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Das Tagebuch der blauen Dogge Atlantis
September  2003


  • 01.09.2003:
    Der heutige Tag wurde zur Ruhe ausgeschrieben, denn Wind und Regen veranlassten Atlantis und mich, es uns im Hause gemütlich zu machen. Der Gemütlichkeit schlossen sich auch unsere Samtpfötchen Laura, Lisa und Benjamin an.

  • 04.09.2003:
    Atlantis und ich fuhren das erste mal gemeinsam auf Kurzurlaub an den Attersee, wo wir von einer lieben Freundin eingeladen waren, die unbedingt mein Mädchen kennen lernen wollte. Nachdem uns Robert das Sicherheitsnetz im Auto montierte, konnte die Reise beginnen. Ab und zu ein kleiner Blick in den Rückspiegel, der mir versicherte, dass sich Atlantis die Zeit mit der vorbeifahrenden Landschaft vertrieb und nicht einmal mit den Ohren wackelte.
    Nach ein einhalb Stunden Fahrt wurden wir von Hausherrin Helga ausgiebig begrüßt, wobei Atlantis gleich mit einem Leckerli verwöhnt wurde. Anschließend gesellte sich Nachbarshund Pablo zu uns, der - so meine Freundin - ihr jeden Tag seine Aufwartung macht. Ein aller erstes Beschnuppern war angesagt, um dann ausgiebig auf der Wiese herumzutollen. Pablo und Atlantis verstanden sich von Anfang an prächtig und es war eine Freude, mit anzusehen, wie sie sich gegenseitig zum Spiel aufforderten. Als dann Schluss mit Lustig war, gingen Atlantis, Helga und ich zu einem nahe gelegenen Gasthof, um unsere Mahlzeit einzunehmen. Als es dann ans Folgen ging, streikte mein Mädchen und legte sich einfach unter einen Nachbarstisch zu einem fremden Herrn, der verständnisvoll lächelte und Atlantis gewähren ließ. Was sollte ich bloß machen - so ist halt meine Kleine.
    Anschließend musste natürlich im Haus alles beschnuppert und inspiziert werden. Da waren auch die schönen Blumen auf der Terrasse vor Atlantis nicht sicher. Immer wieder steckte sie ihr Näschen hinein und ergab sich dem Blumenduft.
    Am Nachmittag fuhren wir direkt in den Ort "Attersee", wo ich allerdings Atlantis an die Leine nahm und sie auch brav bei "Fuß" ging. Entlang am herrlich grün schimmernden See gingen wir hinauf zur Wallfahrtskirche, in die ich auch mein Mädchen mitnahm, zündeten wir doch eine Kerze für Herrchen Heinz an.
    Zu Hause in Stöttham angekommen, vertrieben wir uns die Zeit im Haus eigenen Schwimmbad, wobei Atlantis unentwegt am Beckenrand stand und unsere Schwimmkünste fasziniert beobachtete. Vor dem Abendbrot kratzte Pablo an der Tür, um Atlantis seine Aufwartung zu machen. Hinaus ging es dann auf  Wiese und Feld, um sich nochmals so richtig auszutoben. Anschließend durfte mein Mädchen unter Mitnahme ihres Bettchens bei mir im Zimmer schlafen. Ein wunderschöner Tag mit Blick auf den See und untergehender Sonne ging dem Ende zu.

