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Das Tagebuch der blauen Dogge Atlantis
November 2001


  • 4.11.2001: Noch immer herrliche Herbsttage. Wir nützen das Wetter für lange Spaziergänge aus. Wer weiß, wie lange es noch so bleibt. Doch in den Morgen- und Abendstunden wird es jetzt schon kühl. Zu Hause wird daher der Kachelofen eingeheizt, der von Katz Atlantis am 4.11.2001 (17913 Byte)und Hund dankbar angenommen wird. Eng aneinander gekuschelt liegen sie davor. Die Katzen haben keinerlei Scheu mehr vor Atlantis. Sogar unsere Laura, sonst sehr zurückhaltend, kuschelt sich an sie, schleckt sie ab, sie sind richtigeAtlantis und Nero am 4.11.2001 (7986 Byte) Freundinnen geworden. Atlantis ist aber auch den Katzen gegenüber wesentlich ruhiger geworden.
    Den Katzen gegenüber - denn in der Wohnung ist noch immer nichts vor ihr sicher. Diese Woche hat sie die Kaffeemaschine und den elektrischen Teesieder aus der Küche erwischt. Na ja, wird sie sich wohl gedacht haben, es ist so warm, da braucht Herrchen sowieso keinen Tee. Sie hat beide Geräte in den Garten getragen, ein Loch gegraben, sie hineingelegt und wieder mit Erde verschüttet. Und Herrchen? Ich war schon etwas sauer - Tee brauche ich ja wirklich noch nicht, aber der Kaffee ist mir schon etwas abgegangen :-). Atlantis hat das aber schnell gemerkt, und mir die Teile schön langsam Stück für Stück zurückgebracht. Der Kaffee der neuen Kaffeemaschine schmeckt übrigens inzwischen auch schon wieder recht gut.

  • 10.11.2001: Herrliches Wetter, aber sehr kalt. Jetzt kommt der Winter doch wohl endgültig. Kirche St. Peter bei Freistadt am 10.11.2001 (10785 Byte)Beim Spaziergang bläst uns ein eiskalter Wind entgegen. Atlantis spürt ihn aber kaum. Denn heute hat es zum ersten Mal Raureif. Aufgeregt bestaunt sie dieses weiße Etwas, das die Wiesen so weiß macht und auch zum Glitzern bringt. Und auf dem man so herrlich rutschen kann!!! Wild tobt sie hinter Nero her, sie jagen über die Wiesen und Äcker.
    Ist schon was Schönes, den beiden Hunden bei ihrem Treiben zuzusehen. Atlantis am 10.11.2001 (18979 Byte)Atlantis ist ja jetzt schon eine kleine Dame geworden. Ihr Körper hat das babyhafte verloren, sie ist zu einer wunderschönen Hündin herangewachsen. Das Fell ist dicht und glänzend, Körper Beine und Kopf sind schön proportioniert. Besonders liebe ich aber ihr Wesen. Lustig, frech, angstlos, hinter allem her - und doch auch sehr brav, folgsam und anhänglich. Eine Hündin zum Verlieben!
    Im Wald ist es ganz ruhig, kaum ein Vogel ist zu hören. Diese plötzliche Kälte hat auch die Tierwelt überrascht. Nicht einmal Rehe sind heute zu sehen. Langsam fallen braune Blätter von den Bäumen, manchmal ein kurzes Rascheln, sonst ist nichts zu hören. DieAtlantis und Nero am 10.11.2001 (7322 Byte) Sonnenstrahlen, die nun auch wieder den Waldboden erreichen, haben ihre Kraft verloren. Alles ist gefroren. Still gehe ich durch den Wald, betrachte den Raureif auf Spinnennetzen, sehe mir das bunte Laub am Boden an, atme tief die frische Waldluft ein, es ist ein wunderschöner Spaziergang. Wir besuchen Damhirsch Hansi, der in der Brunft steht. Na ja, zu nahe kommen wir im nicht, momentan versteht er wenig Spaß. Er muss doch auf seine Kuh aufpassen.
    Atlantis und Nero am 10.11.2001 (15343 Byte)Beim Bach, aus dem die Hunde immer trinken, dann die nächste Überraschung für Atlantis. Das Wasser ist ja ganz hart geworden. Aufgeregt schnuppert sie am Eis, kratzt mit ihren Pfoten. Dann der Versuch, darauf zu steigen. Aber das Eis ist noch zu dünne. Ein Krachen, dann bricht sie ein. Mit einem schnellen Satz ist sie wieder heraußen, versucht es aber sofort wieder. Das ist ja ein Spaß. Ich fürchte, dass es ihr zu kalt wird. Doch sie ist nicht zu bremsen. Es ist doch zu schön, diese Eisdecke zu zerstören. Besser jedenfalls als Kaffeemaschinen, Möbel und sonstige Sachen im Haus.
    Dann aber zieht es uns doch nach Hause. Die Finger sind ja schon ganz steif von der Kälte, die Ohren rot, die Nase rinnt. Da wird der heiße Kaffee jetzt gut tun. Und beim nächsten Spaziergang werden Handschuhe und Haube sicher nicht vergessen.

