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Das Tagebuch der blauen Dogge Atlantis
Mai 2002


  • 1.5.2002 bis 5.5.2002: Herrliches Wetter, es ist warm, sonnig, fast schon vorsommerlich. Eigentlich ideal zum Spazierengehen, im Wald herumlaufen, mit Atlantis spielen.
    Atlantis bei Spaziergang in Labach am 1.5.2002Doch Herrchen ist müde, der Kopf tut weh, der Hals, hat Schnupfen, die Gelenke schmerzen, ist schwindlig, schwitzt trotz Kältegefühl... Ein Virus hat zugeschlagen. Am liebsten würde ich gar nicht aufstehen. Doch da ist ja Atlantis, die ihre täglichen Spaziergänge gewohnt ist. Na ja, und besser als jede Tablette ist immer noch die Atlantis am 3.5.2002frische Luft, die Ruhe im Wald. Trotz Fieber verzichten wir daher nicht auf unsere täglichen Wanderungen. Den Anstieg nach St. Peter erspare ich mir jedoch. Wir fahren mit dem Auto in das Hochmoor von Labach, wo wir stundenlang ganz alleine über die Ebene und durch die Wälder gehen können. Ich bin zwar müde, jeder Schritt fällt schwer, doch es wird auch mit jedem Schritt besser.
    Atlantis am 4.5.2002Atlantis genießt es, auf dieser Hochebene laufen und herumtoben zu können. Überall sehen wir Rehe, Hasen, haben einen herrlichen Blick auf die Alpen, es ist richtig schön hier. Die Luft ist frisch und kühl, hilft gegen den Husten und auch die Halsschmerzen werden gelindert. An windgeschützten Plätzchen legen wir uns ins Gras, genießen die warmen Sonnenstrahlen, es tut richtig gut.
    Atlantis am 5.5.2002Wenn nur dieses Pochen im Kopf nicht wäre. Atlantis scheint dies auch zu merken, lässt mich halbwegs in Ruhe, sucht sich Holzstöckchen, wirft sie in die Luft, springt hinterher, sie wenigstens hat ihren Spaß.
    Nach den Spaziergängen fühle ich mich immer halbwegs wohl, doch bald ist es wieder vorbei. Und dann liege ich wieder, bis zum nächsten  Spaziergang. Wie sagt man, eine Woche dauert es mindestens - mit und ohne Tabletten.

  • 6.5.2002 bis 8.5.2002: Das Wetter ist traumhaft, die Temperaturen fast schon sommerlich. Rund um uns blüht es, duftet es, Schmetterlinge in allen Farben, die Wiesen sind satt grün, es könnte nicht schöner sein.
    Schmetterling am 7.5.2002Mich plagt jedoch noch immer dieser unangenehme Virus, ich fühle mich gar nicht wohl. Der Anstieg nach St. Peter? - Unmöglich, alles tut weh, ich schwitze, es ist Frühling (6.5.2002)unmöglich. Also mit dem Auto in das Hochmoor von Labach, und dort machen wir auf der Ebene unsere Spaziergänge. Atlantis genießt dieses herrliche Wetter, diese Weite, jagt herum, freut sich ihres Lebens. Lange sitzen wir an den Waldrändern in der Sonne, schauen Rehen und Hasen zu, beobachten die riesigen Wolkenhaufen, die über uns ziehen. An diesen Plätzchen fühle auch ich mich wohl, trotz Virus. Die würzige Luft Übermütige Atlantis am 6.5.2002dringt in die Lunge, lindert den Hustenreiz, tut auch der Seele gut, die Abgeschlagenheit und Müdigkeit verschwindet. Vor allem aber meine kleine Freundin baut mich auf, mit ihrem Charme, mit ihrer Unbekümmertheit. Einmal drückt sie sich eng an mich, dann ist sie wieder unterwegs, um die Welt um uns zu erforschen. Schmetterlinge, Käfer, Fliegen, allen und jedem wird nachgejagt, sie springt herum, wälzt sich im Gras, zeigt mir, wie wohl sie sich fühlt

