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Das Tagebuch der blauen Dogge Atlantis
Juni 2002
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1.6.2002:
Ein kleiner Festtag. Heute vor einem Jahr ist Atlantis zu uns
gekommen,
 unser
kleiner Wirbelwind, der so viel Freude in das Haus gebracht hat. Wie
prächtig hat sie sich in der Zwischenzeit entwickelt. Aus dem
kleinen verspielten Welpen ist eine elegante Doggendame geworden,
mit einem wundervollen Charakter und einem ganz liebenswerten Wesen.
Wie viele schöne, unvergessliche Stunden hat sie mir schon bereitet!
Wie viel Vertrauen hat sie zu mir - und ich zu ihr. Wie viel Kraft
konnte ich bei unseren gemeinsamen Spaziergängen tanken, wie sehr
hat sie mir über schlechte Zeiten hinweg geholfen, hat getröstet und
beruhigt. Wie viel Sonnenschein hat sie in mein Leben gebracht,
welche glücklichen Stunden. Ich habe eine Freundin, die mir viel
mehr zurück gibt, als ich ihr je geben kann.
Wie
hat sie mit Nero gespielt, meinem unvergesslichen Freund, von dem
sie noch so viel lernen durfte. Wie groß war aber auch die Freude
von Nero an dieser angenehmen Begleiterin. Schade, dass er das
gemeinsame Zusammensein nicht länger erleben durfte.
Zur Feier des Tages machen wir einen langen Spaziergang. Dieses Mal
nicht nach Labach, nein, heute geht es in den Wald und auf den Berg
nach St. Peter. Dorthin, wo Nero und Atlantis bei gemeinsamen
Spaziergängen herumgetollt sind, viel Spaß miteinander hatten. Das
Wetter meint es gut mit uns. Leicht bewölkt, angenehm warm, eine
herrliche Luft. Wir gehen über einen Wiesenweg Richtung Wald.
Hier
steht noch das hohe Gras. Atlantis verschwindet darin, taucht wieder
auf, holt sich Streicheleinheiten, und schon ist sie wieder nicht
mehr zu sehen. Die Hochlandrinder liegen faul auf der Wiese, wärmen
sich an den Sonnenstrahlen. Über uns bekriegen sich Krähen und
Falken, vom Waldrand ist der Kuckuck zu hören, Lerchen trillern um
die Wette, ach, man kann die Seele so richtig baumeln lassen.
Dann ein kurzes Aufjaulen, Atlantis kommt ganz aufgeregt zu mir,
läuft wieder weg. Was war das? Ja ja, mein kleines Mädchen hat
wieder eine eine schmerzliche Erfahrung machen müssen. Mit einem
Maulwurf legt man es sich auch nicht an.
Jetzt
kommen wir zum Wald. Es ist angenehm kühl, die Luft ist kräftig,
voller angenehmer Düfte. Balsam für die Lunge, die noch immer nicht
richtig arbeiten will. Es geht bergauf. Ich schwitze, fröstle dabei,
muss immer wieder stehen bleiben. Also ganz gesund bin ich noch
nicht. Mein Mädchen dagegen! Sie läuft hinauf, herunter, wieder
hinauf, ein klein wenig beneide ich sie. Sie genießt ihr Leben
in vollen Zügen. Na ja, und irgendwie schaffe ich es doch, auf den
Berg zu kommen.
Jetzt sind wir in der Stille des Waldes. Ab und zu ein Schatten von
einem Reh, ein Häschen, Vögel in den Bäumen, aber sonst sind wir
ganz alleine. Die Sonnenstrahlen dringen nur vereinzelt durch die
Baumwipfel, es ist angenehm kühl. Wir suchen die Plätzchen auf, an
denen wir mit Nero so oft gelegen sind, an denen die Hunde so schön
gespielt haben. Wir liegen im weichen Gras, beobachten Käfer und
anderes Krabbelgetier, schauen den Wolken zu, lassen es uns gut
gehen.
Doch
Atlantis bekommt Durst. Also auf zur Quelle im Wald. Meine kleine
Freundin kennt ja inzwischen ihre Umgebung ganz genau. Zielstrebig
läuft sie voraus, direkt zu diesem herrlichen Wasser, das hier aus
dem Waldboden kommt. Das tut natürlich gut, und auch Herrchen kann
nicht widerstehen, davon zu kosten.
