|
Das Tagebuch der blauen Dogge Atlantis
April 2002
-
1.4.2002:
Ostermontag, herrliches Wetter, wir bekommen lieben Besuch von der
blauen
Dogge
Zoe mit ihren Zweibeinern. Nach dem Mittagessen wird das schöne
Wetter zu einem ausgiebigen Spaziergang genutzt. Die beiden Hunde -
aber auch deren Zweibeiner - verstehen sich prächtig. Sie toben auf
der Wiese herum, freuen sich ihres Lebens und genießen ihre
Freiheit.
Beim
Waldteich ist Wasserratte Zoe sofort im Wasser. Na ja, ein bisschen
kühl ist es schon noch (am Mittwoch war der Teich noch zugefroren),
doch das macht Zoe nichts aus. Immer wieder stürzt sie sich in das
Wasser um Stöckchen zu holen.
Weiter geht es durch den Wald den Berg hinauf. Dann durch den
schattigen Wald immer auf dem Bergrücken entlang bis zu einem
sonnigen Plätzchen
mit
Blick auf unser kleines Städtchen, auf dem ausgiebige Rast gemacht
wird. Fast lädt dieser Ort zu einem Picknick ein, doch das wollen
wir später einmal nachholen. Vier- und Zweibeiner liegen im Gras in
der Sonne, die Hunde werden gekrault, man schaut ein bisschen herum
und unterhält sich, ein wunderschöner Nachmittag.
Dann querfeldein über die Wiesen wieder ins Tal, wo die Hunde in den
Bach stürzen und darin herumtollen.
Zu Hause sind sie dann allerdings müde. Während wir Kaffee trinken
liegen sie in den Körbchen und träumen vom schönen Ausflug.
-
4.4.2002:
Atlantis feiert ihren 1. Geburtstag. Na ja, ganz genau wäre es ja am
5.4. um 00.10 Uhr.
Aber
so genau wollen wir es nicht nehmen, der Großteil ihrer Geschwister
ist ja heute vor einem Jahr zur Welt gekommen.
So ein Tag muss natürlich gefeiert werden. Schon früh am Vormittag
gehen wir in den Wald, machen einen schönen Spaziergang. Atlantis
ist gut aufgelegt wie schon lange nicht. Sie läuft wie wild umher,
spielt mit Hölzchen, rauft mit mir, man sieht ihr richtig an, wie
wohl sie sich fühlt.
Meine kleine Prinzessin, die mir sooo große Freude macht. Sie hat
sich zu einer prächtigen Doggendame entwickelt. Nicht nur
körperlich, nein, vor allem ihre Art ist es, die sie so
liebenswürdig macht. Wesensfest, lebhaft, aber doch immer in Maßen,
folgsam, anhänglich, friedlich ,
einfach ein Hund, wie man sich keinen besseren vorstellen kann.
Wir gehen bei herrlichem Wetter lange durch den Wald, sitzen im Gras
auf Lichtungen, Atlantis wird gestreichelt und liebkost, und sie
genießt es. Immer wieder drückt sie sich an mich, stupst mich mit
der Schnauze an - "Herrchen, streichle mich!"
Am heutigen Tag wird dieser freundlichen Aufforderung natürlich
nachgekommen, noch viel mehr als sonst :-)).
Und jetzt warten wir auf die
Schlunzis, die
ja heute zu Besuch kommen. Das wird jetzt eine tolle Zeit mit Olli,
dem Riesenschnauzer. Viel Spazieren gehen, spielen, herumlaufen....
Und am Samstag haben wir ja noch die große Geburtstagsfeier derer
"von den
Hammerherren". Fast alle Geschwister kommen, das wird ein Spaß
werden.
Ich wünsche auf diesem Weg allen Schwestern und Brüdern von Atlantis
alles Gute zum Geburtstag und noch viel Freude in ihrem weiteren
Leben. Ein besonderer Gruß zu
Bruder Abalu
nach Kenia, der ja leider am Samstag nicht dabei sein kann. Wäre
wohl doch ein bisschen weit :-)).
-
5.4.2002:
Die Schlunzis sind da. Olli und Atlantis kennen sich ja
schon und so
gibt es keinerlei Schwierigkeiten zwischen den Beiden. Am Vormittag
machen wir gleich einen kleinen Spaziergang über die Wiesen zum
Wald, besuchen die Hochlandrinder gehen
zum Teich. Die Hunde können schön laufen.
