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Das Tagebuch der blauen Dogge Atlantis
Juni 2002


  • 1.6.2002: Ein kleiner Festtag. Heute vor einem Jahr ist Atlantis zu uns gekommen, Atlantis am 1.6.2002Atlantis am 1.6.2001unser kleiner Wirbelwind, der so viel Freude in das Haus gebracht hat. Wie prächtig hat sie sich in der Zwischenzeit entwickelt. Aus dem kleinen verspielten Welpen ist eine elegante Doggendame geworden, mit einem wundervollen Charakter und einem ganz liebenswerten Wesen. Wie viele schöne, unvergessliche Stunden hat sie mir schon bereitet! Wie viel Vertrauen hat sie zu mir - und ich zu ihr. Wie viel Kraft konnte ich bei unseren gemeinsamen Spaziergängen tanken, wie sehr hat sie mir über schlechte Zeiten hinweg geholfen, hat getröstet und beruhigt. Wie viel Sonnenschein hat sie in mein Leben gebracht, welche glücklichen Stunden. Ich habe eine Freundin, die mir viel mehr zurück gibt, als ich ihr je geben kann.
    Atlantis und NeroWie hat sie mit Nero gespielt, meinem unvergesslichen Freund, von dem sie noch so viel lernen durfte. Wie groß war aber auch die Freude von Nero an dieser angenehmen Begleiterin. Schade, dass er das gemeinsame Zusammensein nicht länger erleben durfte.
    Zur Feier des Tages machen wir einen langen Spaziergang. Dieses Mal nicht nach Labach, nein, heute geht es in den Wald und auf den Berg nach St. Peter. Dorthin, wo Nero und Atlantis bei gemeinsamen Spaziergängen herumgetollt sind, viel Spaß miteinander hatten. Das Wetter meint es gut mit uns. Leicht bewölkt, angenehm warm, eine herrliche Luft. Wir gehen über einen Wiesenweg Richtung Wald. Atlantis am 1.6.2002Hier steht noch das hohe Gras. Atlantis verschwindet darin, taucht wieder auf, holt sich Streicheleinheiten, und schon ist sie wieder nicht mehr zu sehen. Die Hochlandrinder liegen faul auf der Wiese, wärmen sich an den Sonnenstrahlen. Über uns bekriegen sich Krähen und Falken, vom Waldrand ist der Kuckuck zu hören, Lerchen trillern um die Wette, ach, man kann die Seele so richtig baumeln lassen.
    Dann ein kurzes Aufjaulen, Atlantis kommt ganz aufgeregt zu mir, läuft wieder weg. Was war das? Ja ja, mein kleines Mädchen hat wieder eine eine schmerzliche Erfahrung machen müssen. Mit einem Maulwurf legt man es sich auch nicht an.
    Atlantis am 1.6.2002Jetzt kommen wir zum Wald. Es ist angenehm kühl, die Luft ist kräftig, voller angenehmer Düfte. Balsam für die Lunge, die noch immer nicht richtig arbeiten will. Es geht bergauf. Ich schwitze, fröstle dabei, muss immer wieder stehen bleiben. Also ganz gesund bin ich noch nicht. Mein Mädchen dagegen! Sie läuft hinauf, herunter, wieder hinauf, ein klein wenig beneide ich sie.  Sie genießt ihr Leben in vollen Zügen. Na ja, und irgendwie schaffe ich es doch, auf den Berg zu kommen.
    Jetzt sind wir in der Stille des Waldes. Ab und zu ein Schatten von einem Reh, ein Häschen, Vögel in den Bäumen, aber sonst sind wir ganz alleine. Die Sonnenstrahlen dringen nur vereinzelt durch die Baumwipfel, es ist angenehm kühl. Wir suchen die Plätzchen auf, an denen wir mit Nero so oft gelegen sind, an denen die Hunde so schön gespielt haben. Wir liegen im weichen Gras, beobachten Käfer und anderes Krabbelgetier, schauen den Wolken zu, lassen es uns gut gehen.
    Atlantis am 1.6.2002Doch Atlantis bekommt Durst. Also auf zur Quelle im Wald. Meine kleine Freundin kennt ja inzwischen ihre Umgebung ganz genau. Zielstrebig läuft sie voraus, direkt zu diesem herrlichen Wasser, das hier aus dem Waldboden kommt. Das tut natürlich gut, und auch Herrchen kann nicht widerstehen, davon zu kosten.