  • 05.09.2003:
    Atlantis weckte mich mit einem kräftigen Wuff Wuff und es folgte ein allgemeines Aufstehen. Im Wohnzimmer angelangt, kratzte es bereits an der Tür. Atlantis dürfte den Quälgeist bereits erkannt haben, lief sie doch sofort zur Türe hin und erbettelte ein Aufmachen. Was dann folgte, war nur mehr Formsache. Mein Mädchen fühlte sich nach einem Tag Aufenthalt schon wie zu Hause und genoss so wie ich die herrlich abgeschiedene Natur mit der ihr umgebenen Stille. Ja, man könnte sich daran gewöhnen.
    Vor dem Frühstück kam Atlantis unserer Aufforderung gerne nach, eine kleine Runde mit zu gehen, der sich auch Pablo willenlos anschloss und der Morgentau bereits den herannahenden Herbst erkennen ließ.
    Beim anschließenden Schwimmen legte sich Atlantis der Länge nach hin und beobachtete unser Treiben bereits auffallend teilnahmslos.
    Durch diese Teilnahmslosigkeit wurde wahrscheinlich die Darmflora meines Mädchens so angeregt, dass sie spontan durch die offene Türe lief und die Wiese zu einem notwendigen Entgiften nutzte, was ihr sichtlich wohl tat.
    Der Abschluss unseres letzten gemeinsamen Tages führte uns mit dem Auto zum Druckerhof und von dort zum hoch gelegenen Egglsee, den wir zu Fuß erreichten und die herrlich blühenden Seerosen darin bewundern konnten. Mein Mädchen wurde von Vorbeigehenden bestaunt und auch teilweise gestreichelt, was natürlich ihr Ego gestärkt hat.
    Da solch schöne Tage leider viel zu schnell vergehen, hieß es denn Abschied nehmen mit dem Vorsatz, bald wieder zu kommen. Atlantis wurde zum Abschluss noch ausgiebig geherzt und ab ging es dann auf die Autobahn Richtung Freistadt. Diesmal schlief mein Mädchen selig ein - vielleicht träumte sie sogar von Pablo - wer weiß ?

     

  • 07.09.2003:
    Frauchen schlug heute in der Früh die oberösterreichische Kronen-Zeitung auf und erschrak, als sie die Seite 23 aufblätterte. Sie rief: "Das darf doch nicht wahr sein, Atlantis und Nero, ja gibt's denn das"? Aber Frauchen haben wir es zu verdanken, denn vor ungefähr einem halben Jahr schickte sie ihr Lieblingsfoto von uns an die genannte Zeitung und hoffte auf eine Veröffentlichung, die lange auf sich warten ließ. Aber ich war immer überzeugt davon, dass einmal der Tag X kommen wird und wir von der Zeitung lächeln werden, und zwar so:

    Na, waren wir nicht schön?
    Danke, liebes Frauchen!
     