  • 13.11.2001: Es schneit! Straße, Weg, Wiesen, alles ist mit der weißen Pracht überzogen. Also, schnell hinaus mit den Hunden. Ich bin Atlantis und Nero am 13.11.2001 (12436 Byte)schon neugierig, wie Atlantis auf den Schnee reagiert. Zuerst stutzt sie einmal, sie hat ja dieses weiße Etwas, das die ganze Umwelt überzogen hat, noch nie gesehen. Zuerst schnuppert sie den Schnee ab, ihre Nase wühlt darin, dann kratzt sie mit den Pfoten darin herum - na ja, gefährlich scheint das Ganze nicht zu sein! Da Nero, der den Schnee ja über alles liebt, bereits wild auf der Wiese herumjagt, ist ihre Unsicherheit bald vergessen. Und dann geht es los. Die BeidenAtlantis und Nero am 13.11.2001 (9386 Byte) toben herum, dass mir wirklich Angst und Bange wird. Atlantis muss sich ja an den rutschigen Schnee noch gewöhnen, immer wieder überschlägt es sie, wenn sie einen Haken schlägt. Doch ihr macht das Ganze einen Riesenspaß. Sie legt sich in den Schnee, gräbt sich ein, dreht sich auf den Rücken, es ist für sie ein ganz neues Erlebnis. Und erst diese großen, weißen Flocken, die da vom Himmel fallen. Immer wieder springt sie ihnen entgegen um sie zu fangen. Den Hunden hat ein Spaziergang schon lange nicht mehr so viel Freude bereitet wie heute.
    Wir stiegen durch den verschneiten Wald auf den Berg hoch, machen dann Rast auf einer Waldlichtung. Ich suche mir ein trockenesAtlantis am 13.11.2001 (8437 Byte) Plätzchen unter einem Baum, setze mich hin und schaue mir die herrliche Winterlandschaft an. Dann werfe ich ein paar Schneebälle auf die Hunde. Na ja, das hätte ich besser nicht tun sollen. Denn diese Aufforderung zum Spiel wird von ihnen natürlich gerne angenommen. Wir wälzen uns am Boden im Schnee herum, schauen bald aus wie die Schneemänner. Augen, Ohren, Nase, Kragen, Ärmel, Hosenbeine, überall ist der Schnee drin. Atlantis kann gar nicht genug davon bekommen. Immer wieder springt sie mich an, steht über mir, drückt mich in den Schnee, sie hat einen Riesenspaß. Ich eigentlich auch, wenn nur diese Nässe und Kälte nicht wäre :-)).
    Atlantis am 13.11.2001 (9659 Byte)Zum Staunen bringt mich Atlantis dann beim nach Hause gehen. Wir gehen über die steile Schitrasse zurück in das Tal. Atlantis hat ja inzwischen gemerkt, wie herrlich man im Schnee rutschen kann. Und so legt sie sich seitlich hin, und gleitet in dieser Lage immer wieder einige Meter hinunter. Das hat bis jetzt noch keiner meiner Hunde getan. Auch Nero ist ganz erstaunt und läuft aufgeregt rund um sie herum. Na ja, jetzt fehlt nur noch, dass ich ihr auch noch Schi kaufen muss :-)).