  • 9.5.2002: Ein altes Sprichwort sagt bei uns: "Wenn es dem Esel zu gut geht, geht er auf das Eis!" - Na ja, Eis haben wir keines mehr, also gehe ich trotz Schüttelfrost und leichtem Fieber mit Atlantis wieder einmal nach St. Peter.
    Atlantis am 9.5.2002Heute ist ja Christi Himmelfahrt, ein Feiertag, und dementsprechend ist auch das Wetter. Die Natur hat ihr schönstes Frühlingskleid angezogen, strahlend blauer Himmel, sommerliche Temperaturen, es ist einfach zu herrlich. Ich habe wahrscheinlich in meinem Leben noch nie so geschwitzt wie bei diesem Anstieg. Doch es zahlt sich aus. Wir sind wieder in unserer gewohnten Umgebung, in der wir jeden Baum und Strauch kennen. Im Wald ist es angenehm kühl, ruhig, die Sonne leuchtet durch die Baumkronen. Über uns tobt ein Föhnsturm, die Bäume biegen sich wie Weidenruten.
    Atlantis am 9.5.2002Ach, kann das Leben schön sein. Wir suchen uns eines unser versteckten Plätzchen, ich lege mich in das weiche Gras und lasse meine Seele baumeln. Es geht mir heute etwas besser, die Ruhe hier, die Luft, Atlantis neben mir, ich fühle mich wie im Paradies. Lange schaue ich den Wolkenbergen zu, die der Sturm über uns hinweg treibt. Atlantis liegt neben mir, hat sich in der Sonne ganz breit gemacht, schläft. Ich kraule sie, drücke mich an sie, es tut so unendlich gut.
    Beim Abstieg hören wir vom Tal die Kirchenglocken, die zur Erstkommunion einladen. Lange stehe ich da, höre zu, meine Gedanken gehen in die Kindheit zurück, Erinnerungen tauchen wieder auf. Erinnerungen an eine herrliche Zeit mit vielen Haustieren, viel Platz zum spielen, viel Verständnis von den Eltern, viel Freiheiten, einfach einer sehr schönen Kindheit.
    Diese Erinnerungen können wir ja in den nächsten Tagen auffrischen. Denn heute beginnt ja unser Familientreffen, das bis Sonntag dauern soll. Es kommen Cousinen und Cousins, die ich jetzt fast 30 Jahre nicht mehr gesehen habe.
    Atlantis, Benjamin, Lisa und Laura am 9.5.2002Wieder zu Hause verschwindet Atlantis sofort in den Garten, begrüßt zuerst die Katzen in ihrer Voliere und legt sich dann in den Schatten der Bäume um sich auszuruhen. Bald schläft sie tief ein.
    Für unsere Katzen ist der Tag jedoch aufregend. Die vielen Vögel, Bienen, Käfer, sie haben kaum eine ruhige Minute. Na ja, zumindest Kater Benjamin und Katze Lisa. Katzenmädchen Laura ist eher ruhig, sie zieht ein Schläfchen in der warmen Sonne vor.

  • 13.5.2002: Das Familientreffen ist zu Ende, unser Besuch ist wieder weg gefahren. Es waren sehr schöne Tage. Atlantis hat sich sofort mit allen angefreundet, ist gestreichelt und verwöhnt worden. Sie hat es genossen, im Mittelpunkt zu stehen.
    Atlantis mit Freund am 13.5.2002Heute sind wir wieder alleine unterwegs. Na ja, nicht ganz alleine. Denn die Tage waren doch auch ein wenig anstrengend und der Virus hat zurückgeschlagen. Mein Kopf brummt, tut weh, Arme, Beine sind schwer, ich schwitze, habe Fieber, es ist schlimmer als zuvor. Der Morgenspaziergang wird gestrichen. Doch am Abend fahren wir nach Labach, machen einen langen Spaziergang in der Abendsonne. Wir treffen auf Bekannte, die mit ihrem Hund unterwegs sind. Na das ist eine Freude. Die beiden jungen Hunde toben umher, jagen sich, haben einen Riesenspaß miteinander.
    Atlantis am 13.5.2002Dann sitzen wir noch am Waldrand, schauen uns den Sonnenuntergang an. Diese herrlichen Farben, dieses Gegenlicht! Die Pusteblumen leuchten in einem tiefen rot, der Wald verfärbt sich, die Baumwipfel sind noch hell angestrahlt. Atlantis läuft vor mir auf der Wiese herum, wie eine Silhouette, die roten Sonnenstrahlen leuchten in ihrem Fell. Fast möchte man die  Sonne aufhalten, hinter dem Horizont zu verschwinden.