    Weiter geht es über sonnige und schattige Waldwege, bergauf und bergab, immer dorthin, wonach uns gerade ist. Überall finden wir schon Walderdbeeren, es wird genascht und genascht. Sie schmecken aber auch zu gut. Zumindest Herrchen, Atlantis versucht zwei oder drei, na ja, ganz ihr Geschmack sind sie nicht.
    Atlantis am 1.6.2002Beim Waldteich löscht Atlantis wieder ihren Durst, wir sitzen am Ufer in der Sonne, diesen Tag genießen wir so richtig. Nach dem langen Spaziergang ist sie jetzt schon etwas müde, liegt neben mir, drückt sich an mich, lässt sich streicheln. Ich kann nicht sagen, wem es besser gefallen hat, aber für mich waren es Augenblicke der Freude, der Zufriedenheit. Ach, was habe ich doch mit meinem Mädchen für ein Glück gehabt, ich hätte keinen besseren Hund finden können. Wenn mir auch der unvergessene Nero noch immer unendlich abgeht, ich noch immer traurig bin, diese Doggendame ist kein Ersatz für ihn, nein, sie ist, so wie Nero, eine Freundin. Wenn auch auf ihre Art, und das ist gut so!

  • 4.6.2002: Ich wache schon früh auf. Gestern war beruflich ein starker Tag, sehr stressig, heute habe ich fürchterlich Kopfweh. Mich fröstelt, ich kämpfe noch immer mit diesem Virus. Die Gelenke schmerzen, ich bin schwindlig, bin müde und abgeschlagen, jeder Griff kostet Überwindung. Es wird langsam Zeit, wieder gesund zu werden. Ich habe jetzt viele E-Mails erhalten, warum ich nicht im Chat bin, beim Tagebuch in Verzug bin. Bitte um Verständnis dafür, aber ich bin am Abend momentan immer so müde, dass ich dazu nicht in der Lage bin.
    Atlantis am 4.6.2002Nicht einmal die Spaziergänge mit Atlantis machen zur Zeit so richtig Spaß, der Fotoapparat, na ja, er wird halt mitgenommen. Aber Lust am Fotografieren?
    ÄhreEs ist auch heute so. Eher lustlos mache ich mich mit Atlantis auf den Weg. Aber schon nach den ersten Schritten spüre ich, es geht mir besser. Das Wetter ist herrlich, es ist warm, ein richtiger Sommertag. Auf der Wiese mäht der Bauer das Gras, ein angenehmer Duft nach Gras kommt uns entgegen. Die Störche suchen gleich neben dem Traktor Futter, lassen sich nicht stören. Atlantis geht auf Mäusejagd, hat jedoch wenig Glück. Vorbei geht es an den Hochlandrindern in den Wald hinein. Ich fühle mich immer besser. Jetzt scheint es doch überstanden zu sein. Auch den steilen Anstieg schaffe ich heute fast ohne Probleme, das Kopfweh ist verschwunden.
    Atlantis am 4.6.2002Atlantis ist wie üblich überall und nirgends, verschwindet im hohen Gras, wälzt sich, springt herum. Ach, sie kann wirklich ihr Leben genießen. Ich lasse mir Walderdbeeren schmecken, setze mich ins hohe Gras, schaue ins Tal, wie herrlich ist es hier heroben. Der Kopf ist wieder frei, alles was jetzt ein paar Wochen unangenehm war, ist wie weggeblasen. Wir machen eine lange Runde durch den Wald, immer begleitet von einem riesigen Orchester, das uns seine Lieder von den Bäumen pfeift und zwitschert.
    Ich suche nach Schwammerl - vergebens. Da es so lange nicht mehr geregnet hat, sind nicht einmal "narrische" zu finden (für unsere Norddeutschen Freunde: "Narrische Schwammerl" sind giftige Pilze, die Symptome wie nach Rauschgiftgenuss verursachen. In Österreich werden ab und zu besonders Politiker verdächtigt, "narrische Schwammerl" verzehrt zu haben). Ich freue mich schon auf Parasole, die ja so gut schmecken.
    Am höchsten Punkt unserer Wanderung machen wir lange Rast, ich liege am Waldboden, träume, Atlantis jagt durch das Unterholz, dass es nur so kracht. Ihre Kraft ist unbändig. Mir ist so richtig wohl, seit langem tut mir dieser Spaziergang wieder gut.
    Doch dann ruft die Arbeit. Also, auf in das Tal, vorbei an blühenden Lupinen, Schmetterlingen, ein kurzer Tratsch mit dem Bauern, schön war es heute!

