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Das Tagebuch der blauen Dogge
Atlantis
September 2001
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4.9.2001: Unsere kleine Atlantis wird
jetzt eine junge Dame. Das Abwiegen ergibt heute ein Gewicht von 39,4 kg.
Zur Zeit findet der Zahnwechsel
statt.
Immer wieder findet man da und dort ein kleines Milchzähnchen.
Auch ihr Verhalten ändert sich. Aus dem Welpen, der immer nur
spielen wollte und der immer unruhig unterwegs war, wird ein kleines,
wesentlich ruhigeres Fräulein, das sich jetzt auch gerne einmal streicheln und
knuddeln lässt.
Besonders am Abend genießt sie ihre Streicheleinheiten mit sehr
viel Ausdauer. Aber da merkt man doch, dass sie trotz ihrer Größe
noch fast ein Baby ist. Kurz vor dem Einschlafen sucht sie meinen
Daumen, um daran zu nuckeln und zu beißen. Sie schmiegt sich eng an
Nero und an mich, nimmt meinen Daumen in ihren Mund, und so sitze
ich, bis beide Hunde eingeschlafen sind. Nicht nur für die Hunde
sehr beruhigend.
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8.9.2001: Welpentreffen bei Bruder Angelo
in St. Florian. Für alle Welpen und Zweibeiner wieder
ein
Riesenspaß. Trotz Regen jagen und spielen Schwestern und Brüder
mit ihren Eltern wild herum. Ist schon eine Freude, den Hunden
zuzusehen. Die Zweibeiner jedoch verbringen den Nachmittag und auch
den etwas späteren Abend (na ja, einer von ihnen ist etwas früher
zu Bett gegangen :-)) ) in gemütlicher Runde bei Speis und
Trank im Haus. Es wird geplaudert, diskutiert, na ja, und auch ein
Gläschen oder das andere getrunken. Auch die Hunde, die noch lange
mit dem Sohn und der Tochter des Hauses spielen, werden müde und
legen unter dem Tisch oder auf dem Schoss von Herrchen/Frauchen
(wird bei der Größe jetzt schon sehr schwierig) eine Rast ein.
Irgendwann in der Nacht werden sie dann in die Autos verfrachtet,
und bei strömenden Regen verschlafen sie die Fahrt nach Hause.
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11.9.2001: Das Wetter ist scheußlich.
Kalt, immer wieder regnet es, die Hunde wollen nicht in
den Garten.
Auch beim heutigen Spaziergang erwischt uns ein starker Regen. Patschnass
kommen wir nach Hause.
Dort ist aber der Kachelofen eingeheizt. Hunde und Katzen streiten
um das wärmste Plätzchen. Und Atlantis muss zum ersten Mal zur
Kenntnis nehmen, dass sich EINER ihrer Hausgenossen nicht alles
gefallen lässt. Kater Benjamin! Als Atlantis ihn zur Seite drängen
will, hat sie schon einen Katzenhieb auf ihrer Wange. Nicht mit den
Krallen, die bleiben drinnen, aber eine Warnung war es schon :-)).
Na ja, dann eben nicht, wird halt Nero zur Seite geschoben !
Meine Gedanken sind heute aber bei den Opfern des Terroranschlages
in New York. Unfassbar! Es ist zum Heulen. Was können Menschen
anderen Menschen antun! Ein Tier tötet aus Hunger, nie aus Rache
oder Vergeltung. Wer ist also das bessere Lebewesen?
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17.9.2001: Kein schönes Herbstwetter. Es
regnet, ist kalt, so richtig ungemütlich. Doch der
tägliche
Spaziergang darf nicht darunter leiden. Den Hunden macht dieses
Wetter
sowieso nichts aus. Im Gegenteil. Atlantis und Nero laufen durch das
nasse Gras, wälzen sich darin, fressen die Grashalme, die bei Regen
ihren vollen Geschmack haben. Dann wieder wilde Jagd über die
Felder und durch den Wald. Herrchen ist gut angezogen und beobachtet
die Beiden voll Freude. In St. Peter dann wieder eine kleine Rast
unter den Bäumen. Beim Nach Hause gehen treffen wir auf die
Störche, die sich für ihre bald anstehende Reise die Bäuche voll
fressen. Hoffentlich kommen sie gut in den Süden.
Übrigens: Die Homepage unserer Katzen Benjamin, Lisa und Laura ist
so ziemlich fertig. Wenn Sie nichts besseres zu tun haben, schauen
sie doch einfach auf die BeLiLa
Hauskatzenseite.
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21.9.2001:
Nero hat einen herpesähnlichen
Ausschlag, der mit Antibiotika behandelt wird. Da Atlantis Nero um
die Tabletten beneidet und immer ganz gierig schaut, wenn Nero sie
bekommt, lege ich die Packung in gut 1,50 m Höhe in ein Regal der
Wandverbauung. So hoch wird sie nie hinaufkommen. Wie sie es doch
geschafft hat - ich weiß es nicht (und Atlantis erzählt es mir
nicht :-)) !). Auf jeden Fall frisst sie sämtliche Tabletten,
gerade noch das Stanniol der Verpackung lässt sie übrig.