Weiter geht es über sonnige und schattige Waldwege, bergauf und
bergab, immer dorthin, wonach uns gerade ist. Überall finden wir
schon Walderdbeeren, es wird genascht und genascht. Sie schmecken
aber auch zu gut. Zumindest Herrchen, Atlantis versucht zwei oder
drei, na ja, ganz ihr Geschmack sind sie nicht.
Beim
Waldteich löscht Atlantis wieder ihren Durst, wir sitzen am Ufer in
der Sonne, diesen Tag genießen wir so richtig. Nach dem langen
Spaziergang ist sie jetzt schon etwas müde, liegt neben mir, drückt
sich an mich, lässt sich streicheln. Ich kann nicht sagen, wem es
besser gefallen hat, aber für mich waren es Augenblicke der Freude,
der Zufriedenheit. Ach, was habe ich doch mit meinem Mädchen für ein
Glück gehabt, ich hätte keinen besseren Hund finden können. Wenn mir
auch der unvergessene Nero noch immer unendlich abgeht, ich noch
immer traurig bin, diese Doggendame ist kein Ersatz für ihn, nein, sie
ist, so wie Nero, eine Freundin. Wenn auch auf ihre Art, und das ist
gut so!
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4.6.2002: Ich
wache schon früh auf. Gestern war beruflich ein starker Tag, sehr
stressig, heute habe ich fürchterlich Kopfweh. Mich fröstelt, ich kämpfe
noch immer mit diesem Virus. Die Gelenke schmerzen, ich bin
schwindlig, bin müde und abgeschlagen, jeder Griff kostet
Überwindung. Es wird langsam Zeit, wieder gesund zu werden. Ich habe
jetzt viele E-Mails erhalten, warum ich nicht im Chat bin, beim
Tagebuch in Verzug bin. Bitte um Verständnis dafür, aber ich bin am
Abend momentan immer so müde, dass ich dazu nicht in der Lage bin.
Nicht
einmal die Spaziergänge mit Atlantis machen zur Zeit so richtig
Spaß, der Fotoapparat, na ja, er wird halt mitgenommen. Aber Lust am
Fotografieren?
Es
ist auch heute so. Eher lustlos mache ich mich mit Atlantis auf den
Weg. Aber schon nach den ersten Schritten spüre ich, es geht mir
besser. Das Wetter ist herrlich, es ist warm, ein richtiger
Sommertag. Auf der Wiese mäht der Bauer das Gras, ein angenehmer
Duft nach Gras kommt uns entgegen. Die Störche suchen gleich neben
dem Traktor Futter, lassen sich nicht stören. Atlantis geht auf
Mäusejagd, hat jedoch wenig Glück. Vorbei geht es an den
Hochlandrindern in den Wald hinein. Ich fühle mich immer besser.
Jetzt scheint es doch überstanden zu sein. Auch den steilen Anstieg
schaffe ich heute fast ohne Probleme, das Kopfweh ist verschwunden.
Atlantis
ist wie üblich überall und nirgends, verschwindet im hohen Gras,
wälzt sich, springt herum. Ach, sie kann wirklich ihr Leben
genießen. Ich lasse mir Walderdbeeren schmecken, setze mich ins hohe
Gras, schaue ins Tal, wie herrlich ist es hier heroben. Der Kopf ist
wieder frei, alles was jetzt ein paar Wochen unangenehm war, ist wie
weggeblasen. Wir machen eine lange Runde durch den Wald, immer
begleitet von einem riesigen Orchester, das uns seine Lieder von den
Bäumen pfeift und zwitschert.
Ich suche nach Schwammerl - vergebens. Da es so lange nicht mehr
geregnet hat, sind nicht einmal "narrische" zu finden (für unsere
Norddeutschen Freunde: "Narrische Schwammerl" sind giftige Pilze,
die Symptome wie nach Rauschgiftgenuss verursachen. In Österreich
werden ab und zu besonders Politiker verdächtigt, "narrische
Schwammerl" verzehrt zu haben). Ich freue mich schon auf Parasole,
die ja so gut schmecken.
Am höchsten Punkt unserer Wanderung machen wir lange Rast, ich liege
am Waldboden, träume, Atlantis jagt durch das Unterholz, dass es nur
so kracht. Ihre Kraft ist unbändig. Mir ist so richtig wohl, seit
langem tut mir dieser Spaziergang wieder gut.