Am Nachmittag besuchen wir dann das schöne
Schloss
Weinberg bei Kefermarkt und anschließend die Kirche in
St. Michael
mit ihren weitum bekannten Flügelaltären. Das
Wetter ist zwar gut, doch auch etwas kühl. Na ja, in fast 1000 m
Seehöhe auch kein Wunder :-)).
Nach dem Abendessen dann ein gemütlicher Plausch bei einem Gläschen
Wein. Und über was wird wohl gesprochen?
-
6.4.2002:
Heute ist große Geburtstagsfeier in Weyer. Am Vormittag mache ich
mit
Atlantis noch einen kleinen Spaziergang durch den Wald, zu
Mittag wird dann in Richtung Süden Oberösterreich aufgebrochen. Es wird ein
Riesenspaß. Obwohl die Hunde jetzt doch schon 1 Jahr alt sind,
vertragen sie sich relativ gut miteinander. Mit Ausnahme von ein
paar kleineren Reibereien, die sich jedoch in Maßen halten und
natürlich sind, gibt es keinerlei Probleme. Sie kennen sich doch noch und nach den kleinen
Anfangsschwierigkeiten spielen sie ausgelassen miteinander.
Es
ist ein herrliches Bild. Alle haben sich zu prächtigen Doggen
entwickelt und ein sehr gutes zu Hause gefunden. Und fast alle sind
gekommen. Sogar Bruder Aladin aus Slowenien hat die Reise nicht
gescheut.
Bis spät am Nachmittag sind die Hunde im Garten und auf der
Pferdekoppel, wo sie ihre ersten Wochen verbracht haben. Die blaue
Dogge Zoe, die als
Gast gekommen ist, wird freundlich in der Runde aufgenommen. Und
auch die kleine blaue Dogge Thijs von Manuela, gerade ein paar
Wochen alt, fühlt sich in dieser Runde doggenwohl. Am Abend sind die
Hunde dann aber müde und es wird etwas ruhiger.
Atlantis hat sich
bei den Spielereien wohl etwas zu viel zugemutet. Ihre Verletzung
vom Februar ist doch noch nicht ganz ausgeheilt, und so hinkt sie
jetzt etwas. Es ist jedoch nicht so schlimm, jetzt etwas Ruhe, dann passt
wieder alles.
Herrchen, Frauchen
und Hunde sitzen ab dem späten Nachmittag in gemütlicher Runde im "Palmenhaus",
genießen die guten Backhenderl und auch so manchen guten Tropfen.
Dann kommt Hundepatin Helma mit ganz netten
Geburtstagsgeschenken und es wird auch noch die
Geburtstagstorte angeschnitten. Erstaunt horchen die Hunde auf, als
das "Happy Birthday" von den Zweibeinern angestimmt wird. Na ja, die
kleinen Naschereien haben sie wohl mehr interessiert :-)).
Der Abend dauert natürlich auch etwas länger. Der Geburtstag dieser
prächtigen Hunde muss doch entsprechend gefeiert werden. Und bei der
nach Hause Fahrt haben wohl alle Hunde und Beifahrer tief geschlafen
und von dieser diesen so edlen Hunden würdigen Geburtsgasfeier geträumt.
Abschließend noch einen schönen Dank an das Züchterehepaar Iris und Leopold
samt Tochter und Sohn für diesen schönen Nachmittag, den wohl alle
sehr genossen haben.
-
8.4.2002: Wir
machen mit den Schlunzis einen Spaziergang nach St. Peter, dann eine
Runde
durch den Wald, vorbei am Teich im Wald. Atlantis und
Riesenschnauzer Olli verstehen sich prächtig miteinander.
Für
die Zweibeiner aus Berlin ist der Anstieg jedoch etwas mühsam.
Besonders Olli Herrchen kann gar nicht verstehen, wie man diese
Strecke täglich gehen kann. Mit etwas gerötetem Gesicht und leicht
verschwitzt schafft er es aber dennoch. Beim nächsten Mal werden wir
wohl Pickel, Seil und Sitzgurt mitnehmen müssen :-)).
Auch
die unebenen Wege im Wald sind für ihn, der nur den Asphaltdschungel
kennt, etwas mühsam. Doch mit etwas Ausdauer und Übung wird er
sicher auch noch das schaffen. Dass es aber im Wald keine Kaufhäuser
gibt, das kann er nun wirklich nicht verstehen.
