konnte ich Gott Lob verwerfen.
Bedingt durch den orkanartig auftretenden Sturm genossen mein
Mädchen und ich den heutigen Tag zu Hause vor dem Kamin. Erst
am Abend reichte ich ihr eine Schüssel guter frischer Leckerlis,
vermischt mit Speiseöl und viel Wasser. Es war eine reine Freude mit
anzusehen, wie mein Mädchen diese Köstlichkeiten genoss. Im
Anschluss daran ging alles wie geschmiert seinen normalen Lauf und
wir konnten beruhigt den Abend ausklingen lassen.
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07.10.2003:
Atlantis bekam am heutigen Tage nochmals zu ihren Mahlzeiten
Speiseöl verabreicht, sodass sich alles wieder normalisiert hat.
Allerdings werden die Mahlzeiten zur Zeit mit sehr viel Wasser
verabreicht, damit sich der Wasserhaushalt nicht wesentlich
verringert. An Durst dürfte mein Mädchen momentan nicht leiden,
lässt sie doch die Wasserschüssel oft den ganzen Tag unangetastet
stehen.
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08.10. bis
11.10.2003:
Diese kalten und teilweise regnerischen ungemütlichen Tage
verbringen wir eher ruhig im Kreise unserer drei Samtpfötchen.
Allerdings verzichten wir deshalb nicht auf den täglichen Ausgang,
der Atlantis und auch mir sehr gut tut.
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12.10.2003:
Ein herrlicher Sonntag mit viel Sonnenschein überraschte uns,
der natürlich von meinem Mädchen und mir zu einer ausgedehnten Runde
genutzt wurde.
Vorbei
ging es an Nachbar's Teich, wo sich mein Mädchen
friedlich
niederließ und mit der Zunge frech leckte. Dann begutachtete sie das
kalte Nass und überlegte, wie sie sich denn am besten den
Durst löschen sollte. Nach reiflicher Überlegung kam Atlantis zu
dem
Schluss, dass es in einer gewissen Stellung am einfachsten sei und
schlürfte genüsslich die kühle Mahlzeit, um dann friedlich von
Dannen zu ziehen.
Leider gab es für Atlantis zum Abschluss große
Schelte. Trotz mehrmaliger Aufforderung überquerte sie alleine die
Straße. Gut, dass zu diesem Zeitpunkt kein Auto vorbeigefahren ist,
was allerdings meiner Aufregung keinen Abbruch tat. Vielleicht hat
sie auch die neue Baustelle an der Kreuzung irritiert oder die
spielenden Drachenkinder auf der Wiese oder, oder - das weiß allein
nur mein Mädchen. Zu Hause angelangt, schlüpfte sie ganz kleinlaut
unter die Bank und verharrte eine Zeit lang darunter, bis zum Essen
gerufen wurde. Ihrem Verhalten nach war sie sich sehr wohl ihres
begangenen Fehlers bewusst. Doch das Wichtigste ist, dass ihr nichts
passiert ist - aber Strafe muss sein.
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13.10.2003:
Heute, an einem herrlichen Herbsttag und strahlend blauem
Himmel, war Versöhnung angesagt. Atlantis durfte mit Nachbarhündin Vega eine Stunde lang herumtollen. Vega ist ein Temperamentsbündel
und gab so richtig Gas. Und so wurde aus einer obligaten
Spazierstunde eine Laufrunde, in der sich keiner blamieren wollte.
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14.10. -
20.10.2003:
Vor kurzem fasste ich den Entschluss, das Dach des Hauses,
welches bereits

43 Lenze am Buckel hat, abtragen und neu decken zu lassen. Mit den
Arbeiten, welche zügig voranschritten, wurde am 14.10. begonnen, und
diese am 20.10.2003 um 16 Uhr beendet, worüber nicht nur ich,
sondern auch Atlantis und meine drei Samtpfötchen froh waren.
Die ersten drei Tage verkroch sich mein Mädchen bei anhaltendem
Hämmern und Lärmen unter der Bank, wo sie auch friedlich ausharrte.
Dieser Friede hielt aber nur bis Mittag an. Denn da erschien Edith
mit großem Korb, aus dem herrlich riechender Duft den Raum füllte.