Doch dann ruft die Arbeit. Also, auf in das Tal, vorbei an blühenden
Lupinen, Schmetterlingen, ein kurzer Tratsch mit dem Bauern, schön
war es heute!
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7.6.2002:
Gestern noch schwül und heiß, heute regnet es in Strömen. Tut das
gut! Am
Morgen
besuche ich mit Atlantis die Tierärztin. Mein Mädchen wird
durchgecheckt, bekommt die Jahresgrundimpfungen und die Impfung
gegen Tollwut. Vorgestern bekam sie die Auffrischungsimpfung
gegen Borreliose. Gut geschützt können wir nun wieder unbesorgt über
die Wiesen und durch die Wälder streichen.
Gleich nach dem Tierarztbesuch machen wir uns auf den Weg. Es
regnet, was nur herunterkommen kann. Gut, dass wir auf über 700 m
Seehöhe leben, keine Überschwemmungen kennen. Ich habe meine Regenpelerine
an, Gummistiefel, werde
sicher nicht nass. Doch mein Mädchen? Sie
mag ja Regen, aber in diesen Mengen? Weit gefehlt Herrchen! Atlantis
springt herum wie schon lange nicht. In den vergangen heißen Tagen
ist sie ja eher lustlos herumgelaufen, hat immer Wasser zum Trinken gesucht.
Doch heute? Sie
ist nicht zu bremsen, tobt herum, springt mich an, will spielen. Na
ja, Herrchen macht da ja sonst gerne mit, aber bei diesem Wetter! Macht
doch nichts, auch ich bin ja nicht aus Zucker. Also balgen wir auf
der Wiese herum, raufen, laufen nach - bis ich patschnass bin. Zum
Glück ist es nicht kalt, so dass es auszuhalten ist. Lange spazieren
wir dann noch über Wiesen, durch den Wald, es macht uns beiden Freude.
Die
Luft ist voller guter Gerüche, tut dem ganzen Körper gut, die Blumen leuchten in kräftigen
Farben, über uns jagen Schwalben nach Mücken, der Wind streift über
die Ähren der Kornfelder, biegt sie, man hört die Regentropfen
beruhigend auf
die Pelerine fallen, der Wind peitscht sie ins Gesicht, man fühlt
die Natur auch körperlich. Der Kopf wird frei, jede Zelle des
Gehirnes kann aufnehmen, verarbeiten, man fühlt jede Pore des
Körpers, mir ist wohl, wie
schon lange nicht. Atlantis tobt durch das nasse Gras, wälzt sich
darin, auch sie freut sich über diese Wanderung.
Wir sind über 2 Stunden bei strömenden Regen unterwegs, doch so
einen schönen Spaziergang haben wir schon lange nicht mehr gemacht.
Zu Hause dann gleich in die Sauna und fest geschwitzt, eine Tasse
Kaffee, da muss man ja
gesund werden!
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10.6.2002: Der
große Regen ist vorbei, das Wetter ist besser geworden, es ist
angenehm
warm. Also, hinaus in die Natur! Am späten Nachmittag machen wir uns
auf den Weg. Die Wiesen sind noch regennass, überall glitzern uns
kleine Tropfen von den Gräsern an. Die Luft ist kräftig, kühl, eine
leichte Brise weht uns entgegen. Wir gehen über die abgemähten
Wiesen der Hochebene, immer wieder an Kornfeldern vorbei, in deren
Oberflächen der Wind und die Sonne herrliche Stimmungsbilder
zaubern.
Auch
die Rehe und Hasen lassen sich von dieser schönen
Spätnachmittagstimmung anregen und tauchen da und dort auf, immer
aber im Schatten der hohen Ähren. Über uns Kiebitze, die sich immer
wieder auf Atlantis herunterstürzen um sie zu vertreiben. Aber auch
sie werden gejagt, denn etliche Möwen, die immer wieder zu uns in
das Bergland kommen, sind auf Raubzug aus, auf die Jungen der
Kiebitze.
Wir kommen zu einem kleinen Bach, in dem Moorwasser fließt. Atlantis
trinkt, kühlt sich ab, ist wieder zufrieden. Die Sonne auf ihrem
dunklen Fell macht schnell durstig. Doch jetzt ist sie wieder
frisch. Übermütig läuft sie herum, springt mich an, jetzt will sie
spielen. Na, heute lasse ich es mir ohne weiteres gefallen, und so
kugeln wir auf der Wiese herum. Für mein Mädchen ein Riesenspaß,
wenn auch Herrchen oft ein "Autsch" von sich gibt.