Am Abend werden dann durch einen Berliner Koch und eine Mühlviertler
Köchin Bouletten (bei uns heißt's Faschiertes) gekocht. Trotz
alledem, es hat allen geschmeckt und Appetit auf Zweigelt gemacht.
-
9.4.2002:
Heute besuchen wir Helma und Cerberus sowie die Züchterin von
Atlantis in Weyer.
Nach
einer Fahrt durch das schöne Ennstal schauen wir uns das
Flößermuseum an. Anschließend Mittagessen bei Cerbi. Schlunzi
Herrchen ist ganz begeistert von der Österreichischen Küche (es gibt
ein Schweinsbratl mit Mehlknödel) und überlegt ernsthaft, ob er
überhaupt noch einmal nach Berlin zurückkehren soll.
Nach einem guten Nusslikör zur Beruhigung des Magens machen wir eine
Wanderung (auf Wunsch von Schlunzi Herrchen eigentlich eine Fahrt)
auf den Heiligenstein in der Nähe von Weyer. Von hoch oben haben wir
einen
herrlichen Blick auf die umliegenden Täler und schneebedeckten
Berge. Schlunzi Herrchen ist von der langen Gehzeit (immerhin etwas
10 Minuten) so erschöpft, dass er mit einem klaren Kräuterwasser
gelabt werden muss, was ihm aber offensichtlich gut tut. Wie eine
Gämse klettert er in den Felsen herum um zu fotografieren.
Dann besuchen wir die Züchterin von Atlantis. Bei ihr lebt ja eine
ganze Menagerie. Kolkraben,
Schimmel, Katzen, Doggen, ... . Für Schlunzi Frauchen gibt es da
natürlich viel zu Streicheln, aber auch zu staunen. Besonders die
Kolkraben sind für unsere Berliner Freunde sehr interessant.
Und da Schlunzi Herrchen die Fruchtsäfte aus der Gegend so gut
s chmecken, fahren wir in eine Kräuterküche um welche zu kaufen. Auch
Berliner wollen ja einmal etwas Gutes trinken. Es wird gekostet,
gefachsimpelt, gekostet, und wieder gekostet. Liebe Berliner Freunde
und Bekannte von den Schlunzis, er hat genug mitgenommen. Ihr
braucht die Schlunzis
jetzt nur mehr besuchen, wenn sie wieder zu Hause sind :-)).
Dann sitzen wir noch lange gemütlich im Palmenhaus der Züchter von
Atlantis beisammen, trinken das eine oder andere Glas, unterhalten
uns - es war ein schöner Tag und wir bedanken uns für die
Gastfreundschaft in Weyer recht herzlich!
-
11.4.2002: Die
Schlunzis besuchen heute und morgen Wien. Ich mache also
mit Atlantis bei herrlichem Wetter alleine einen
Vormittagsspaziergang. Nach den letzten kalten Tagen ist es wieder
warm geworden, richtig angenehm. Lange sitzen wir am Waldrand,
beobachten Rehe und Hasen, genießen die Sonne.
Und die Schlunzis? Die werden wohl schon bei Purzel im Gästehaus
Atzgersdorf sein und auf Poldi und Thijs warten. Wird wohl wieder
ein etwas längerer Abend werden :-)).
-
15.4.2002: Der
Besuch der Schlunzis ist fast schon wieder vorüber. Bei gemeinsamen
Spaziergängen, Besichtigungen, gemütlichem Beisammensitzen ist die
Zeit rasch vergangen.
Atlantis und Olli vertragen sich bestens, spielen und laufen viel
miteinander. Olli ist ja ein ganz lieber und anhänglicher Hund, der
sich auch die vielen Atlantis Herrchen Streicheleinheiten mit
Ausdauer gefallen lässt.
Schlunzi Herrchen hat in der Zwischenzeit so ziemlich alle
Kaufhäuser in unserem kleinen Städtchen kennen gelernt. Den Wald,
die Wiesenwege, die rundum steil ansteigenden Berge, die hat er
allerdings vermieden. Wäre auch schade um die paar Schweißtropfen
:-)).
Am
letzten Tag wollen wir aber jetzt doch noch einen kleinen
Spaziergang in das Thurytal machen. Schlunzi Herrchen hat genau 1
Stunde für den Hinweg veranschlagt. Wir wandern entlang der Feldaist
immer durch Wald, an steilen Felsen vorbei, an alten Hammerschmieden
vorbei, das Wetter ist ganz passabel, auch den Hunden gefällt es.