  • 18.11.2001: Am Vormittag kommt Bruder Angelo auf einen Kurzbesuch vorbei. Er wird Besuch von Bruder Angelo und Familie am 18.11.2001  (10159 Byte)ausgelassen begrüßt und dann wird mit ihm natürlich gespielt. Na ja, Angelo hätte ganz augenscheinlich lieber mit dem wesentlich ruhigeren Nero gespielt, doch da hat er bei Atlantis keine Chance. Immer wieder drängt sie sich dazwischen, ein richtiger Wildfang eben. Leider hat unser Besuch zu wenig Zeit, um mit uns einen gemeinsamen Spaziergang zu machen. Und so wird eben im Haus herumgetobt.
    Am Nachmittag mache ich mit Nero und Atlantis einen längeren Spaziergang in den Wald. Es ist bitter kalt, Atlantis am 18.11.2001 (16205 Byte)nebelig, so richtig ungemütlich. Doch den Beiden macht dieses Wetter nichts aus. Sie fliegen wie um die Wetter über die Wiesen, treiben sich im Wald herum, sind ausgelassen. Vor uns sind drei Rehe zu sehen, die den Schihang queren. Atlantis am 18.11.2001 (11654 Byte)Ein kurzer Blick, kein weiteres Interesse. Fangen spielen ist doch viiiel schöner. Ich bin stolz auf meine beiden Freunde, sie machen doch immer wieder viel Freude.
    Rast machen wir heute keine. Es ist doch zu kalt und unwirtlich dazu. Gestern haben wir so ja noch genießen dürfen, die warme Sonne am Waldrand bei wolkenlosem Himmel. Und heute? Heute machen wir es uns im warmen Wohnzimmer bequem, Herrchen bei Kaffe, Nero und Atlantis bei Kauknochen. Ist doch auch gemütlich!

  • 20.11.2001: Es hat wieder geschneit. Am Morgen ist die Umwelt tief winterlich. Das wird natürlich zu einem ausgiebigen Spaziergang Atlantis am 20.11.2001 (12042 Byte)ausgenutzt. Atlantis hat inzwischen gelernt, die Tücken des Schnees zu meistern, und kann nun ohne Probleme und Überschläge durch den Schnee toben. Der Schnee fliegt nur so nach allen Seiten davon, wenn sie im Galopp vorbei fliegt. Im Wald versucht, sie, die Schneeballen, die von den Bäumen fallen zu fangen. Na ja, da muss sie wohl noch ein bisschen üben. Momentan schaut sie eher wie ein Schneemann aus. Immer wieder tauchen die Hunde schneebedeckt und dampfend aus dem Wald auf, schütteln sich ab, und sind wieder verschwunden. Auch sie genießen diesen herrlichen Tag.
    Das Wetter ist traumhaft schön. Beim Weggehen noch bedeckt, jetzt im Wald aber tiefblauer Himmel und strahlenderAtlantis und Nero am 20.11.2001 (16799 Byte) Sonnenschein. Der Schnee glitzert in den Winterwald am 20.11.2001 (12190 Byte)Baumkronen, die Temperatur ist angenehm, es ist einfach ein Prachttag.
    Wir machen wieder einen langen Spaziergang. Wer weiß, wie lange wir noch so unbeschwert gehen können. Atlantis ist jetzt über 7 Monate alt und die erste Hitze wird bald kommen. Da werden wir die Spaziergänge wohl etwas einschränken müssen. Und auch für Nero wird es jetzt ein paar Tage Ruhe geben. Nach langen Überlegungen habe ich mich entschlossen, ihn sterilisieren zu lassen. Am Donnerstag kommt er unter das Messer. Es ist für beide Hunde sicher das Beste.
    Die Atlantis und Nero am 20.11.2001 (5438 Byte)Beiden verlieren jedoch an solche Sachen keine Gedanken. Unbeschwert und voller Lebensfreude laufen sie durch den Wald, graben mit ihren Schnauzen im Schnee, graben in Mauslöchern, springen mich an, fangen Schneebälle, haben einfach Freude an ihrem Dasein. Heute sind sogar wieder Rehe und Hasen zu sehen, und in den Bäumen hört man die Gimpeln mit ihrem ihnen eigenen Gesang. Ist auch schön, so ein Wintertag.