  • Erinnerungen an die letzten Wochen eines herrlichen Herbstmonates:
    Meine treuen Tagebuchleser werden sich schon gewundert haben, dass ab dem 5.9. kein Eintrag mehr erfolgt ist. Aber auch das hatte seinen guten Grund. Da ich ja noch immer nicht im Besitze meiner Digitalkamera bin, benutzte ich in der letzten Zeit meine einfache Kamera, die - wie man sehen kann - ebenso gute Fotos entwickeln lässt. Ja, was soll ich sagen, auch dieses gute Stück gab vor einigen Tagen den Geist auf, sodass es mir zur Zeit nicht möglich ist, Fotos in das Tagebuch zu stellen. Eine Leihkamera soll das ihrige dazu beitragen, um doch noch an schöne Aufnahmen zu gelangen.
    Wunderschöne September-Herbsttage, die mein Mädchen und ich gemeinsam genießen durften, gehen leider dem Ende zu.
    Es wurde jeder dieser Tage zu einem ausgedehnten Spaziergang genutzt, wobei wir bei kleineren Runden  von Freund Einstein begleitet wurden, mit dem sich Atlantis ausgezeichnet versteht. Vor jedem unserer gemeinsamen Spaziergänge begrüßt er uns lautstark mit wedelndem Schwanz. Dann erscheint sein Frauchen und ab geht es auf die nahe gelegene Wiese, wo dann seitens unserer Vierbeiner ausgelassen gespielt und getobt wird.
    Zeitaufwendigere Ausflüge führen mein Mädchen und mich über den Kreuzweg nach St. Peter an Freund Hansi, dem Hirschen, vorbei, der nach wie vor von Atlantis respektvoll gemieden wird, obwohl ich mir so sehr eine Freundschaft zwischen den beiden wünschen würde. Von Zeit zu Zeit wird auch auf einem abgelegenen Platz ein wenig "Steh, Sitz, Platz, Lauf, Brav mit Belohnung" geübt. Atlantis zeigte am Anfang  wenig Verständnis dafür, fügte sich aber letztendlich doch, sodass meinerseits kein Wunsch offen blieb.
    Weiter geht es dann in den Wald, wo nur mehr Frieden herrscht. Man fühlt, wie sich die Tiere auf die kalte Jahreszeit vorbereiten und ihres dazu beitragen, damit Ruhe in der Natur einkehrt. Auch Bäume und Sträucher fangen langsam an, den Maler zum Pinsel greifen zu lassen, um die einzigartige Verfärbung des Herbstes festzuhalten.
    Jeder Tag wird von meinem Mädchen dazu genutzt, endlich wieder ohne Anstrengung ihre Läufe absolvieren zu können. Diese werden allerdings nur auf der Wiese ausgetragen, denn im Wald herrscht absolutes "Bei Fuß" gehen, um die Tiere in ihrer Ruhe nicht zu stören.  Atlantis wird nur dann aus der Ruhe gebracht, wenn sie ein Reh oder einen Hasen wittert und erspäht. Dann hebt sie ihren Kopf gegen den Himmel, schnuppert einige Male, bleibt auf mein Geheiß stehen und wartet ab, bis sich Reh und Hase entfernt haben.
    Der Weg nach Hause führt uns an den Hochlandrindern vorbei, die mittlerweile auch zu meinem Freundeskreis gehören, allerdings nicht zu dem von Atlantis. Warum - ich weiß es nicht. Mit Feuereifer läuft mein Mädchen über den sonst für sie verbotenen Acker, um ja nicht zu nahe an die friedlichen Tiere heranzukommen. Aber wahrscheinlich ist es die elektrisch geladene Schnur, die Atlantis nach negativen Erfahrungen daran hindert, sich mit den Tieren anzufreunden.
    Sirenengeheul am Samstag:
    Beim wöchentlichen Sirenengeheul an Samstagen um Punkt 12 Uhr mittags wird Atlantis zuerst unruhig, stellt sich dann auf die Terrassenstufe, um dann erhobenen Hauptes wie ein heulender Wolf mit einzustimmen, wobei dieses Duett von mir fachmännisch abgehört wird. Nach Beendigung dieser Zeremonie zieht sich Atlantis zufrieden auf ihr Bettchen zurück.
    Neue Angewohnheiten:
    Dass ich mein Mädchen lieb habe, weiß ja in der Zwischenzeit jeder der Tagebuchleser. Aber auch für Atlantis gelten gewisse Tabus. Dazu gehörte bis vor kurzer Zeit auch mein großes Bett. Dass mich Atlantis jede Nacht ab ca. 22 Uhr des Öfteren aufsucht, um nachzusehen, ob ich noch da bin, hat mir ja noch geschmeichelt. Doch gefällt ihr eben mein Bett zur Zeit besser als ihr komfortables im Wohnzimmer. Na, was soll ich viel erzählen. Pünktlich zum späten Fernsehen erscheint mein Mädchen bei mir, sieht mich mit ihren treuen Augen an, fragt nicht lange, hebt sich und schreitet vorsichtig über meinen Körper, sodass sie dann der Länge nach neben mir zum Liegen kommt. Als Kopfpolster benützt mein Mädchen einen großen Kuschelbären, der ja eigentlich mein Eigentum ist. Aber nach dem Motto "Was Dein ist, ist auch Mein" schläft sich dann friedlich neben mir ein. Wenn sich zu später Stunde noch meine Samtpfötchen dazugesellen, ist dann Schluss mit Lustig. Atlantis wird sanft aber bestimmt von mir hinauskomplimentiert, was sie auch schmollend zur Kenntnis nimmt. Dem ist aber noch lange kein Ende gesetzt. Gegen 6 Uhr in der Früh geht es dann trab trab auf zu frischen Taten in mein Bett, wo Atlantis endlich mit mir den verdienten Schlaf zu Ende schläft. Ob ich jemals wieder mein Bett für mich alleine haben werde - ich weiß es nicht.
    Somit neigen sich die letzten Septembertage dem Ende zu mit der Hoffnung auf einen ebenso schönen Oktober, wo ja die Tage noch kürzer werden und man das Erlebte wesentlich intensiver erlebt.

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