  • 7.6.2002: Gestern noch schwül und heiß, heute regnet es in Strömen. Tut das gut! Am Atlantis bei strömenden Regen am 7.6.2002Morgen besuche ich mit Atlantis die Tierärztin. Mein Mädchen wird durchgecheckt, bekommt die Jahresgrundimpfungen und die Impfung gegen Tollwut. Vorgestern bekam sie die Auffrischungsimpfung gegen Borreliose. Gut geschützt können wir nun wieder unbesorgt über die Wiesen und durch die Wälder streichen.
    Gleich nach dem Tierarztbesuch machen wir uns auf den Weg. Es regnet, was nur herunterkommen kann. Gut, dass wir auf über 700 m Seehöhe leben, keine Überschwemmungen kennen. Ich habe meine Regenpelerine an, Gummistiefel, werde Atlantis am 7.6.2002sicher nicht nass. Doch mein Mädchen? Sie mag ja Regen, aber in diesen Mengen? Weit gefehlt Herrchen! Atlantis springt herum wie schon lange nicht. In den vergangen heißen Tagen ist sie ja eher lustlos herumgelaufen, hat immer Wasser zum Trinken gesucht. Doch heute? Sie ist nicht zu bremsen, tobt herum, springt mich an, will spielen. Na ja, Herrchen macht da ja sonst gerne mit, aber bei diesem Wetter! Macht doch nichts, auch ich bin ja nicht aus Zucker. Also balgen wir auf der Wiese herum, raufen, laufen nach - bis ich patschnass bin. Zum Glück ist es nicht kalt, so dass es auszuhalten ist. Lange spazieren wir dann noch über Wiesen, durch den Wald, es macht uns beiden Freude.
    Atlantis am 7.6.2002Die Luft ist voller guter Gerüche, tut dem ganzen Körper gut, die Blumen leuchten in kräftigen Farben, über uns jagen Schwalben nach Mücken, der Wind streift über die Ähren der Kornfelder, biegt sie, man hört die Regentropfen beruhigend auf die Pelerine fallen, der Wind peitscht sie ins Gesicht, man fühlt die Natur auch körperlich. Der Kopf wird frei, jede Zelle des Gehirnes kann aufnehmen, verarbeiten, man fühlt jede Pore des Körpers, mir ist wohl, wie schon lange nicht. Atlantis tobt durch das nasse Gras, wälzt sich darin, auch sie freut sich über diese Wanderung.
    Wir sind über 2 Stunden bei strömenden Regen unterwegs, doch so einen schönen Spaziergang haben wir schon lange nicht mehr gemacht.
    Zu Hause dann gleich in die Sauna und fest geschwitzt, eine Tasse Kaffee, da muss man ja gesund werden!

  • 10.6.2002: Der große Regen ist vorbei, das Wetter ist besser geworden, es ist Spaziergang in Labach mit Atlantis am 10.6.2002angenehm warm. Also, hinaus in die Natur! Am späten Nachmittag machen wir uns auf den Weg. Die Wiesen sind noch regennass, überall glitzern uns kleine Tropfen von den Gräsern an. Die Luft ist kräftig, kühl, eine leichte Brise weht uns entgegen. Wir gehen über die abgemähten Wiesen der Hochebene, immer wieder an Kornfeldern vorbei, in deren Oberflächen der Wind und die Sonne herrliche Stimmungsbilder zaubern.
    Atlantis am 10.6.2002Auch die Rehe und Hasen lassen sich von dieser schönen Spätnachmittagstimmung anregen und tauchen da und dort auf, immer aber im Schatten der hohen Ähren. Über uns Kiebitze, die sich immer wieder auf Atlantis herunterstürzen um sie zu vertreiben. Aber auch sie werden gejagt, denn etliche Möwen, die immer wieder zu uns in das Bergland kommen, sind auf Raubzug aus, auf die Jungen der Kiebitze.
    Wir kommen zu einem kleinen Bach, in dem Moorwasser fließt. Atlantis trinkt, kühlt sich ab, ist wieder zufrieden. Die Sonne auf ihrem dunklen Fell macht schnell durstig. Doch jetzt ist sie wieder frisch. Übermütig läuft sie herum, springt mich an, jetzt will sie spielen. Na, heute lasse ich es mir ohne weiteres gefallen, und so kugeln wir auf der Wiese herum. Für mein Mädchen ein Riesenspaß, wenn auch Herrchen oft ein "Autsch" von sich gibt.