Diese Mahlzeiten waren natürlich für die Handwerker gedacht, was
Atlantis jedoch nicht davon abhalten konnte, ihren Geruchssinn zu
testen. Als dann pünktlich um 12 Uhr die Handwerker zum Essen
eintrafen, musste sich Atlantis auf Befehl verziehen, was ihr
anfänglich sichtlich schwer fiel, aber sie sich doch letztendlich
unterordnete und brav bei Edith Unterschlupf fand.
Es war die Woche der Arbeit, aber vor allem des schönen
Herbstwetters. Kein Tag verging ohne ausgedehnten Spaziergang, an
dem sich zum Großteil auch Freund Einstein dazugesellte. Gemeinsam
mit dessen Frauchen Margarethe und Sohnemann Mathias genossen wir
das herab fallende verfärbte Laub und die Ruhe der Natur. Wieder zu
Hause angelangt, war ausgiebige Schüsselzeit mit anschließendem
Ruhelager angesagt.
So vergingen die Tage bis zum 20.10., wo sich die Arbeiter und
leider auch Edith mit ihrem hervorragenden Essen verabschiedeten.
Hund und Katzen sowie Frauchen werden bis zur nächsten Baustelle am
5.11.2003, die dem Fenstereinbau gewidmet ist, die einkehrende Ruhe
etwas genießen.
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24.10.2003:
Ein Blick aus dem Fenster - oh welch große Überraschung - die
Wiese war verschneit, worauf ich sofort die Türe öffnete, damit sich
Atlantis an das herrliche Winterweiß gewöhnen konnte, was auch nicht
lange auf sich warten ließ. Vergnügt sprang sie hin und her, vergaß
sogar für kurze Zeit, ihre Gartenpflicht zu erfüllen. Schnell zog
ich mir was Warmes über, um meinem Mädchen die Freiheit in Wald und
Feld zu ermöglichen. Allerdings wurden wir von Einstein und Vega
aufgehalten, was unserer guten Vorwinterlaune absolut keinen Abbruch
tat. Vorbei an Einsteins Haus wurde Atlantis
schon von weitem mit
aufforderndem Gebell begrüßt. Die Leine wurde immer lockerer in
meiner Hand und schwups, lief Atlantis
über die Stiege zu Einstein
und Vega, um gemeinsam den ersten Schnee im Garten zu genießen. Ab
ging die Post und wir Zweibeiner zogen das Hausinnere vor, um unsere
Ranken bei ihrem Treiben nicht zu stören.
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25.10.2003:
Der gestern geplante erste Winterspaziergang wurde heute
nachgeholt. Wir gingen über die noch zart verschneite Wiese hoch in
den Wald, wo Atlantis genug Auslauf fand, um sich im Schnee so
richtig auszutoben. Schön, mit anzusehen, wie sich mein Mädchen auf
die überraschende Witterung einstellt. Aber so herrlich die weiße
Pracht auch sein mag, hoffen wir doch alle noch auf letzte sonnige
Herbsttage.
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28.10.2003:
Ein sonniger Herbstnachmittag wurde zu Vorbereitungsarbeiten am
Friedhof für
Allerheiligen genutzt. Erst zu später
Stunde, als es bereits dämmerte, brachen Atlantis und ich zu einem
Spaziergang auf.
Eine eigenartige Stimmung ummantelte uns, als wir
durch den fast schon finsteren Wald trabten. Weder bei Atlantis noch
bei mir machte sich Angst breit. Im Gegenteil - innerer Friede
kehrte ein, der uns bis nach Hause begleitete.
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In den letzten Tagen
mussten wir immer wieder an Freund Brian in Leipzig denken, dem es
gar nicht gut geht. Aber vielleicht erreichen und beflügeln ihn
unsere Gedanken und seine Lieben können mit ihm doch noch eine
schöne Zeit verbringen. Wie lustig und unterhaltsam waren die
Stunden, als Atlantis und Brian herumtollten, viel Spaß hatten und
Zärtlichkeiten austauschten. Ach Brian, gib Dir einen Ruck und werde
wieder gesund.
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