Dann
wird noch fotografiert, diese riesigen Wolkenberge und das Licht
laden ja dazu ein. Und Atlantis zeigt, was sie von den Pferden
gelernt hat. Sie braucht dazu nicht einmal einen Barren. Ihr genügt
das hohe Gras. Voll Spaß springt sie immer wieder hinein, läuft eine
Runde, kommt heraus, und das ganze von vorne. Dieses Mädchen, wie
kann sie sich doch freuen und ihr Leben genießen. Fast könnte man
neidisch werden.
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11.6.2002:
Herrliches Wetter. Tiefblauer Himmel mit riesigen Wolkenbergen,
warm, man hört den Kuckuck rufen, man muss einfach hinaus.
Früh
am Morgen machen wir uns auf den Weg. Die Luft ist noch kühl, ein
feiner Dunst liegt über dem Boden, es ist angenehm, über die weichen
Wiesen zu wandern. Atlantis ist übermütig wie immer. Wie ein
Rennpferd tobt sie über die weiten Wiesen, einmal Galopp, einmal im
Trab. Hier hat sie ja unendlich viel Platz, kann laufen wohin sie
will und so weit sie will. Den größten Spaß macht es ihr aber, den
Schwalben nachzujagen, die knapp über dem Boden Mücken fangen. Und
auch denen scheint es zu gefallen, immer wieder fliegen sie auf
Atlantis zu und drehen knapp vor ihr ab.
Herrchen
geht es etwas geruhsamer an. Ich beobachte mit dem Fernglas Rehe am
Waldrand, schaue den Wolken zu, beobachte Schmetterlinge und anderes
Kleingetier, rieche an Blumen, und lasse meine Seele baumeln. Ich
genieße diese Spaziergänge abseits von Trubel und Hektik.
Lange schaue ich einem Falken zu, der über uns kreist und Futter
sucht. Dann hat er etwas entdeckt, stürzt im Sturzflug herab, packt
zu, er hat eine Maus. Er tötet aus Hunger, wir Menschen aber .....
Die
Sonne ist höher gestiegen, jetzt soll fotografiert werden.
Schmetterlinge, Blumen, ... . Soll! Denn kaum habe ich einen
Schmetterling ausfindig gemacht, mich langsam und vorsichtig
genähert, den Fotoapparat eingestellt, da ist Atlantis mit einem
Sprung da. Sie muss doch schauen was Herrchen macht, na ja, und der
Schmetterling ist weg. Das Leben mit meinem Mädchen ist oft nicht
leicht :-)).
Am
Abend noch immer wunderschönes Wetter, das zu einem Abendspaziergang
einlädt. Die Sonne ist gerade am Untergehen und taucht alles in
goldenes Licht. Die abgeernteten Wiesen, die Kornfelder, Atlantis,
alles leuchtet in wunderschönen Farben. Es ist fast unnatürlich.
Ganz ruhig ist es, kein Mensch ist zu sehen. Still gehen wir über
die Grasflächen, beobachten die Natur rund um uns. Ach, es ist schon
ein herrliches Stückchen Welt, auf dem wir hier leben, so ganz nach
meinem Geschmack.
Auch
Atlantis freut sich, läuft über die Wiesen, springt in die
Kornfelder, ist wieder neben mir, lässt mich aber in Ruhe. Sie kennt
mich, weiß, dass ich in solchen Augenblicken nachdenken will, etwas
Besinnung halte, einfach in mich gehe.
Doch beim Zurückgehen gibt es dann keine Hemmungen mehr. Sie springt
mich an, wirft mich um, wir raufen, wir spielen fangen, und als wir
nach Hause kommen sind wir Beide voller Gras und Heu. Ein herrlicher
Ausklang des Tages.
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13.6.2002: Am
Vormittag besucht uns meine Tochter mit Enkelkindern und ihrem
neuen
Hund, dem Jack Russel Spike. Atlantis kann zuerst mit diesem
Winzling, der ja erst ein paar Wochen alt ist, nicht viel anfangen.
Immer wieder weicht sie ihm aus, um ja nicht auf ihn zu treten, ihm
nicht weh zu tun. Das ist aber schwer, da Spike bei ihr trinken
will, ihr ständig nachläuft. So einen Winzling hat sie noch nie
gesehen. Na ja, auch das wird sich bald ändern.