    Atlantis am 10.6.2002Dann wird noch fotografiert, diese riesigen Wolkenberge und das Licht laden ja dazu ein. Und Atlantis zeigt, was sie von den Pferden gelernt hat. Sie braucht dazu nicht einmal einen Barren. Ihr genügt das hohe Gras. Voll Spaß springt sie immer wieder hinein, läuft eine Runde, kommt heraus, und das ganze von vorne. Dieses Mädchen, wie kann sie sich doch freuen und ihr Leben genießen. Fast könnte man neidisch werden.

  • 11.6.2002: Herrliches Wetter. Tiefblauer Himmel mit riesigen Wolkenbergen, warm, man hört den Kuckuck rufen, man muss einfach hinaus.
    Blick auf St. Peter am 11.6.2002Früh am Morgen machen wir uns auf den Weg. Die Luft ist noch kühl, ein feiner Dunst liegt über dem Boden, es ist angenehm, über die weichen Wiesen zu wandern. Atlantis ist übermütig wie immer. Wie ein Rennpferd tobt sie über die weiten Wiesen, einmal Galopp, einmal im Trab. Hier hat sie ja unendlich viel Platz, kann laufen wohin sie will und so weit sie will. Den größten Spaß macht es ihr aber, den Schwalben nachzujagen, die knapp über dem Boden Mücken fangen. Und auch denen scheint es zu gefallen, immer wieder fliegen sie auf Atlantis zu und drehen knapp vor ihr ab.
    Atlantis am 11.6.2002Herrchen geht es etwas geruhsamer an. Ich beobachte mit dem Fernglas Rehe am Waldrand, schaue den Wolken zu, beobachte Schmetterlinge und anderes Kleingetier, rieche an Blumen, und lasse meine Seele baumeln. Ich genieße diese Spaziergänge abseits von Trubel und Hektik.
    Lange schaue ich einem Falken zu, der über uns kreist und Futter sucht. Dann hat er etwas entdeckt, stürzt im Sturzflug herab, packt zu, er hat eine Maus. Er tötet aus Hunger, wir Menschen aber .....
    Schmetterling am 11.6.2002Die Sonne ist höher gestiegen, jetzt soll fotografiert werden. Schmetterlinge, Blumen, ... . Soll! Denn kaum habe ich einen Schmetterling ausfindig gemacht, mich langsam und vorsichtig genähert, den Fotoapparat eingestellt, da ist Atlantis mit einem Sprung da. Sie muss doch schauen was Herrchen macht, na ja, und der Schmetterling ist weg. Das Leben mit meinem Mädchen ist oft nicht leicht :-)).
    Spaziergang am Abend des 11.6.2002Am Abend noch immer wunderschönes Wetter, das zu einem Abendspaziergang einlädt. Die Sonne ist gerade am Untergehen und taucht alles in goldenes Licht. Die abgeernteten Wiesen, die Kornfelder, Atlantis, alles leuchtet in wunderschönen Farben. Es ist fast unnatürlich. Ganz ruhig ist es, kein Mensch ist zu sehen. Still gehen wir über die Grasflächen, beobachten die Natur rund um uns. Ach, es ist schon ein herrliches Stückchen Welt, auf dem wir hier leben, so ganz nach meinem Geschmack.
    Abendspatziergang am 11.6.2002Auch Atlantis freut sich, läuft über die Wiesen, springt in die Kornfelder, ist wieder neben mir, lässt mich aber in Ruhe. Sie kennt mich, weiß, dass ich in solchen Augenblicken nachdenken will, etwas Besinnung halte, einfach in mich gehe.
    Doch beim Zurückgehen gibt es dann keine Hemmungen mehr. Sie springt mich an, wirft mich um, wir raufen, wir spielen fangen, und als wir nach Hause kommen sind wir Beide voller Gras und Heu. Ein herrlicher Ausklang des Tages.

  • 13.6.2002: Am Vormittag besucht uns meine Tochter mit Enkelkindern und ihrem Jack Russel Spike am 13.6.2002neuen Hund, dem Jack Russel Spike. Atlantis kann zuerst mit diesem Winzling, der ja erst ein paar Wochen alt ist, nicht viel anfangen. Immer wieder weicht sie ihm aus, um ja nicht auf ihn zu treten, ihm nicht weh zu tun. Das ist aber schwer, da Spike bei ihr trinken will, ihr ständig nachläuft. So einen Winzling hat sie noch nie gesehen. Na ja, auch das wird sich bald ändern.