  • 16.5.2002: Der Virus scheint sich bei mir wohl zu fühlen. Husten, Schnupfen, Kopfweh, Müdigkeit, Gliederschmerzen, eine richtige Grippe. Und das bei dem Wetter. Ein Tag ist schöner als der andere, sommerliche Temperaturen, alles lädt zum Spaziergang ein. Den will ich mir auch nicht nehmen lassen. Na ja, beim Weggehen ist die Lust nicht Atlantis am 16.5.2002sehr groß, doch das bessert sich bei jedem Schritt. Im Wald diese herrliche Luft, die tief in die Lunge einzieht und den Hustenreiz lindert. Diese Ruhe, die den Schmerz im Kopf lindert. Und meine kleine (na ja, so klein ist sie nicht mehr) Atlantis, die mir so viel Freude macht. Wie gerne ist auch sie hier im Wald, streift herum, schnüffelt, schaut, horcht. Und doch, nie brauche ich auf sie aufzupassen, sie zu rufen. Stundenlang halten wir uns im Wald auf, ohne dass sie auch nur das geringste anstellt. Immer wieder kommt sie zu mir, drückt sich an mich, läuft wieder weg. Sie ist ein Traummädchen.
    Auch heute. Wir treffen auf Hasen, Rehe, Rebhühner, sie schaut kurz hin, beobachtet, das genügt ihr. Bei Hasen merkt man ihr aber schon an, dass ein gewisses Interesse zum Nachlaufen da wäre. Doch wohl eher als Spiel und nicht als Atlantis und Hase am 16.5.2002Jagd.
    So auch beim Heimgehen. Auf einem Feld taucht plötzlich ein Hase vor Atlantis auf. Gebannt schaut sie ihn an. Wird sie jetzt nachlaufen? Stocksteif steht sie da, beobachtet ihn. Der Hase hat sie noch gar nicht gesehen, hoppelt herum. Doch dann, ein Sprung in die Luft, und ab quer über das Feld. In Atlantis zuckt es, ich spüre es richtig. Ich will es auf gar nichts ankommen lassen. Also ein leiser Pfiff und meine kleine Freundin steht schon neben mir. Streicheleinheiten von Herrchen sind viel schöner als eine anstrengende Jagd hinter einem Hasen.
    Rehbock am 16.5.2002Doch es soll noch besser kommen. Vor uns taucht ein Rehbock auf, der unbekümmert weiter äst. Nicht weit davon eine Rehgeiß. Sie kennen Atlantis, fürchten sich nicht. Diese schaut kurz hoch, geht aber lieber auf Mäusejagd in der Wiese. Doch mit einem Mal steht sie ganz steif da. Ihr Schweif steht waagrecht, der Kopf wird immer länger. Da muss etwas ganz ungewöhnliches sein, keine zwei Meter vom Wegrand entfernt. Ich denke zuerst an eine Schlange, nähere mich vorsichtig. Atlantis steht ganz ruhig, ihren Blick gebannt auf einen Punkt gerichtet. Rehkitz am 16.5.2002Und dann sehe auch ich es - vor ihr liegt ein Rehkitz, dicht an den Boden gedrückt, im hohen Gras. Ach, bin ich stolz auf meine Atlantis, was hätte sie anstellen können. Doch nein, sie hat mir nur gezeigt, dass da etwas ungewöhnliches ist. Keinerlei Jagdtrieb, kein Abschnuppern, nein, sie steht in einiger Entfernung und beobachtet nur. Auch ich bleibe in einiger Entfernung stehen um das Kitz nicht zu beunruhigen. Ein Foto soll aber gemacht werden. Das Gras wird etwas zur Seite gedrückt, doch ja aufpassen, dass das kleine Wesen nicht berührt wird, keinen fremden Geruch annimmt. Es dauert keine Minute, dann sind wir wieder weg. Das kleine Rehkitz liegt noch immer ganz ruhig, hat sich nicht einmal bewegt. Und dann wird Atlantis gestreichelt wie schon lange nicht mehr!
    17.5.2002: Tierischer Zuwachs in unserer Familie. Wotan, der Jack Russell meiner SpikeTochter, wurde ja vor einiger Zeit im Reitstall von einem Pferd so unglücklich getreten, dass er eingeschläfert werden musste. Die Trauer war allseits groß, Wotan war zwar ein kleiner Hund, aber mit großem Herzen, ein Freund der ganzen Familie. Besonders die Enkelkinder waren sehr traurig, hatten sie doch ihren besten Spielkameraden verloren. Ihr ganz großer Wunsch ist nun wieder ein Jack Russell.
    Arco und SpikeHeute wird er abgeholt. Ein Winzling noch, kaum 10 Wochen alt. Und doch, sofort erobert er die Herzen aller. Arco, der Staffordshire Terrier und die Katzen schauen ganz erstaunt auf das neue Familienmitglied, das sofort seine Umgebung kennen lernen will, alles erkundet. Spike, so ist sein Name, wird hier ein herrliches Zuhause haben, mit vielen Tieren, viel Platz zum Spielen, und viel Auslauf beim Reiten. Und bald wird er auch Atlantis kennen lernen, wieder ein neuer Spielkamerad.

