| Das
Tagebuch der blauen Dogge Atlantis
Juni 2003
-
01.06.2003:
Der erste Junitag versprach, etwas besonderes zu werden.
Atlantis und ich zog es in die herrliche Natur und wir genossen
einen ausgiebigen Spaziergang, der uns von St. Peter nach Labach
und weiter nach Dreißgen führte.
Die Wiesen waren
bereits gemäht und Atlantis konnte in alter Manier darauf herumtoben.
Am Labach wurde eine kleine Rast eingelegt, die von meinem Mädchen
zu einer Plantscherei darin genützt
wurde.
Gemeinsam genossen wir die Weite und Ruhe der Natur und waren uns
einig, hier eines der schönsten Plätzchen in unmittelbarer Nähe
unserer Heimatstadt zu besitzen.
Von einem von mir genüsslich verspeisten Apfel, bekam Atlantis
ein kleines Stück ab
und hatte ihre Freude daran. Für kurze Zeit blieb mein Mädchen noch
in der Wiese sitzen und sah mich glücklich an. Ausgerastet ging
es dann weiter nach Dreißgen, wo
wir von einer Herde von Schafen begrüßt wurden. Im Gegensatz zu
mir wurden diese lieben Tiere von Atlantis ignoriert und sie wartete
auf der anderen Seite der Wiese auf mich, um den Spaziergang fortzusetzen,
der uns durch den kühlen Wald über St. Peter wieder nach Hause führte.
-
04.06.2003:
Nachdem die Hitze zur Zeit ihren Höhepunkt erreicht hat, stapften
Atlantis und ich ganz gemächlich
erst
am späten Nachmittag eine kleine Wiesenrunde. Meinem Mädchen war
so heiß, dass sie glaubte, hinter Kornblumen
Schutz
vor der Sonne zu finden. Doch auch diese Tarnung half nichts und
wir schlenderten weiter zu einem nahe gelegenen Ententeich, wo
sich ein Pärchen auch durch uns nicht stören ließ und im Gegensatz
zu uns beiden die Sonne genoss.
Als wir dann endlich auch für Atlantis das
richtige
Nass gefunden hatten, war sie nicht mehr zu halten und lief den
Bach unentwegt auf und ab, wobei sie ihren Durst ausgiebig darin
löschen konnte.
Nach der anschließenden Mahlzeit zog sich mein Mädchen in den kühlen
Garten zurück und schlief ganz fest ein. Vielleicht träumte sie
von einer kleinen Schlange, die heute unseren Weg kreuzte.
-
05.06.2003:
Heute war Haus- und Gartentag angesagt, wobei es Atlantis ob
der großen Hitze vorzog, im Haus ihre Pfoten auszustrecken. Zu vorgerückter
Stunde wurden wir von der Nachbarshündin Vega zu einem kleinen Plansch
im hauseigenen Pool eingeladen. Ich war natürlich schon ganz neugierig,
wie sich mein Mädchen
bei so viel Wasser verhalten würde. Obwohl Vega Atlantis mit viel
Überredungsgebell zu einem gemeinsamen Bad aufzufordern versuchte,
blieb Atlantis etwas
skeptisch am Wasserrand stehen und sah einstweilen dem Treiben von
Vega und ihrem Frauchen ganz fasziniert zu. Aber auch diese Vorführung
konnte mein Mädchen nicht davon überzeugen, sich mit dieser Art
von Wasser
anzufreunden.
Also blieb uns allen nur der Spaß mit Vega, der aber dafür unsere
Lachmuskeln ausgiebig in Anspruch nahm. Mal sehen, vielleicht geschieht
noch ein Wunder und Atlantis geht irgendwann mit Frauchen baden.
-
06.06.2003:
Obwohl uns die Hitze noch immer zu Schaffen macht, fuhren Atlantis
und ich zeitig hinauf in den Wald, um nach Reh und Hase Ausschau
zu halten.
Aber vorerst genoss Atlantis das hohe Gras, um den Wind an ihr vorbei
pfeifen zu lassen. Wir befanden uns noch im Wald,
als
es ein Hase eilig hatte und bei unserem Anblick das Weite suchte.