    Atlantis am 13.6.2002Beim Spaziergang ist es heute unerträglich heiß und schwül. Nicht einmal der Wald bietet wirklich Abkühlung. Atlantis läuft lustlos neben mir her, sucht ständig ihre Plätzchen wo sie Wasser weiß, mag aber nicht spielen und herumtoben. Sie hechelt, ihre Zunge hängt heraus. Was soll's! Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen am Waldrand, machen es uns dort bequem - es muss ja nicht immer herumgelaufen werden. Atlantis legt sich sofort in das kühle Gras und schaut mich dankbar an. Ich kann es ihr nachfühlen, denn auch mir stehen die Schweißperlen auf der Stirn. Teils von der Hitze, teils, weil ich immer noch nicht ganz gesund bin.
    Käfer bei Paarung - 13.6.2002Lange sitzen wir im Schatten, beobachten Käfer bei ihrer Hochzeit, schauen den Vögeln zu die nach Mücken jagen, beobachten die Bauern bei ihrer Feldarbeit, Herrchen sucht wieder einmal vergeblich Schlangen, schnell vergeht die Zeit dabei. Atlantis schläft ein Weilchen, lässt sich von Herrchen streicheln, ist so richtig faul heute.
    Wieder zu Hause ist der erste Weg zur Wasserschüssel, die sofort leer getrunken wird. Morgen werden wir wohl bald in der Früh unseren Spaziergang machen.

  • 14.6.2002: Es ist heiß und schwül. Schon früh am Morgen sind wir im Wald, genießen Atlantis am 14.6.2002die Kühle und Ruhe.  Rund um uns singen die Vögel ihr Morgenlied, begrüßen die aufgehende Sonne. Vom Tal hören wir die Kirchenglocken, sie laden zum Nachdenken ein. Still gehe ich durch den Wald, beobachte Rehe und Hasen, Vögel, liege am Waldrand und schaue den Käfern und Schmetterlingen zu.
    Eine Reiterin begegnet uns. Atlantis bleibt ganz ruhig, sie kennt ja Pferde. Mein Mädchen, das jetzt eine kleine Trotzfase durchmacht. Momentan hört sie sehr schwer, alles andere ist ja viel interessanter. Ich muss oft energisch rufen oder pfeifen, damit sie herbei kommt. Na ja, wir müssen eben wieder ein bisschen Gehorsam üben. Und so schaut sie mich ganz überrascht an, wenn ich sie mitten im Wald anleine, sie etwa 10 Minuten mit dem Halsband laufen muss. Das kennt sie ja sonst nicht. Aber nur Übung macht den Meister :-)). Es war ja auch bei Nero so - zum Glück dauern diese Rüpelfasen nicht allzu lange.
    Bald wird es aber unerträglich heiß. Im Wald kein Lufthauch, es ist richtig drückend geworden. Also schnell zum Teich, damit Atlantis Wasser bekommt. Genussvoll steigt sie hinein, trinkt und trinkt und ....
    Atlantis am 14.6.2002Erst spät am Abend wird es kühler. Das herrliche Wetter lädt ein, noch einen Abendspaziergang zu machen. Die Sonne steht schon tief und taucht alles in die schönsten Farben. Zuerst goldgelb, dann Atlantis am 14.6.2002tiefrot. Ein kühler Wind weht uns entgegen, es ist unbeschreiblich schön. Am Waldrand sehen wir Rehe, die ruhig äsen und die letzten Sonnenstrahlen genießen. Hasen hoppeln umher, haben Spaß miteinander.
    Im Fell von Atlantis spiegeln sich die Farben der Sonne. Einmal leuchtet sie ganz golden, dann wieder rot. Jeder Muskel von ihr zeichnet sich ab, bildet Schattenspiele, ich kann mich gar nicht satt sehen daran.  Wir setzen uns auf eine abgemähte Wiese und warten, bis die Sonne ganz verschwunden ist. Es sind Augenblicke, die man nie vergisst!

  • 17.6.2002: Heiß, schwül, nicht unbedingt Wetter für ausgedehnte Spaziergänge. Früh Atlantis am 17.6.2002am Morgen machen wir uns auf den Weg in den Wald. Zumindest dort ist es ein bisschen kühler, angenehmer. Das Gras ist voll mit Morgentau, Atlantis legt sich hinein, wälzt sich darin, kühlt sich ab. Plötzlich ein Aufheulen, sie springt auf, läuft davon, rennt im Kreis, kommt zu mir, läuft wieder weg,... . Sie hat sich wohl auf eine Biene gelegt, die sie dann gestochen hat. Na ja, der Schmerz ist schnell wieder vergessen, zu sehen ist auch nichts, mein Mädchen hat wieder eine Erfahrung gemacht.