Ein paar Mal machen sie einen Abstecher in den Bach, klettern an den
Hängen hoch, sind einmal vorne dann wieder hinten.
Nach
genau 58 Minuten ein Blick auf die Uhr von Schlunzi Herrchen, dann
Umkehr, wieder zurück. Ein anderer Rückweg, der jedoch etwas steiler
verlaufen wäre, wird dankend abgelehnt. Na ja, die Umgebung von
Berlin ist doch etwas flacher.
Ich
nehme mir nun vor, mit dem Bauern zu reden, dass er bis zum nächsten
Schlunzi Besuch alle Waldwege asphaltiert und möglichst einebnet.
Damit auch Olli Herrchen wieder Freude an Spaziergängen hat. Ob aber
der Bauer mitspielt ? :-)).
Na ja, wir werden sehen. Am Abend dann noch ein Glas Rotkäppchen
Sekt zum Abschied, gemütliches beisammen sitzen, Tratsch. Der Urlaub
ist leider viel zu schnell vergangen.
-
17.4.2002: Ich
bin müde! Nach einem arbeitsreichen Tag in Weyer wollte ich gestern
Abend
noch kurz bei den Züchtern von Atlantis vorbeischauen. Na ja, und
wie es bei den Weyrern so ist, es wurde seehhr lange. Mussten doch
die Eltern von Atlantis und Schwester Apanatschi gekrault werden,
ein Gläschen Wein, ein Nusslikör, ein guter Käse, es war einfach zu
gemütlich, um gleich wieder weg zu fahren.
Und heute muss ich es büssen. Also auf, mein kleines Mädchen
Atlantis, machen wir einen Spaziergang um frisch zu werden. Es hilft
auch. Das Wetter ist schön, die ersten Kirschbäume beginnen zu
blühen, lange sind wir unterwegs.
 Grillen
zirpen uns am Wegrand entgegen, überall Farbflecken in den Wiesen,
die von Tag zu Tag bunter werden. Ach, es ist schon schön zu dieser
Jahreszeit. Auch Atlantis spürt das. Wild hetzt sie herum,
überschlägt sich fast bei ihrer Lauferei. Es kann gar nicht steil
genug sein, einmal ist sie mir voraus, dann wieder hinter mir. Na
ja, Herrchen redet ja auch heute nicht all zu viel. Der Kopf muss
erst klar werden.
Wieder zu Hause fühle ich mich dann aber pudelwohl (na ja eher
doggenwohl), der Spaziergang hat wirklich gut getan.
-
20.4.2002: Am
Vormittag ein recht nasser Spaziergang mit Atlantis durch den Wald.
Lange war jetzt das Wetter halbwegs schön, trocken. Doch heute, es
regnet in Strömen.
Fast habe ich es ja erwartet. Denn wir bekommen
Besuch - von den "Sonnenscheins". Noch immer, wenn Gudrun Tempel bei
uns war, hat es geregnet. Doch das tut der Freude keinen Abbruch.
Nach dem Mittagessen machen wir mit "Jila vom
Sonnenschein" und Atlantis einen kleinen Spaziergang - natürlich im
strömenden Regen. Den beiden macht es jedoch Spaß. Ausgelassen toben
sie auf der Wiese herum. Wir müssen sie sogar etwas bremsen. Jila
soll doch morgen
zur Ausstellung in Wieselburg und Atlantis muss wegen ihres
Kreuzbandeinrisses noch etwas geschont werden.
Nach
dem Abendessen sitzen wir noch gemütlich beisammen, reden über die
Hunde, mit Ralf wird gefachsimpelt, viel zu schnell vergeht die
Zeit. Und morgen ist ja frühes Aufstehen angesagt. "Jila", dieses
wunderschöne Doggenmädchenmädchen, mit dem sich auch Atlantis
Herrchen recht gut versteht, muss in den Ring. Wir wünschen viel
Erfolg dafür.
-
21.4.2002:
Schon am Sonntag Vormittag bekommen wir die Nachricht, "Jila" ist
Erste geworden. Gratulation dazu - aber wir haben ja eigentlich
nichts anderes erwartet :-)).
Übrigens: Das Wetter hat sich wieder gebessert!