  • 19.5.2002: Pfingstsonntag. Über Nacht hat es abgekühlt. Gestern noch fast wie im Atlantis am 19.5.2002 (Pfingstsonntag)Hochsommer, heute alles grau in grau, tief hängen die Wolken herab. Mir geht es aber endlich etwas besser. Der Kopf ist freier, die Schmerzen sind weniger geworden, es geht wieder aufwärts.
    Atlantis am 19.5.2002Ich mache mit Atlantis einen langen Morgenspaziergang. Es tut gut, in dieser Kühle über die Wiesen zu wandern, ab und zu spürt man einen Regentropfen, ein kalter Wind bläst uns auf der Hochfläche entgegen. Mit einer Rast am Waldrand wird es heute nichts, zum Sitzen ist es zu ungemütlich. Also sind wir viel unterwegs, über abgemähte Wiesen, durch den Wald, bleiben bei den Kühen und Lämmern stehen, auch dieses Wetter hat seinen Reiz. Da es nicht so heiß ist, kann sich Atlantis auch wieder einmal so richtig auslaufen, austoben. Und sie tut es auch. Recht hat sie!

  • 27.5.2002: Angenehme Temperatur, etwas bewölkt, das richtige Wetter für einen langen Atlantis am 27.5.2002Spaziergang mit Atlantis. Wir fahren mit dem Auto auf die Hochebene von Labach, lassen uns den hier immer wehenden Wind um die Nasenspitzen pfeifen. Langsam streifen wir über die abgemähten Wiesen, beobachten Rehe und Hasen, genießen einfach den schönen Tag. Schnell ist jetzt der Frühling vergangen. Auf vielen Wiesen ist das Heu schon eingebracht, die Kornähren sind schon prall gefüllt. Es ist angenehm, auf diesen kurzen Grasstoppeln zu wandern, besonders für Atlantis, die wild herumtobt.
    Ringelnatter am Wegrand - 27.5.2002Im Wald dann eine große Überraschung. Lange habe ich vergeblich versucht, wieder einmal eine Ringelnatter zu finden. Es schien, als seien sie bei uns ausgestorben. Doch heute - überall, wohin man tritt, muss man aufpassen, nicht darauf zu steigen. Es ist wohl ein Tag der Natternhochzeiten. Lange halten wir uns am Waldrand auf, um diese prächtigen Tiere zu beobachten. Na ja, eher ich, denn für Atlantis sind sie völlig uninteressant. Sie riechen nicht, sie laufen nicht davon, also was soll das?
    Da ist ein Hase viel interessanter, der da unmittelbar vor Atlantis herumhüpft. Ich richteAtlantis mit Feldhasen - 27.5.2002 mich schon, meine kleine Prinzessin zur Ordnung rufen zu müssen, doch diese hat bereits bemerkt, dass es nichts bringt, hinter diesen schnellen Vierbeinern herzulaufen. Sie setzt sich neben mich und beobachtet auch lieber. Das Häslein merkt wohl, dass ihm nichts Böses geschieht, hoppelt noch eine Weile vor uns herum und verschwindet dann wieder im hohen Gras. Und ich? - Ich bin wieder einmal stolz auf mein kleines Mädchen. Lange liegen wir noch auf der Wiese in der Sonne, kuscheln, rangeln, unterhalten uns miteinander. Fast wären wir zum Mittagessen zu spät gekommen.

  • 31.5.2002: Es ist heiß geworden. Richtig sommerlich. Da ich noch immer nicht ganz Atlantis am 31.5.2002gesund bin, sind wir wieder im Hochmoor unterwegs. Über uns trillern Lerchen, rund um uns leuchtet alles in den schönsten Farben, ich laufe barfuss über die Wiesen, lege mich in das duftende Heu, tut das gut. Wenn nur dieses Kopfweh nicht wäre, und dieser ständige Schwindel, das ständige Frösteln. Aber was soll's. In dieser herrlichen Landschaft und bei dieser lieben Begleiterin vergisst man auch darauf. Heute vor einem Jahr war sie noch nicht bei uns, doch ich konnte in dieser Nacht kaum schlafen, denn am nächsten Tag sollte sie ja zu uns kommen, meine große Liebe, Prinzessin Atlantis.

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