    Langsam schlendern wir durch den Wald, bleiben immer wieder stehen, rasten, setzen eine Fliege beim Sonnenbaduns auf den Waldboden, ich schwitze auch davon. Ein paar Heidelbeeren werden genascht, Walderdbeeren, das tut gut. Atlantis versucht sich inzwischen bei der Jagd nach Eichkätzchen. Diese kleine Wuschelmonster, die so schnell auf den Bäumen sind und dann auf sie herabsehen, na ja, eher herablachen. Ganz verdutzt steht sie da, schaut hinauf, denkt wohl nach, wie man da hinaufkommen könnte.
    Beim Weitergehen fällt mir auf, dass Atlantis seit vorgestern ständig markiert. Wohl ein Anzeichen dafür, dass sie hitzig wird und Rüden anlocken will. Jetzt heißt es in der nächsten Zeit aufpassen! Aber hier heroben ist wohl eher selten ein Hund zu finden, auf dieser weiten Hochfläche.
    Atlantis am 17.6.2002Wir kommenauf eine Wiese, zu Kornfeldern. Die Gelegenheit für Atlantis, sich so richtig auszutoben. Sie läuft hinein, springt hoch, macht Riesensätze. Es macht ihr ganz großen Spaß. Da plötzlich, ein Hase, der ebenfalls im Kornfeld war. Blitzschnell läuft er über die Wiese davon. Atlantis, zuerst erschrocken, will nachlaufen. Ein Pfiff von mir, sie bleibt sofort stehen. Braves Mädchen! Ich lobe sie, streichle sie, lenke sie ab. Ob die Übungen der vergangen Tage genützt haben? Oder war es ihr einfach zu heiß zu einem kleinen Wettrennen, wer weiß?
    Atlantis am 17.6.2002Jetzt ist sie aber müde, hat Durst. Gleich am Waldrand finden wir Wasser, dann legt sie sich lange ausgestreckt in das kühle Gras und schläft ein. Und Herrchen? Ich lege mich mit dem Fotoapparat in das Gras, fotografiere Bienen, Käfer und Blumen, kraule zwischendurch mein Mädchen und genieße die schöne Landschaft. Allzu lange haben wir ja eh nicht Zeit, denn die Hitze wird bald unerträglich.

  • 21.6.2002: Sommeranfang. Und das Wetter richtet sich danach. Es ist heiß, fast Atlantis am 21.6.2002unerträglich heiß. Seit Tagen schon haben wir Temperaturen um die 30° C, es ist sehr schwül, am Himmel ist kaum eine Wolke zu sehen. Die vergangen zwei Tage sind wir gar nicht aus dem Haus gekommen. Atlantis ist nur auf dem kühlen Steinboden der Diele gelegen, hat Unmengen von Wasser getrunken und viel geschlafen. Sie ist hitzig geworden, auch das macht ihr sehr zu schaffen.
    Heute Nacht hat es zumindest etwas geregnet. Also versuchen wir schon relativ früh einen Morgenspaziergang. Im Wald ist es um diese Zeit noch halbwegs kühl, doch es ist sehr, sehr schwül. Die Luft über den Kornfeldern und Wiesen zittert, die Hitze ist richtig zu sehen. Rehe, Hasen, Vögel, wo sind sie? Auch sie haben sich tief in den Wald zurückgezogen, lassen sich nicht blicken.
    Langsam gehen wir durch den Wald, vermeiden jeden Sonnenstrahl, suchen immer wieder Wasserstellen für Atlantis auf. Ihr, na eigentlich auch mir, macht das Spazierengehen bei diesen Temperaturen wenig Spaß. Also setzen wir uns am Waldrand in das kühle Gras und beobachten das Treiben rund um uns. Doch es ist nicht viel zu sehen. Ein Jogger trabt an uns vorüber, schweißgebadet, tief atmend, die spinnen wohl, diese Sportler :-)). Die Natur aber hat eine Ruhepause eingelegt. Sie ist gescheiter als wir Menschen, die glauben, auch bei dieser Hitze Höchstleistungen erbringen zu müssen.