Beim
Spaziergang ist es heute unerträglich heiß und schwül. Nicht einmal
der Wald bietet wirklich Abkühlung. Atlantis läuft lustlos neben mir
her, sucht ständig ihre Plätzchen wo sie Wasser weiß, mag aber nicht
spielen und herumtoben. Sie hechelt, ihre Zunge hängt heraus. Was soll's! Wir suchen uns ein schattiges
Plätzchen am Waldrand, machen es uns dort bequem - es muss ja nicht
immer herumgelaufen werden. Atlantis legt sich sofort in das kühle
Gras und schaut mich dankbar an. Ich kann es ihr nachfühlen, denn
auch mir stehen die Schweißperlen auf der Stirn. Teils von der
Hitze, teils, weil ich immer noch nicht ganz gesund bin.
Lange
sitzen wir im Schatten, beobachten Käfer bei ihrer Hochzeit, schauen
den Vögeln zu die nach Mücken jagen, beobachten die Bauern bei ihrer
Feldarbeit, Herrchen sucht wieder einmal vergeblich Schlangen,
schnell vergeht die Zeit dabei. Atlantis schläft ein Weilchen, lässt
sich von Herrchen streicheln, ist so richtig faul heute.
Wieder zu Hause ist der erste Weg zur Wasserschüssel, die sofort
leer getrunken wird. Morgen werden wir wohl bald in der Früh unseren
Spaziergang machen.
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14.6.2002: Es
ist heiß und schwül. Schon früh am Morgen sind wir im Wald, genießen
die
Kühle und Ruhe. Rund um uns singen die Vögel ihr Morgenlied,
begrüßen die aufgehende Sonne. Vom Tal hören wir die Kirchenglocken,
sie laden zum Nachdenken ein. Still gehe ich durch den Wald,
beobachte Rehe und Hasen, Vögel, liege am Waldrand und schaue den
Käfern und Schmetterlingen zu.
Eine Reiterin begegnet uns. Atlantis bleibt ganz ruhig, sie kennt ja
Pferde. Mein Mädchen, das jetzt eine kleine Trotzfase durchmacht.
Momentan hört sie sehr schwer, alles andere ist ja viel
interessanter. Ich muss oft energisch rufen oder pfeifen, damit sie
herbei kommt. Na ja, wir müssen eben wieder ein bisschen Gehorsam
üben. Und so schaut sie mich ganz überrascht an, wenn ich sie mitten
im Wald anleine, sie etwa 10 Minuten mit dem Halsband laufen muss.
Das kennt sie ja sonst nicht. Aber nur Übung macht den Meister :-)).
Es war ja auch bei Nero so - zum Glück dauern diese Rüpelfasen nicht
allzu lange.
Bald wird es aber unerträglich heiß. Im Wald kein Lufthauch, es ist
richtig drückend geworden. Also schnell zum Teich, damit Atlantis
Wasser bekommt. Genussvoll steigt sie hinein, trinkt und trinkt und
....
Erst
spät am Abend wird es kühler. Das herrliche Wetter lädt ein, noch
einen Abendspaziergang zu machen. Die Sonne steht schon tief und
taucht alles in die schönsten Farben. Zuerst goldgelb, dann
tiefrot.
Ein kühler Wind weht uns entgegen, es ist unbeschreiblich schön. Am
Waldrand sehen wir Rehe, die ruhig äsen und die letzten
Sonnenstrahlen genießen. Hasen hoppeln umher, haben Spaß
miteinander.
Im Fell von Atlantis spiegeln sich die Farben der Sonne. Einmal
leuchtet sie ganz golden, dann wieder rot. Jeder Muskel von ihr
zeichnet sich ab, bildet Schattenspiele, ich kann mich gar nicht
satt sehen daran. Wir setzen uns auf eine abgemähte Wiese und
warten, bis die Sonne ganz verschwunden ist. Es sind Augenblicke,
die man nie vergisst!
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17.6.2002:
Heiß, schwül, nicht unbedingt Wetter für ausgedehnte Spaziergänge.
Früh
am
Morgen machen wir uns auf den Weg in den Wald. Zumindest dort ist es
ein bisschen kühler, angenehmer. Das Gras ist voll mit Morgentau,
Atlantis legt sich hinein, wälzt sich darin, kühlt sich ab.