Atlantis machte zwar Anstalten, mit ihm zu spielen, doch der Hase
war etwas schneller als mein Mädchen und so mussten wir beide auf
den Spaß verzichten. Auf der Wiese
angelangt,
atmete Atlantis kräftig durch und genoss die herrliche Stimmung
auf ihre Art, wobei ich es vorzog, auf einer einladenden Bank mit
Blick auf unsere Heimatstadt zu rasten und
das
Treiben von Atlantis glücklich zu beobachten. Allerdings hatte auch
mein Mädchen bald genug davon und zog sich auf die frisch gemähte
Wiese zurück, wo sie auf mich und unsere Heimfahrt wartet.
Stummfilm mit Frauchen:
Stellt Euch vor, neulich stieg ich wie immer ganz vorsichtig
in das Auto von Frauchen und wartete auf das Zumachen der Hecktüre.
Offensichtlich hatte es Frauchen eilig, denn zu Früh des Guten und
sie erwischte den letzten kleinen Teil meines ohnehin nicht langen
Schwanzes. Ein Aufheulen von mir genügte und der Schreck stand meinem
Frauchen ins Gesicht geschrieben. Sofort öffnete sie wieder die
Türe, um ihren Fehler zu korrigieren. Doch da war es um mich schon
geschehen. Ab ging dann die Fahrt, wobei ich mir an diesem Tage
nichts mehr anmerken ließ. Zu wichtig war mir der bevorstehende
Spaziergang, den ich in Ruhe genießen wollte.
Aber am nächsten Tag zeigte ich meinem Frauchen, wer der Herr im
Hause ist. Als es die Kellerstiege hinunter zur Garage ging, machte
ich sofort wieder kehrt, um in das Haus hoch zu laufen. Doch Frauchen
holte mich ein und ging mit mir wieder Richtung Auto.
Was konnte ich mir einfallen lassen, um Frauchen ein wenig zu ärgern?
Ich sprang in das Auto, blieb aber nicht brav auf der Decke liegen,
sondern zog es vor, mich neben Frauchen auf den Beifahrersitz zu
schwingen. Ha, ha, da hatte meine Chefin keine Chance, denn zum
Wegheben bin ich doch zu schwer. Also durfte ich sitzen bleiben
und genoss einmal aus einer anderen Perspektive die Ausfahrt. Frauchen
redete unentwegt auf mich ein, dass ich ja brav sein solle, um ja
keinen Unfall zu verursachen. Von wegen, weiß ich doch Bescheid,
wie man sich auf diesem so edlen Platz benimmt.
Auf der Rückfahrt bemühte sich Frauchen umsonst, mich umzustimmen
und auch hier war ich ihr Begleiter. Beim Hochgehen der Kellerstiege
stellte ich mich heute dumm an und wollte einfach nicht. Aber der
Hunger trug den Sieg davon und so ging ich doch brav mit Frauchen.
Zwei Tage verweigerte ich die Streicheleinheiten von Frauchen und
zog es vor, hinter der Essbank meinen Platz einzunehmen.
Dann tat mir mein Frauchen doch leid und schön langsam pirschte
ich mich wieder an sie heran. Das war ein Küssen und Herzen, denn
auch mir gingen die Liebkosungen von Frauchen schon ab. Auch beim
Auto fahren bin ich wieder brav und überlasse den Beifahrersitz
einem großen Etwas, das verhindern soll, mich darauf breit
zu machen.
Jetzt ist wieder alles in Butter - Frauchen und ich haben uns ganz
toll lieb.
-
15.06.2003:
Am heutigen Tag fuhren wir gemeinsam mit Gabi, Chris und Zoe
nach Sandl zu unseren Freunden, Familie Schober und deren Doggen
Bruno und Kimberly, um die drei Wochen alten Glückskätzchen zu bewundern.
 
Vorher
war natürlich ein ausgiebiger Spaziergang in der wunderschönen Gegend
mit unseren Ranken angesagt, wo sich alle Vier austoben konnten.
Gut, dass es an diesem Tage nicht allzu heiß war, denn so konnten
unsere Vierbeiner richtig herumtollen und Wiese und Wald genießen.
Beim anschließenden Besuch der kleinen Kätzchen waren Gabi und ich
wie kleine Kinder und konnten uns von den entzückenden Wesen kaum
trennen. Zur Vorsicht reservierten wir uns mal jeder eine Katze
- mal sehen - bis Sonntag fällt die Entscheidung. Wie immer war
es sehr gemütlich und nach einer deftigen Kaffeejause (Kompliment
an Maria) traten Atlantis und ich die Heimreise an.
-
19.06.2003:
Atlantis wurde heute von lieben Freunden aus Linz besucht und
bestaunt.