  • 22.11.2001: Atlantis macht Nero doch mehr zu schaffen, als wir für möglich gehalten haben. Er nimmt immer mehr ab, Nero nach Sterilisation in Narkose - 22.11.2001 (7547 Byte)wird immer dünner. Da er normal frisst und auch sonst keine krankheitsbedingten Symptome zeigt, kann es nur an seinem Hormonhaushalt liegen. Das Mädchen an seiner Seite bedeutet Stress. Also entschließe ich mich nach einem Gespräch mit der Tierärztin, ihn Sterilisieren zu lassen. Um den Eingriff so problemlos wie möglich zu halten wird Nero bei uns zu Hause operiert. Die Operation verläuft problemlos, Nero ist am Abend schon wieder halbwegs ansprechbar.
    Atlantis wird heute nicht zu ihm gelassen. Nero schläft den ganzen Tag ungestört.

  • 23.11.2001: Ich kann es kaum fassen. Atlantis ist wie ausgewechselt. Sie ist ja Nero gegenüber sonst ein kleiner Quälgeist. Doch jetzt scheint sie zu spüren, dass dieser etwas Ruhe braucht. Sie lässt ihn komplett in Ruhe. Ganz vorsichtig liegt sie neben ihm, kommt kaum an ihn an, lässt ihm den Kauknochen, schleckt ihm die Lefzen - sie ist nicht mehr zu kennen. Wir können sie unbesorgt den ganzen Tag beisammen lassen. Atlantis liegt den ganzen Tag neben ihm, beobachtet in zwar, ist aber ganz brav und ruhig. Sogar beim kurzen Spaziergang wird Nero dieses Mal nicht angesprungen oder sonst wie belästigt. Ich bin richtig stolz auf mein Mädchen. So viel Rücksicht hätte ich ihr gar nicht zugetraut.
    Nero hat sich nach der Operation schnell erholt. Die Tierärztin Dr. Regina Mossbauer - NetDoc Nina - hat eine Meisterleistung vollbracht. Die beiden kleinen Wunden sind kaum mehr zu sehen, Nero verspürt keinen Schmerz. Er ist schon wieder ganz der Alte. Ein herzliches Dankeschön an die Tierärztin.

  • 24.11.2001: Atlantis am 24.11.2001 (4123 Byte)Es ist tiefer Winter geworden. Es stürmt und schneit, richtiges Wetter für einen Spaziergang (na ja, eigentlich nur für die Hunde, Herrchen wäre heute sicher nicht alleine gegangen). Nero und Atlantis lieben ja den Schnee und jagen auch sofort ausgelassen über die tief verschneiten Wiesen. Es herrscht dichter Schneefall, starker Wind bläst, die Schneeflocken kommen uns waagrecht entgegen. Ihre Ohren wehen wie Fahnen, es ist lustig anzuschauen. Atlantis ist Nero gegenüber noch immer sehr vorsichtig, dochAtlantis und Nero am 24.11.2001 (11281 Byte) dem geht es inzwischen wieder ausgezeichnet. Kaum zu glauben, dass die Operation erst zwei Tage zurück liegt.
    Im Wald dann alles ganz ruhig. Sogar der Wind ist hier nicht zu spüren. Ganz langsam und leise fallen die großen Schneeflocken zu Boden. Einfach herrlich hier. Es liegt schon eine dichte Schneeschicht auf den Ästen der Bäume. Als würden sie uns zu einer Schneeballschlacht auffordern, lassenAtlantis am 24.11.2001 (9063 Byte) sie ab und zu kleine Lawinen auf uns herunterfallen. Atlantis ist nicht zu halten. Immer wieder springt sie den Flocken entgegen um sie zu fangen.
    Beim nach Hause gehen kommen wir dann wieder in den Schneesturm. Man kann kaum atmen, so eisig ist der Wind. Nur die Hunde spüren von dem allem nichts. Ihnen ist vom vielen Herumtoben warm. Herrchen aber ist heilfroh, als wir wieder im warmen Haus sind. Es war zwar schön, doch auch bitterkalt.

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