Plötzlich ein Aufheulen, sie springt auf, läuft davon, rennt im
Kreis, kommt zu mir, läuft wieder weg,... . Sie hat sich wohl auf
eine Biene gelegt, die sie dann gestochen hat. Na ja, der Schmerz
ist schnell wieder vergessen, zu sehen ist auch nichts, mein Mädchen
hat wieder eine Erfahrung gemacht.
Langsam schlendern wir durch den Wald, bleiben immer wieder stehen,
rasten, setzen
uns
auf den Waldboden, ich schwitze auch davon. Ein paar Heidelbeeren
werden genascht, Walderdbeeren, das tut gut. Atlantis versucht sich
inzwischen bei der Jagd nach Eichkätzchen. Diese kleine
Wuschelmonster, die so schnell auf den Bäumen sind und dann auf sie
herabsehen, na ja, eher herablachen. Ganz verdutzt steht sie da,
schaut hinauf, denkt wohl nach, wie man da hinaufkommen könnte.
Beim Weitergehen fällt mir auf, dass Atlantis seit vorgestern
ständig markiert. Wohl ein Anzeichen dafür, dass sie hitzig wird und
Rüden anlocken will. Jetzt heißt es in der nächsten Zeit aufpassen!
Aber hier heroben ist wohl eher selten ein Hund zu finden, auf
dieser weiten Hochfläche.
Wir
kommenauf eine Wiese, zu Kornfeldern. Die Gelegenheit für Atlantis,
sich so richtig auszutoben. Sie läuft hinein, springt hoch, macht
Riesensätze. Es macht ihr ganz großen Spaß. Da plötzlich, ein Hase,
der ebenfalls im Kornfeld war. Blitzschnell läuft er über die Wiese
davon. Atlantis, zuerst erschrocken, will nachlaufen. Ein Pfiff von
mir, sie bleibt sofort stehen. Braves Mädchen! Ich lobe sie,
streichle sie, lenke sie ab. Ob die Übungen der vergangen Tage
genützt haben? Oder war es ihr einfach zu heiß zu einem kleinen
Wettrennen, wer weiß?
Jetzt
ist sie aber müde, hat Durst. Gleich am Waldrand finden wir Wasser,
dann legt sie sich lange ausgestreckt in das kühle Gras und schläft
ein. Und Herrchen? Ich lege mich mit dem Fotoapparat in das Gras,
fotografiere Bienen, Käfer und Blumen, kraule zwischendurch mein
Mädchen und genieße die schöne Landschaft. Allzu lange haben wir ja
eh nicht Zeit, denn die Hitze wird bald unerträglich.
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21.6.2002:
Sommeranfang. Und das Wetter richtet sich danach. Es ist heiß, fast
unerträglich
heiß. Seit Tagen schon haben wir Temperaturen um die 30° C, es ist
sehr schwül, am Himmel ist kaum eine Wolke zu sehen. Die vergangen
zwei Tage sind wir gar nicht aus dem Haus gekommen. Atlantis ist nur
auf dem kühlen Steinboden der Diele gelegen, hat Unmengen von Wasser
getrunken und viel geschlafen. Sie ist hitzig geworden, auch das
macht ihr sehr zu schaffen.
Heute Nacht hat es zumindest etwas geregnet. Also versuchen wir
schon relativ früh einen Morgenspaziergang. Im Wald ist es um diese
Zeit noch halbwegs kühl, doch es ist sehr, sehr schwül. Die Luft
über den Kornfeldern und Wiesen zittert, die Hitze ist richtig zu
sehen. Rehe, Hasen, Vögel, wo sind sie? Auch sie haben sich tief in
den Wald zurückgezogen, lassen sich nicht blicken.
Langsam gehen wir durch den Wald, vermeiden jeden Sonnenstrahl,
suchen immer wieder Wasserstellen für Atlantis auf. Ihr, na
eigentlich auch mir, macht das Spazierengehen bei diesen
Temperaturen wenig Spaß. Also setzen wir uns am Waldrand in das
kühle Gras und beobachten das Treiben rund um uns. Doch es ist nicht
viel zu sehen. Ein Jogger trabt an uns vorüber, schweißgebadet, tief
atmend, die spinnen wohl, diese Sportler :-)). Die Natur aber hat
eine Ruhepause eingelegt. Sie ist gescheiter als wir Menschen, die
glauben, auch bei dieser Hitze Höchstleistungen erbringen zu müssen.