Elisabeth, selbst glückliche Besitzerin einer belgischen Schäferhündin
mit dem Namen "Kira", war ganz aus dem Häuschen, als sie
mein Mädchen das erste mal in die Arme schloss. Die Hoffnung,
dass beide Hündinnen ein Herz und eine Seele werden, erfüllte sich
allerdings nicht ganz. Obwohl Kira von Atlantis immer wieder zum
Spiel aufgefordert wurde, zog sich Kira leise knurrend lieber zu
ihrem Frauchen zurück. Auch beim Geschäfte verrichten im Garten
wurden sie nicht gerade Freundinnen, wobei bei dieser Tätigkeit
schon eine gewisse Annäherung zu beobachten war. Schmunzelnd betrachtete
Michaela, die Schwester von Elisabeth, dieses Geschehen, hielt sich
aber dezent zurück. Erst beim Austeilen von Schweinsohren kam Leben
in die Bude. Beim anschließenden Spaziergang ging jede ihrer Wege,
ohne die andere dabei zu stören. Im nahe gelegenen
Waldteich
wurde Kira dann zu einem richtigen Temperamentsbündel. Immer wieder
suchte sie das kühle Nass auf und schwamm darin wie ein Profi. Atlantis
versuchte erst gar nicht, es mit Kira aufzunehmen. Aber das Holzstück
im Wasser war doch zu verführerisch, um es dort einsam
schwimmen
zu lassen. Also rutschte mein Mädchen
ganz vorsichtig in das Wasser, um an ihren Fund zu gelangen. Endlich
ist es geschafft - ohne Fleiß kein Preis. Zu Hause angekommen, waren
Atlantis und Kira so geschafft, dass beide ein Nickerchen vorzogen.
Dabei war eine gewisse Harmonie zwischen unseren Hündinnen zu beobachten
und so freuen wir uns alle auf ein nächstes Treffen.
-
21.06.2003
- Sommerbeginn -
von wegen. Die Sonne beglückte uns zwar den ganzen Tag, jedoch
der Wind war stärker als jeder Sonnenstrahl. Außerdem zeigten Atlantis
und ich keinerlei Ambitionen, das Haus zu verlassen. Dann kam ein
erlösender Anruf von Edith, die uns beide zu Kaffee und Kuchen einlud.
Zuerst wurden natürlich Haus und Garten inspiziert, bevor es sich
mein Mädchen auf der Terrasse gemütlich machte.
Am späten Nachmittag versuchte ich, Atlantis mit der Leine aus ihrem
Versteck hinter der Essbank hervorzulocken. Was zuerst nur bei einem
Versuch blieb, wurde
dann doch mit einem kleinen Wiesenspaziergang belohnt. Gleich ging
es ab in die Wiese, wo es mein Mädchen schon ganz dringend hinzog.
Aber so richtigen Spaß hatte sie heute offensichtlich nicht. Von
Zeit
zu Zeit setzte sie sich gemächlich ins Gras und schaute in den Himmel.
Am Rückweg trafen wir Freund Einstein mit Frauchen und Matthias,
mit denen wir nochmals ein paar Schritte gingen, um dann den Heimweg
gemeinsam anzutreten.
-
26.06.2003:
Atlantis, Frauchen und Samtpfötchen denken heute ganz fest an
Dich, unser aller Herrchen Heinz, und wünschen Dir über die Regenbogenbrücke
mit "Deinen" Wiesenblumen alles Gute zum Geburtstag.
Deinen letzten Festtag, den Du noch im Kreise Deiner Familie, Freunde
und Vierbeiner feiern und genießen konntest, werden wir immer in
Erinnerung behalten.
-
29.06.2003:
Nachdem uns die liebe Frau Sonne den ganzen Tag extrem hold
war, fuhren Atlantis, eine liebe Freundin von mir und ich gemeinsam
mit dem Auto erst gegen 20.00 Uhr nach St. Peter. Insider wissen
natürlich, wo es uns dann hinzog -
natürlich
zu unserem geliebten Labach, wo mein Mädchen ausgiebig badete. Wir
erlebten eine herrliche Abendstimmung, die sich auch auf Atlantis
übertrug. Immer wieder zog es sie in das Kornfeld, als ob sie etwas
suchen würde.
Rehe und Hasen liefen uns direkt über den Weg und genossen ebenfalls
das kühle Gras. Atlantis war so mit sich und der Abendeinwirkung
beschäftigt, dass sie das Treiben der Tiere nicht bemerkte. Wenn
doch, dann ist sie eben mein braves Mädchen.
|