    Mein Mädchen hat es sich jetzt an diesem längsten Tag des Jahres ganz gemütlich gemacht, liegt lang ausgestreckt im Schatten und döst vor sich hin. Ich liege neben ihr, habe Tagträume, lasse meine Seele baumeln. Heute ist ja Sonnenwende, die Tage werden schon wieder kürzer. Schnell ist die Zeit vergangen. Gerade noch waren die Wiesen satt grün, voller Blumen, Schmetterlinge - jetzt sind sie abgemäht, braun, kahl. Bald werden die goldgelben Kornfelder abgeerntet sein, wir werden wieder über Stoppelfelder laufen. Und jeder Tag wird wieder um ein paar Minuten kürzer werden, aber auch geruhsamer. Und es wird kühler werden, und wir werden uns wieder nach der Wärme des Sommers sehnen. Also, was soll es, jammern wir nicht wegen dieser derzeitigen Hitze. Seien wir doch froh, dass wir auf einem Fleckchen Erde leben, das uns so viel Abwechslung bietet, so viel Schönheit zu jeder Jahreszeit.
    Atlantis am 21.6.2002Die Sonne steigt höher, mit ihr die Temperatur. Also weiter, mein Mädchen, wir sollten ja wieder nach Hause. Jetzt müssen wir über eine freie Grasfläche. Es ist für mich fast unerträglich. Wie muss es erst Atlantis gehen, mit ihrem dunklen Fell, außerdem kann sie ja nicht schwitzen! Sie hechelt, ihre Zunge hängt weit heraus, sie sucht jeden Quadratzentimeter Schatten. Immer weit voraus, um ja keinen Baum oder Strauch auszulassen.
    Atlantis am 21.6.2002Beim Kornfeld, in dem sie sonst immer herumspringt, ein kurzer Versuch, doch es ist einfach zu heiß. Sofort kommt sie wieder heraus, läuft Richtung kühlen Wald. Nicht einmal der Pfau begrüßt uns heute, der ja dort lebt und uns immer von Weitem entgegen schreit. Er sitzt in seinem Verschlag, lässt sich nicht blicken.
    Na ja, die nächsten Tage werden wir wohl wieder zu Hause bleiben, irgendwann muss es ja einmal kühler werden. Und da Atlantis hitzig ist, macht es auch nicht allzu viel aus, nur die Rüden werden vergeblich warten :-)).

  • 23.6.2002: "Raindrops Keep Falling on My Head" - ach, wie würden wir uns das Frühmorgens im Wald - 23.6.2002wünschen. Doch alle Blicke zum Himmel, ob nicht doch irgendwo Regenwolken auftauchen sind vergebens. Es ist heiß, schwül, am angenehmsten ist es im kühlen Haus. Ich stehe schon sehr bald auf, um mit Atlantis ganz früh am Morgen einen Spaziergang zu machen. Um diese Zeit ist es gerade noch erträglich. Und auch besonders schön! Die ersten Sonnenstrahlen blinzeln durch die Baumkronen, die Vögel begrüßen den Katze flüchtet vor Atlantisneuen Tag, Häslein hüpfen in Gruppen vergnügt herum, und einzelne Rehe äsen ganz ruhig am Waldrand. Und mitten auf der Wiese sitzt eine einsame Katze vor einem Mausloch und wartet geduldig auf ihre Beute. Sitzt? Ist gesessen! Denn kaum sieht sie Atlantis macht sie einen Satz, flieht zum nächsten Baum, klettert hinauf. Atlantis schaut mich ganz verdutzt an - "was hat diese Kratzbürste nur, ich tue ihr doch nicht?". Na ja, nicht alle Katzen sind Hunde so gewohnt wie unsere.
    Wir suchen unsere Wasserstellen auf, schlendern auf schattigen Wegen und legen uns dann wieder am Waldrand nieder. Das Gras ist kühl und etwas nass, richtig angenehm. Atlantis mit Feldhase am 23.6.2002Ich lausche den vielen Vogelstimmen, fotografiere ein bisschen, bin mit meinen Gedanken mal hier und mal dort. Ganz ruhig und friedlich ist es hier, ich fühle mich richtig wohl. Auf einmal sitzt Atlantis stocksteif da, ihren Blick starr auf die Wiese gerichtet. Ein Hase ist dort aufgetaucht. Er schaut uns groß an, macht aber keine Anstalten zu flüchten. Ich streichle Atlantis, sie bleibt ganz ruhig sitzen, beobachtet nur. Es ist fast wie im Paradies. Könnte es nicht überall so sein? Könnten sich nicht alle so vertragen, friedlich nebeneinander leben, den Anderen einfach so sein lassen wie er ist?