Mein Mädchen hat es sich jetzt an diesem längsten Tag des Jahres
ganz gemütlich gemacht, liegt lang ausgestreckt im Schatten und döst
vor sich hin. Ich liege neben ihr, habe Tagträume, lasse meine Seele
baumeln. Heute ist ja Sonnenwende, die Tage werden schon wieder
kürzer. Schnell ist die Zeit vergangen. Gerade noch waren die Wiesen
satt grün, voller Blumen, Schmetterlinge - jetzt sind sie abgemäht,
braun, kahl. Bald werden die goldgelben Kornfelder abgeerntet sein,
wir werden wieder über Stoppelfelder laufen. Und jeder Tag wird
wieder um ein paar Minuten kürzer werden, aber auch geruhsamer. Und
es wird kühler werden, und wir werden uns wieder nach der Wärme des
Sommers sehnen. Also, was soll es, jammern wir nicht wegen
dieser derzeitigen Hitze. Seien wir doch froh, dass wir auf einem
Fleckchen Erde leben, das uns so viel Abwechslung bietet, so viel
Schönheit zu jeder Jahreszeit.
Die
Sonne steigt höher, mit ihr die Temperatur. Also weiter, mein
Mädchen, wir sollten ja wieder nach Hause. Jetzt müssen wir über
eine freie Grasfläche. Es ist für mich fast unerträglich. Wie muss
es erst Atlantis gehen, mit ihrem dunklen Fell, außerdem kann sie ja
nicht schwitzen! Sie hechelt, ihre Zunge hängt weit heraus, sie
sucht jeden Quadratzentimeter Schatten. Immer weit voraus, um ja
keinen Baum oder Strauch auszulassen.
Beim
Kornfeld, in dem sie sonst immer herumspringt, ein kurzer Versuch,
doch es ist einfach zu heiß. Sofort kommt sie wieder heraus, läuft
Richtung kühlen Wald. Nicht einmal der Pfau begrüßt uns heute, der
ja dort lebt und uns immer von Weitem entgegen schreit. Er sitzt in
seinem Verschlag, lässt sich nicht blicken.
Na ja, die nächsten Tage werden wir wohl wieder zu Hause bleiben,
irgendwann muss es ja einmal kühler werden. Und da Atlantis hitzig
ist, macht es auch nicht allzu viel aus, nur die Rüden werden
vergeblich warten :-)).
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23.6.2002:
"Raindrops Keep Falling on My Head" - ach, wie würden wir uns das
wünschen.
Doch alle Blicke zum Himmel, ob nicht doch irgendwo Regenwolken
auftauchen sind vergebens. Es ist heiß, schwül, am angenehmsten ist
es im kühlen Haus. Ich stehe schon sehr bald auf, um mit Atlantis ganz
früh am Morgen einen Spaziergang zu machen. Um diese Zeit ist es
gerade noch erträglich. Und auch besonders schön! Die ersten
Sonnenstrahlen blinzeln durch die Baumkronen, die Vögel begrüßen den
neuen
Tag, Häslein hüpfen in Gruppen vergnügt herum, und einzelne Rehe
äsen ganz ruhig am Waldrand. Und mitten auf der Wiese sitzt eine
einsame Katze vor einem Mausloch und wartet geduldig auf ihre Beute.
Sitzt? Ist gesessen! Denn kaum sieht sie Atlantis macht sie einen
Satz, flieht zum nächsten Baum, klettert hinauf. Atlantis schaut
mich ganz verdutzt an - "was hat diese Kratzbürste nur, ich tue ihr
doch nicht?". Na ja, nicht alle Katzen sind Hunde so gewohnt wie
unsere.
Wir suchen unsere Wasserstellen auf, schlendern auf schattigen Wegen
und legen uns dann wieder am Waldrand nieder. Das Gras ist kühl und
etwas nass, richtig angenehm.
Ich
lausche den vielen Vogelstimmen, fotografiere ein bisschen, bin mit
meinen Gedanken mal hier und mal dort. Ganz ruhig und friedlich ist
es hier, ich fühle mich richtig wohl. Auf einmal sitzt Atlantis
stocksteif da, ihren Blick starr auf die Wiese gerichtet. Ein Hase
ist dort aufgetaucht. Er schaut uns groß an, macht aber keine
Anstalten zu flüchten. Ich streichle Atlantis, sie bleibt ganz ruhig
sitzen, beobachtet nur. Es ist fast wie im Paradies. Könnte es nicht
überall so sein? Könnten sich nicht alle so vertragen, friedlich
nebeneinander leben, den Anderen einfach so sein lassen wie er ist?