-
27.4.2002: Ich
schaue aus dem Fenster. Dunkle Wolken hängen über dem
Waldrücken,
alles ist grau in grau, Regentropfen hängen an den Ästen. Na, heute
werden wir nur einen kurzen Spaziergang machen. Doch nach den ersten
paar Metern Richtung Wald ändert sich die Meinung schnell. Ist doch
wunderbar heute. Alles leuchtet in kräftigen Farben, eine herrliche
Luft, viele Gerüche, diese Ruhe; auch Regenwetter hat seine schönen
Seiten. Der Wetterwechsel regt den Kreislauf an, man wird
abgehärtet, man muss es einfach positiv sehen (und wie viel
Medikamente könnten eingespart werden).
Atlantis stört Regen sowieso nicht. Sie liebt es, sich im nassen
Gras zu wälzen, im dampfenden Wald im Unterholz herumzustreunen, die
frischen Gerüche des Waldes in sich aufzunehmen. Sie läuft vor mir
her, stöbert im Gras einige Rebhühner auf, läuft hinterher, erwischt
sie natürlich nicht. Aber was soll's, das Leben ist auch so lustig
genug.
Langsam steigen wir die Trasse des Schiliftes hoch. Ganz oben äsen 2
Rehe, schauen uns neugierig entgegen. Sie kennen uns, fürchten uns
nicht, fressen ganz ruhig weiter. Instinktiv wissen sie wohl, dass
wir ihnen nichts tun, wir ihnen nur zuschauen wollen.
Dann hinein in den Wald, vorbei an den steilen Felsen, die Atlantis
natürlich wieder zum Klettern animieren. Doch heute nur ein kurzer
Spaß, denn die Steine sind nass und glatt, also schnell weiter.
Im Wald trotz der vielen Vogelstimmen tiefe Ruhe und Frieden. Meine
Gedanken sind bei den ermordeten Schülern und Lehrern in Erfurt. Wie
schrecklich! Ich denke an die Hinterbliebenen, die betroffenen Schüler(innen), Lehrer(innen), was muss in ihnen
vorgehen. Wie kann so etwas passieren?
Ich denke auch an den Nahen Osten, was wird dort im Namen der
Gerechtigkeit gemordet, was wird den Menschen dort angetan! Warum
gibt es überhaupt Krieg und Terrorismus? Könnten wir nicht alle
friedlich neben einander leben? Aber bei den derzeitigen
"diplomatischen" Politikern ist das wohl eher nicht denkbar. Aber wahrscheinlich hat sich die
Menschheit schon viel zu weit vom natürlichen Leben entfernt. Jeder
Hund ist ja in den Großstädten schon eine Beißmaschine, jeder
Kontakt zur Natur ist verloren gegangen. Dabei könnten wir gerade
von den Tieren und unserer Umwelt so viel lernen. Aber auch das ist
uns Menschen abhanden gekommen - auf unsere Mitgeschöpfe zu achten.
In den Medien ist nur mehr "Action" gefragt, Sensationslust,
Mediengeilheit; im Fernsehen Gewalt, Horror, Krieg, gewaltsame
Spiele auf dem PC - und es gäbe doch so viel andere, schönere
Dinge zu berichten, wertvolleres, besseres. Wann werden wir uns endlich wieder auf
Wesentliches besinnen, wieder nachdenken, nicht nur auf finanzielle
Interessen achten, einfach wieder nur Menschen sein?
Meiner kleinen Freundin Atlantis soll es wenigstens gut gehen. Sie
soll ihr Leben in Frieden und möglichst viel Freiheit verbringen
können. Was sie natürlich auch ausnützt. Sie, die mir schon so an
das Herz gewachsen ist. Mein kleines Mädchen, dass sich zu einer so
tollen Begleiterin entwickelt hat.
Trotz des nassen Wetters dehnen wir unseren Spaziergang immer weiter
aus. Es gibt so viel nachzudenken, zu schauen, sich zu erfreuen.
Alleine die Blüte des Löwenzahnes, die je nach Witterung und
Tageszeit stets anders ausschaut. Waren die Wiesen gestern bei
Sonnenschein noch tief gelb, sind die Blüten heute geschlossen. Die
vielen Bienen, die gestern Nektar gesucht haben, sind heute in ihren
Nestern. Dafür sehen wir heute viele Schnecken und andere
Regenspezialisten.