    Einige Minuten dauert dieses schöne Erlebnis, in mir tiefe Dankbarkeit, dass ich dabei sein durfte. Dann verschwindet der Hase wieder im Wald. Ich drücke mich an Atlantis - was habe ich nur ein braves Mädchen.
    Doch dann wird es Zeit, nach Hause zu gehen. Zu heiß ist es wieder geworden, ich will Atlantis nicht unnötig belasten. Daheim gleich zur Wasserschüssel und dann auf den kühlen Steinboden. Herrchen hat es nicht ganz so gut. Im Büro hat es 27° C, jeder Handgriff ist Schweißarbeit. Aber es gibt ja kaltes Wasser zum Abkühlen - wenn es nur bis zum Badezimmer nicht so weit wäre :-)).

  • 26.6.2002: Schon wieder ist ein Lebensjahr vorüber. Heute will ich bei strahlendem Wetter und angenehmer Temperatur mit Atlantis einen langen Spaziergang machen. Atlantis am 26.6.2002Schon früh am Morgen brechen wir auf, gehen über die nassen Wiesen Richtung Wald. Ich habe meine Sandalen ausgezogen, gehe barfuss, ach tut das gut! Mein Mädchen jagt Schmetterlingen nach, na ja, die sind doch ein bisschen schneller. Mit allen Tricks versucht Atlantis, einen dieser bunten Tupfer zu erwischen. Vergebens!
    Wir kommen in den Wald, angenehme Kühle umgibt uns, friedliche Ruhe, ein herrlicher Sommermorgen. Hier vergisst man allen Ärger, alles Unangenehme, alle Hektik, man ist nur zufrieden und ausgeglichen, möchte gar nicht mehr zurück. Auf den Schmetterling am 26.6.2002Waldlichtungen fotografiere ich Käfer, Schmetterlinge, erfreue mich an diesen schönen Geschöpfen, die die Natur uns bietet. Walderdbeeren und Heidelbeeren werden genascht, Herz, was willst Du mehr.
    Im hohen Gras taucht ab und zu ein Rehhaupt auf, beobachtet uns, lässt sich aber nicht stören. Wir gehören dazu, beunruhigen nicht mehr. Atlantis sucht ihre Wasserstellen auf, nascht ein paar Erdbeeren, zieht ihre Runden, ich brauche gar nicht nach ihr zu schauen.
    Atlantis am 26.6.2002Jetzt sind wir bei unserer Lieblingsbank hoch oben über unserem Städtchen. Uns gegenüber steht die Sonne knapp über dem Waldrücken, strahlt uns an, wärmt uns. Ich lege mich in das weiche Gras, schaue in das Tal hinab. Wie schön wir es hier doch haben. Ich bin in meinem Leben viel gereist, viel geflogen, habe viel gesehen. Und doch - immer wieder bin ich gerne nach Hause gekommen. Karibik, Südamerika, ja, ist schon schön, aber gegen dieses Fleckchen Erde hier?
    Lange liege ich im Gras, lasse meine Seele baumeln, bin entspannt, denke an dies und das. Atlantis tollt zuerst auf der Wiese herum, legt sich dann neben mich, drückt sich an mich. Sie will immer Körperkontakt haben. Ich streichle sie, spüre, wie wohl es ihr tut. Solche Stunden dürften eigentlich nie vergehen.
    Doch es nützt nichts. Am späten Nachmittag ist große Geburtstagsfeier, es ist noch einiges vorzubereiten. Also auf, mein Mädchen, hinunter in das Tal. Die schönste Geburtstagsfreude aber habe ich schon hinter mir.

  • 29.6.2002: Heute besucht uns wieder die blaue Dogge Zoe. Nur gut, dass sie kein Rüde Zoe und Atlantis am 29.6.2002ist, denn Atlantis ist hoch hitzig. Doch die beiden Doggenmädchen verstehen sich ja prächtig. Wir machen einen ausgedehnten Spaziergang und unsere Hunde können sich so richtig austoben. Wild jagen sie einander nach, haben ihren Spaß. Na ja, nicht ganz, denn Zoe macht wieder einmal Bekanntschaft mit einem elektrischen Weidezaun. Armes Mädchen - ob sie es sich dieses Mal merken wird?

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