Einige Minuten dauert dieses schöne Erlebnis, in mir tiefe
Dankbarkeit, dass ich dabei sein durfte. Dann verschwindet der Hase
wieder im Wald. Ich drücke mich an Atlantis - was habe ich nur ein
braves Mädchen.
Doch dann wird es Zeit, nach Hause zu gehen. Zu heiß ist es wieder
geworden, ich will Atlantis nicht unnötig belasten. Daheim gleich
zur Wasserschüssel und dann auf den kühlen Steinboden. Herrchen hat
es nicht ganz so gut. Im Büro hat es 27° C, jeder Handgriff ist
Schweißarbeit. Aber es gibt ja kaltes
Wasser zum Abkühlen - wenn es nur bis zum Badezimmer nicht so weit
wäre :-)).
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26.6.2002:
Schon wieder ist ein Lebensjahr vorüber. Heute will ich bei
strahlendem Wetter und angenehmer Temperatur mit Atlantis einen
langen Spaziergang machen.
Schon
früh am Morgen brechen wir auf, gehen über die nassen Wiesen
Richtung Wald. Ich habe meine Sandalen ausgezogen, gehe barfuss, ach
tut das gut! Mein Mädchen jagt Schmetterlingen nach, na ja, die sind
doch ein bisschen schneller. Mit allen Tricks versucht Atlantis,
einen dieser bunten Tupfer zu erwischen. Vergebens!
Wir kommen in den Wald, angenehme Kühle umgibt uns, friedliche Ruhe,
ein herrlicher Sommermorgen. Hier vergisst man allen Ärger, alles
Unangenehme, alle Hektik, man ist nur zufrieden und ausgeglichen,
möchte gar nicht mehr zurück. Auf den
Waldlichtungen
fotografiere ich Käfer, Schmetterlinge, erfreue mich an diesen
schönen Geschöpfen, die die Natur uns bietet. Walderdbeeren und
Heidelbeeren werden genascht, Herz, was willst Du mehr.
Im hohen Gras taucht ab und zu ein Rehhaupt auf, beobachtet uns,
lässt sich aber nicht stören. Wir gehören dazu, beunruhigen nicht
mehr. Atlantis sucht ihre Wasserstellen auf, nascht ein paar
Erdbeeren, zieht ihre Runden, ich brauche gar nicht nach ihr zu
schauen.
Jetzt
sind wir bei unserer Lieblingsbank hoch oben über unserem Städtchen.
Uns gegenüber steht die Sonne knapp über dem Waldrücken, strahlt uns
an, wärmt uns. Ich lege mich in das weiche Gras, schaue in das Tal
hinab. Wie schön wir es hier doch haben. Ich bin in meinem Leben
viel gereist, viel geflogen, habe viel gesehen. Und doch - immer
wieder bin ich gerne nach Hause gekommen. Karibik, Südamerika, ja,
ist schon schön, aber gegen dieses Fleckchen Erde hier?
Lange liege ich im Gras, lasse meine Seele baumeln, bin entspannt,
denke an dies und das. Atlantis tollt zuerst auf der Wiese herum,
legt sich dann neben mich, drückt sich an mich. Sie will immer
Körperkontakt haben. Ich streichle sie, spüre, wie wohl es ihr tut.
Solche Stunden dürften eigentlich nie vergehen.
Doch es nützt nichts. Am späten Nachmittag ist große
Geburtstagsfeier, es ist noch einiges vorzubereiten. Also auf, mein
Mädchen, hinunter in das Tal. Die schönste Geburtstagsfreude aber
habe ich schon hinter mir.
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29.6.2002:
Heute besucht uns wieder die blaue Dogge Zoe. Nur gut, dass sie kein
Rüde
ist,
denn Atlantis ist hoch hitzig. Doch die beiden Doggenmädchen
verstehen sich ja prächtig. Wir machen einen ausgedehnten
Spaziergang und unsere Hunde können sich so richtig austoben. Wild
jagen sie einander nach, haben ihren Spaß. Na ja, nicht ganz, denn
Zoe macht wieder einmal Bekanntschaft mit einem elektrischen
Weidezaun. Armes Mädchen - ob sie es sich dieses Mal merken wird?
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