Lange sitze ich im nassen Gras, um eine Weinbergschnecke zu
beobachten. Ein Wunder der Natur. Zuerst zurückgezogen in ihrem
Schneckenhaus, doch als sie merkt, dass ich ihr nichts tue, kommt
sie zutraulich auf mich zugekrochen. Ganz groß schauen mich die
Augen auf ihren Fühlern an. Was hat die Natur in Millionen von
Jahren nur alles zustande gebracht? Und wir Menschen zerstören das
in wenigen Jahren. Wie oft tritt man achtlos auf eine Schnecke,
tötet sie, denkt sich nichts dabei. Doch wenn man sie so nahe sieht,
ihr in die Augen schaut, merkt man, dass auch sie Lebewesen sind,
für den Kreislauf der Natur wichtig, und daher unseres Schutzes
bedürfen.
Aber für uns Menschen ist es viel wichtiger und leichter, in die
Ferne zu schauen, dorthin, wo wir vielleicht etwas tun könnten! Der
Blick auf das Kleine in unserer unmittelbaren Nähe aber fehlt uns.
Und gerade da gäbe es so viiiel zu sehen.
Über eine halbe Stunde liegen wir dann noch im Gras unter den
schützenden Ästen einer Fichte. Atlantis hat sich an mich
gekuschelt. Sie mag diese ruhigen Rastpausen, wenn ich nur für sie
da bin, sie streichle, mit ihr rede. Aufmerksam schaut sie mich an,
scheint jedes Wort zu verstehen. Und was ich ihr sage? Das ist unser
Geheimnis, das wird nicht ausgeplaudert :-).
Aus unserem kurzen Spaziergang ist übrigens eine Wanderung von über 3
Stunden geworden!
-
28.4.2002:
Herrliches Wetter. Sonne, am Morgen etwas kühl, klare Luft, das
Wetter lädt zu einem frühen Spaziergang ein. Wir sind um diese Zeit
noch ganz alleine
unterwegs.
Langsam spazieren wir entlang der blühenden Kirschen- und Äpfelbäume
über die taunassen Wiesen Richtung Wald. Viele Rehe sind zu sehen,
Hasen, Vögel, alle freuen sich über die ersten Sonnenstrahlen.
Im Wald dampft der Boden, Kleeblüten leuchten uns im hellen Weiß
entgegen, es duftet nach frischem Reisig. Ganz still wandern wir auf
dem Waldweg dahin, es ist traumhaft schön und ruhig. Am Rand einer Waldlichtung
steht Atlantis plötzlich wie angewurzelt, aufmerksam, gespannt. Da
muss etwas zu sehen sein. Langsam nähere
ich
mich. Ein Reh steht vor uns, keine 20 m entfernt, und
schaut uns genau so erstaunt an wie wir es anschauen. Atlantis
bleibt ganz ruhig, gibt mir sogar Zeit, zu fotografieren. Auge in
Auge stehen sich Reh und Hund gegenüber. Und was tut das Reh? Es
senkt seinen Kopf und äst weiter. Atlantis ist wohl im Wald unter
seinen
Bewohnern schon gut bekannt, jeder weiß, dass man sie nicht
fürchten muss. Ich
bin tief erfreut darüber. Langsam verschwindet dann das Reh im Wald.
Jetzt wird Atlantis natürlich ausgiebig gelobt, gestreichelt - es
ist einfach eine Freude mit ihr.
Nun ein kurzes Sonnenbad im weichen Gras (es ist doch noch etwas kühl), dann weiter durch den Wald zum Teich
und zu den Hochlandrindern.
Dort
begegnen wir Vega, unserem Nachbarhund, der auch mit seinen
Zweibeinern einen Spaziergang macht. Mit diesem wird wild
herumgetollt, gelaufen, gespielt. Doch dann sehen wir Reiter
daherkommen. Mein Gott, fast wäre mir die Zeit davongelaufen. Heute
ist ja Georgiritt, ein Fest der Reiter, bei dem ich fotografieren
soll. Also, jetzt aber schnell nach Hause. Und wenn Sie Bilder vom
Georgiritt sehen wollen, finden Sie sie unter
Freistadt-Info.at, Reiter.
-
29.4.2002:
Frühling, die Zecken sind wieder unterwegs. Bei uns zwar nicht
unbedingt gefährlich, aber Vorsicht und Schutz sind besser. Daher
wird Atlantis heute von der Tierärztin gegen Borreliose geimpft
und bekommt ein Zeckenschutzmittel aufgetragen.
|