Als ich wieder in das Wohnzimmer komme, hat sie schon alles
gebrochen, liegt ganz arm und apathisch in ihrem Körbchen, hechelt,
die Augen sind ganz verdreht. Jetzt wird es hektisch. Anruf bei der
Tierärztin. "Ja, das könnte gefährlich werden, aber die
Inhaltsstoffe der Tabletten seien ihr unbekannt!". Tierärztin
ruft Universität Wien an, die wissen auch nicht auf Anhieb
Bescheid. Sie werden sich aber erkundigen und zurückrufen. Atlantis
liegt immer noch ganz arm in ihrem Körbchen, rührt sich fast nicht
mehr. Dann Anruf aus Wien. "Ja, es ist gefährlich, sie soll
viel trinken und brechen damit das Gift ausgeschieden wird !"
Na ja, brechen kann sie nicht mehr viel, ist ja schon alles heraußen.
Und Wasser wird sie in ihrem Zustand nicht in Unmengen trinken.
Daher werden dem Wasser einige Esslöffel Milch beigegeben. Und das
ist neu für Atlantis. Und, als ob sie es wüsste, was davon
anhängt, sie säuft Unmengen. Ich würde diese Menge in drei Tagen
nicht hinunter bringen. Die Türe in den Garten wird offen gelassen,
so dass sie jederzeit hinaus kann.
Es hat geholfen! Bereits am Abend ist sie wieder frisch und munter,
läuft und spielt mit Nero, es ist ihr nichts mehr anzumerken.
Und die Moral von der Geschicht': Lass Medikamente bei den Hunden
nicht!
24.9.2001: Das Wetter hat sich noch immer nicht gebessert. Es
ist bewölkt, regnet oft, zum Glück ist es aber wärmer geworden.
Störche und Schwalben haben Abschied genommen, sind
auf
ihrer Reise gegen Süden. Dafür sehen wir jetzt die Raben auf den
Feldern, die schön langsam ihr Winterquartier beziehen. Um Atlantis
an Wild zu gewöhnen besuchen wir wieder die Damhirsche. Die Angst
vor dem riesigen Hirschen ist nicht mehr ganz so groß, erste
Annäherungsversuche werden gestartet.
Dann weiter in den Wald. Dort ist es herrlich. An jeder Ecke ist ein
anderer Duft. Pilze, Blätter, Baumnadeln, abgestorbenes Holz, Laub,
gefällte Bäume - kein von Menschen erzeugtes Aroma kommt an diese
herrlichen Gerüche heran. Wolkenfetzen treiben durch den Wald, es
ist ganz ruhig, Herz, was willst Du mehr.
Und auch den Hunden gefällt es. Sie streichen durch den Wald,
tauchen einmal da auf und dann dort. Um Atlantis nicht zu
überfordern werden Pausen eingelegt, wir sitzen dann alle drei auf
dem weichen Waldboden, die Hunde werden
gestreichelt, es wird gerangelt, man vergisst alles rund um sich.
Am Weg nach Hause dann Äpfel, Birnen und Nüsse von den Bäumen
gepflückt, das ist ein Genuss. Auch für die Hunde; Atlantis ist
ganz heiß auf Birnen.
Ihr geht es übrigens recht gut. Die Vergiftung ist überstanden,
sie frisst normal, ist ausgelassen wie zuvor. Nur - mit Wasser ohne
Milch ist sie nicht mehr zufrieden :-))
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26.9.2001: Atlantis wird von der
Tierärztin untersucht. Es sind keine Nachwirkungen mehr
festzustellen. Sie scheint alles gut überstanden zu haben. Bei
unserem Spaziergang tobt sie herum wie eh und je.
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27.9.2001: Wir machen wieder einen
wunderschönen Spaziergang über abgeerntete Felder, über
abgemähte
Wiesen, durch den stillen Wald. Das Wetter ist besser geworden, die
Sonne ist ab und zu zu sehen, es ist auch wärmer geworden.
Der kleine Wildfang Atlantis sieht das natürlich nicht ganz so wie
Herrchen. Sie will nur laufen, springen, mit Nero spielen. Sie ist
überall und nirgends, einmal da und einmal dort.
Wir kommen wieder zu den Hochlandrindern, deren Weide durch einen
elektrisch geladenen Zaun abgeschlossen ist. Atlantis hat schon
mehrmals mit diesem
unangenehmen Kontakt gehabt. Doch in ihrem jugendlichen Übermut ist
das schnell wieder vergessen. Und heute wäre es beinahe wieder so
weit gewesen. Wäre - ja wenn nicht Nero gewesen wäre. Der kennt
die Gefahr aus eigener Erfahrung, wird ganz unruhig, läuft auf
Atlantis zu, fordert sie zum Spiel auf, will sie mit allen Mitteln
weglocken. Atlantis versteht. Ich beobachte das ganze und komme aus
dem Staunen nicht mehr heraus. Was hab ich nur für Hunde!!
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29.9.2001: Ein herrlicher Tag, herrliches
Wetter, ein herrlicher Spaziergang. Wir sind fast 3 Stunden
unterwegs. Auf einer sonnigen Waldlichtung machen wir lange Rast.
Die Hunde liegen
im
Gras, genießen nach den kalten Tagen wieder einmal warme
Sonnenstrahlen auf ihrem Fell, wälzen sich im Gras, spielen, sie
machen sich, so wie ich, einen schönen Tag.
Atlantis kommt drauf, wie gut Brombeeren schmecken. Immer wieder
geht sie zu den Stauden und zupft sich ganz vorsichtig die Beeren
ab. Vor den Stacheln hat sie doch etwas Respekt. Na ja, unsere
Spaziergänge werden in den nächsten Tagen wohl etwas länger
dauern.
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